Radio SRF 3

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Radio SRF 3
Logo
Allgemeine Informationen
Empfang analog terrestrisch, Kabel, Satellit, Internet und DAB
Sendegebiet Schweiz
Eigentümer Schweizer Radio und Fernsehen
Programmchef Pascal Scherrer
Intendant Rudolf Matter
Sendestart 1. November 1983
Rechtsform Öffentlich-rechtlich
Liste der Hörfunksender

Radio SRF 3 ist ein Programm von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF), einer Unternehmenseinheit der SRG SSR. Es ist das bedeutendste Pop/Rock-Radio der Deutschschweiz.

Vor dem 16. Dezember 2012 hiess der Sender DRS 3.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Logo von DRS 3 vor 2007
Logo von DRS 3 bis Ende 2012

DRS 3 entstand 1983 unter anderem als Reaktion auf die Zulassung privater Lokalradios in der Schweiz und den Bedarf nach einem Radiosender, der sich in seiner Musikauswahl vorwiegend an ein jüngeres Publikum richtete. Der damalige Radiodirektor Andreas Blum erklärte: «DRS 3 soll kein Radio Bumbum werden.»[2] DRS 3 und die neuen Privatsender sorgten zusammen für rund 20 Prozent mehr Radionutzung pro Tag, vorwiegend durch die jungen Hörer und Hörerinnen, die endlich auch «ihre» Musik an Radios hören konnten. Hingegen gingen vor allem den ausländischen Popsendern Hörer verloren.

DRS 3 ging am 1. November 1983 um 0.01 Uhr auf Sendung. Die ersten Töne waren das Geschrei eines neugeborenen Kindes. Am Abend folgte die erste Liveübertragung mit einem Konzert von Polo Hofer aus dem Atlantis Basel. Bereits damals im Programm: die Schweizer Hitparade am Sonntagnachmittag, die Musiksendung Sounds! , die Musik-«Specials», die Hintergrundsendung Input oder das Spiel Bäsefrässer. DRS 3 startete im ersten Jahr mit 14 Prozent Marktanteil und erreichte 1986 einen ersten Hörer-Rekord mit 16 Prozent Marktanteil in der Deutschschweiz.

Der bekannteste Slogan von DRS 3 stammt vom Beginn der 1990er-Jahre: als der Sender erfolglos als «amtlich bewilligter Störsender» sein Publikum zurückzuerobern versuchte. Andere Slogans des Senders waren: «Radio hören macht Lärm», «Radio, das bewegt», «Radio zum Glück» oder «DRS 3 – Dein Live-Radio».

1985 ging die erste DRS-3-Radiosoap über den Äther: Enrico Bello mit Walo Lüönd als Stimme und Texten von Beat Schlatter. 1989 begann die sehr populäre Krimi-Hörspielserie Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney des Autors Roger Graf, von der bisher 341 Folgen (Stand: Juni 2011) ausgestrahlt wurden. Weitere neue Sendungen waren der World Music Special (ab 1986), der CH-Special (ab 1986), die Gesprächssendung Focus (ab 1989) oder das Wochenhoroskop von Madame Etoile (ab 1991).

Ab Ende der 1980er-Jahre begann der Marktanteil von DRS 3 zu sinken, was zu wiederholten Diskussionen über die Programmausrichtung und zu verschiedenen Programmreformen führte. 1999 erreichte der Marktanteil mit 8 Prozent einen Tiefpunkt. Nachdem die Programme anfänglich in Bern, Basel und Zürich produziert wurden, wurde 1999 Zürich zum einzigen Standort. Die stündlichen Nachrichten dagegen kommen weiterhin aus dem Studio Bern.

1999 startete Schweizer Radio DRS mit DRS Virus einen neuen Jugendsender, während der damalige Programmleiter Andreas Schefer DRS 3 als «Generalistenprogramm für junge Erwachsene»[3] positionierte. Das Musikprofil im Tagesprogramm wurde mehr auf «Durchhörbarkeit» und bekannte Musik ausgerichtet. Die Marktanteile begannen wieder zu steigen: 12 Prozent im Jahr 2000, 13 Prozent 2003, 15 Prozent 2008, 18 Prozent 2010 mit rund 1,4 Millionen Hörerinnen und Hörern in der Deutschschweiz.[4]

2003 wurde mit Info 3 erstmals eine neue tagesaktuelle Informationssendung ausgestrahlt. 2006 wurde die Wirtschaftsberichterstattung verstärkt und die Rubrik DRS 3 Wirtschaft eingeführt. Seit 2007 ist SRF 3 der hauptsächliche Sportkanal unter den Radiosendern von SRF. Laut Konzept definiert sich der Sender seit der Umbenennung 2012 als «das führende New Media, Pop- und Rockradio der Schweiz» und richtet sich an ein Zielpublikum von 25 bis 45 Jahren.

Programm[Bearbeiten]

Das Programm von SRF 3 wird auf Schweizerdeutsch moderiert. Nachrichten und Verkehrsmeldungen werden in Schweizer Hochdeutsch oder Standarddeutsch vorgelesen.

Sendungen[Bearbeiten]

Den Tag über hat SRF 3 den Charakter eines Begleitprogramms mit Nachrichten, Wetter, Verkehr, Veranstaltungs- und Kulturtipps und Servicebeiträgen aus Themenbereichen wie IT/neue Medien, Familie, Finanzen oder Lifestyle. Am Abend ab 20 Uhr laufen spezielle Sendungen wie die Music-«Specials» (Blues Special, Reggae Special, Rock Special, World Music Special, Black Music Special und CH Special), die Musiksendung Sounds! (ab 22 Uhr) oder die Interviewsendung Focus und die Hintergrundsendung Input. SRF 3 präsentiert wöchentlich am Sonntagnachmittag die offizielle Schweizer Hitparade. Weitere fixe Programmpunkte sind die tägliche andere Presseschau des Psychoanalytikers und Schriftstellers Peter Schneider oder das Krimi-Hörspiel Die haarsträubenden Fälle des Philip Maloney am Sonntagvormittag. Einmal wöchentlich sendet SRF 3 die Call-in-Sendung nachtwach, die zugleich auf dem Fernsehsender SRF 1 ausgestrahlt wird. Das fünfzehnminütige Magazin Info 3 berichtet werktags um 12 und 17 Uhr in Hochdeutsch über das Wichtigste vom Tag aus Politik, Wirtschaft, Sport und Wissenschaft. Am Samstagnachmittag läuft von 14 bis 17 Uhr die Spielshow Uri, Schwyz und Untergang – Das Duell der Kantone, bei dem zwei Gäste aus unterschiedlichen Kantonen sich in verschiedenen Spielrunden beweisen müssen.

Spezialsendungen[Bearbeiten]

SRF 3 ist der wichtigste Livemusik-Sender der Schweiz, der zahlreiche Konzerte aufzeichnet und sendet. Zudem veranstaltet er eigene Showcases. Er überträgt live von den grossen Schweizer Sommerfestivals wie Gurtenfestival, OpenAir St. Gallen oder Open Air Gampel.

Seit 2009 führt SRF 3 zusammen mit dem Schweizer Fernsehen und der Glückskette jeweils Ende Jahr die Spendenaktion Jeder Rappen zählt durch. Dafür ziehen sich drei Radiomoderatoren für sechs Tage in ein Glashaus auf einen öffentlichen Platz zurück. Aus dieser «Glasbox» senden sie rund um die Uhr und begrüssen Gäste aus Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur. Hörer und Passanten können währenddessen ihre Spenden für einen wohltätigen Zweck abgeben.

Schweizer Musik[Bearbeiten]

SRF 3 fördert Schweizer Musiker, etwa mit der monatlichen Verleihung eines Preises für einen bisher unbekannten Künstler. Bis anfangs 2010 hiess die entsprechende Auszeichnung Swiss Top, seither DRS 3 Best Talent. Ausgesucht werden die monatlichen Kandidaten von DRS 3 und einer Jury, sie werden jeweils am letzten Samstag des Monats in der Sendung DRS 3 Best Talent vorgestellt. Die Fachjury bestimmt den Jahressieger, der Förderpreis wird im Rahmen der Swiss Music Awards verliehen.

Über die Webpage Mx3 wird Bands ausserdem die Möglichkeit eröffnet, vom Radio «entdeckt» und gesendet zu werden oder mit Fans in Kontakt zu treten. Seit der Einführung am 15. September 2005 haben dort 16'700 Schweizer Bands und Künstler über 57'000 Lieder veröffentlicht (Stand: Juli 2011).

Moderation[Bearbeiten]

Aktuelle Moderatoren[5][Bearbeiten]

Moderator Sendung
Michel Birri Hitparade
Barbara Bürer nachtwach
Dominic Dillier Rock-Special; Sounds!
Matthias Erb Pop Routes; Sounds!
Philippe Gerber Morgensendung
Rahel Giger
Tom Gisler Abendsendung & Uri, Schwyz und Untergang
Franziska von Grünigen
Reeto von Gunten Sonntagmorgen
Nik Hartmann Abendsendung
Christina Lang Hitparade
Anic Lautenschlager Abendsendung
Anna Maier
Tina Nägelin Hitparade
Andi Rohrer Samstagvormittag
Sascha Rossier Black Music Special
Mario Torriani Morgensendung & Moderations-Leiter
Mona Vetsch Morgensendung
Rebecca Villiger Sounds!; Reggae- und Rock-Special
Peter Walt World Music Special; Sonntagnacht
Judith Wernli Uri, Schwyz und Untergang
Michael Zezzi Uri, Schwyz und Untergang

Ehemalige Moderatoren[Bearbeiten]

Verbreitung[Bearbeiten]

SRF 3 wird in der gesamten Deutschschweiz analog über UKW ausgestrahlt und ist im terrestrischen Sendebereich in alle Kabelnetze eingespeist. Weiter wird das Radio über DAB, Internet und Satellit verbreitet. SRF 3 bietet ausserdem zahlreiche Sendungen wie Input, Focus, sämtliche Musiksendungen oder die Digital-Themen der Woche als Podcasts an.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Neue Namen für SRG-Sender, Sandro Brotz, Patrik Müller, Der Sonntag, 3. September 2011
  2. DRS 3 Meilensteine (Archiv (Version vom 4. Mai 2009 im Internet Archive))
  3. DRS 3 Meilensteine (Archiv (Version vom 4. Mai 2009 im Internet Archive))
  4. Hörerzahlen SRF 2010
  5. Das SRF 3-Team: Moderation

Weblinks[Bearbeiten]