Radioteleskop Effelsberg

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Teleskop
Radioteleskop Effelsberg
Effelsberg total2.jpg
Typ Großteleskop (Radiobereich)
Standort nahe Bad Münstereifel-Effelsberg
Höhe 319 m ü. NHN[1]
Geogra­fi­sche Koor­di­naten 50° 31′ 30″ N, 6° 53′ 1″ O50.5256.8836Koordinaten: 50° 31′ 30″ N, 6° 53′ 1″ O
Wellenlänge 3,5 bis 900 mm
Apertur 100 m[1]
Bauzeit 1968 bis 1971[1]
Inbetriebnahme 1. August 1972[1]
Besonderheit 29 Jahre lang größtes bewegliches Radioteleskop der Erde
Luftaufnahme 2011
Detail: Schüsselhalterung und Schüssel
Teleskop mit Zufahrtsstraße
Gesamtansicht des Teleskops
500-Pf-Briefmarke der Dauermarkenserie Industrie und Technik der Deutschen Bundespost (17. Februar 1976)

Das Radioteleskop Effelsberg bei Effelsberg im nordrhein-westfälischen Kreis Euskirchen (Deutschland) ist ein Radioteleskop im Eifelteil Ahrgebirge.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Das Radioteleskop Effelsberg befindet sich rund 1,3 km (Luftlinie) nordöstlich des im Ahrgebirge gelegenen Effelsberg, einem ostsüdöstlichen Stadtteil von Bad Münstereifel (Kreis Euskirchen). Es steht westlich des etwa 398 m hohen Hühnerbergs, dessen Bergkuppe nur 275 m nordöstlich des Teleskops im östlich angrenzenden Rheinland-Pfalz im Gemeindegebiet von Kirchsahr (Landkreis Ahrweiler) liegt. Das Teleskop selbst befindet sich auf 319 m ü. NHN[1].

Die Landesgrenze wird im Bereich des Teleskops von einem Abschnitt des wenige Meter östlich am Radioteleskop vorbeifließenden Effelsberger Bachs gebildet, einem 6,5 km langen, aus dem Effelsberger Wald kommenden, westlichen Zufluss des 15,3 km langen Sahrbachs im Einzugsgebiet der Ahr. Rund 90 m südöstlich des Teleskops mündet in diesen der aus Richtung Westsüdwesten von Lethert kommende, 1,9 km lange Rötzelbach.

Teleskop[Bearbeiten]

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Radioteleskop Effelsberg gehört zum Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn. Es wurde zwischen 1968 und 1971 gebaut und am 1. August 1972 in Betrieb genommen. Die technischen Schwierigkeiten, ein Radioteleskop mit 100 m Durchmesser zu fertigen, rühren von der Verformung des Spiegels beim Bewegen und Kippen her, die die Parabolform des Spiegels stört. In der Radioastronomie sind aber die geometrischen Eigenschaften von Parabolspiegeln ganz besonders interessant, weil die achsenparallel aufgefangenen Wellen alle in gleicher Phasenlage zum Brennpunkt reflektiert werden und damit maximale Verstärkung ermöglichen. Man hat daher mit Hilfe der Finite-Elemente-Methode die Konstruktion so berechnet, dass die in jeder Spiegelstellung und bei jeder Nachführbewegung eintretenden Verformungen des Spiegels wieder Paraboleigenschaften ergeben, so dass jeweils nur der Empfänger in den neuen Brennpunkt nachgefahren werden muss. Nach Fertigstellung des Radioteleskops konnte durch Messungen gezeigt werden, dass die ursprünglich angestrebte Toleranz des Spiegels von 1 mm weit unterschritten werden konnte. Derzeit (2012) beträgt die mittlere Abweichung vom idealen Paraboloid weniger als 0,6 mm.

Etwa 45 % der Beobachtungszeit wird auswärtigen Astronomen zur Verfügung gestellt.

Das Radioteleskop Effelsberg war 29 Jahre lang das größte bewegliche Radioteleskop der Erde, bis im Jahr 2000 das Robert C. Byrd-Teleskop in Green Bank, West Virginia (USA) in Betrieb genommen wurde (Durchmesser: 100 bis 110 m).

Die Radioteleskop Effelsberg diente als Vorlage für die 500-Pf-Briefmarke der Dauermarkenserie Industrie und Technik der Deutschen Bundespost.

Technische Daten[Bearbeiten]

Einige Daten
Masse: 3200 Tonnen[1]
Anzahl der Oberflächenpaneele: 2352[1]
Oberfläche: 7.854 m²[1]
Standorthöhe: 319 m ü. NHN[1]
Fundamentdurchmesser: 64 m
Apertur (Öffnungsweite): 100 m[1]
Höhe bei maximaler Neigung: 109 Meter
Brennweite: 30 m[1]
Oberflächengenauigkeit: < 0,5 mm
Winkelauflösung: > 10"[1]
Horizontaldrehung: 12 Minuten / 360°
Vertikaldrehung: 6 Minuten / 90°
Bauausführung: Gemeinschaft aus Krupp und MAN

Planetenwanderweg[Bearbeiten]

Entlang des Wanderwegs, der zum Radioteleskop führt, verläuft seit Herbst 2004 ein 766 m langer Planetenwanderweg mit Informationstafeln zum Sonnensystem mit dessen Planeten und der Sonne selbst. Der Weg endet an einem Modell der Sonne von 39 cm Durchmesser am Informationshäuschen des Radioteleskops.

Benachbarte Einrichtungen[Bearbeiten]

Neben dem 100-Meter-Teleskop befindet sich eine Messstation des LOFAR (Low Frequency Array). Ein weiteres Radioteleskop, der Astropeiler Stockert (25 m Durchmesser), steht 12,4 km (Luftlinie) westnordwestlich des Radioteleskop Effelsberg auf dem Berg Stockert bei Bad Münstereifel-Eschweiler

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j k l Max-Planck-Institut für Radioastronomie, auf mpifr-bonn.mpg.de (abgerufen am 10. Febr. 2013)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Radioteleskop Effelsberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien