Radrennbahn Bielefeld

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Die Bielefelder Radrennbahn
Historische Schrittmachermaschine, genannt „das orange Monster“

Die Bielefelder Radrennbahn befindet sich in Bielefeld an der Heeper Straße im Osten des Stadtbezirks Mitte. Die Bahn ist 333,33 Meter lang und aus fugenlos gegossenem Spannbeton. Sie gilt aufgrund ihrer hohen Steilkurven als eine der schnellsten Betonpisten Europas und ist besonders geeignet für Steher- aber auch für Sprint-Rennen.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte [Bearbeiten]

Entworfen wurde die Radrennbahn vom Münsteraner Architekten Clemens Schürmann, der als ehemaliger Radrennfahrer auf den Bau von Radrennbahnen spezialisiert war. Der Bau der Bahn in den Heeper Fichten, einem Naherholungsgebiet, wurde vom Bielefelder Stadtrat Mitte August 1950 beschlossen. Es wurden Etatmittel von 350.000 Mark bewilligt, bis Dezember 1953 hatte sich die Summe allerdings auf rund 535.000 Mark erhöht. Zum Bau wurden 41.000 Kubikmeter Kriegsschutt und Müll sowie 19.800 Kubikmeter Muttererde aufgeschüttet.[2] Der spätere Innenraum wurde um 1,70 Meter im Niveau gesenkt, die Tribünen sollten sich sechs Meter darüber erheben. Am 29. Mai 1953 wurde Richtfest der Bahn gefeiert, die letztlich über 600.000 Mark kostete. Zum Eröffnungsrennen am 14. Juni 1953 kamen 15.000 Zuschauer; im ersten Jahr insgesamt rund 50.000 Zuschauer. Noch Anfang der 1960er Jahre besuchten jährlich 10.000 Zuschauer die Bahn, bis der Stehersport an Anziehungskraft einbüßte.

Die Radrennbahn heute [Bearbeiten]

Noch heute werden auf der inzwischen in die Jahre gekommenen Betonbahn drei bis vier Steherrennen jährlich ausgetragen; mehrfach wurden in Bielefeld auch Deutsche Meisterschaften durchgeführt. Die Tribünen sind allerdings nur noch auf der Nordseite nutzbar. Die Bahn, im Besitz der Stadt, wird vom RC Zugvogel Bielefeld betreut, dem Verein der international erfolgreichen Schrittmacher Christian und André Dippel. Genutzt wird die Bahn von den Vereinen RV Teutoburg Brackwede, RSV Gütersloh, Olympia Bünde, TSVE Bielefeld und RC Endspurt Herford. Die Bielefelder Firma Alcina verstanstaltete am 11. und 12. August 2012 in und an der Bahn erstmals die Alpecin Cycling Days mit einem Europa-Cup der Steher.[3]

In dem Oval werden zudem Spiele des American-Football-Vereins Bielefeld Bulldogs ausgetragen.[4] Außerdem fanden dort mehrmals Zündapp-Steilwandrennen und Liegeradrennen statt.

Denkmalschutz [Bearbeiten]

Ralph Schürmann schraubt das Denkmal-Schild an die von seinem Großvater erbaute Radrennbahn.

Am Tag des offenen Denkmals am 12. September 2010 wurde auf der Radrennbahn ein „Nostalgie-Tag“ durchgeführt. Die Bahn stand zu diesem Zeitpunkt noch nicht unter Denkmalschutz; Ziel der Bemühungen war es, dies zu erreichen.[1] Rund 1000 Zuschauer besuchten die Veranstaltung, bei der historische Rennräder, Schrittmachermaschinen und Rennen gezeigt wurden.[5][6][7] Im Oktober 2010 wurde bei der Stadtverwaltung der Vorschlag der AG Radrennbahn (RC Zugvogel, RV Teutoburg, RC Endspurt Herford, RSV Gütersloh und der Verein Historische Fahrräder) eingereicht, die Radrennbahn unter Denkmalschutz zu stellen. Nach rund zwei Jahren wurde das Verfahren zur Unterschutzstellung im Juli 2012 eingeleitet.[8] Im August desselben Jahres wurde die Radrennbahn Bielefeld in die Denkmalliste eingetragen.[9]

Im November 2012 wurde die Bielefelder Radrennbahn vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe zum Denkmal des Monats gekürt.[10]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. a b westfalen-blatt.de vom 10. September 2010: „Denkmal für einen Tag“  (Seite nicht mehr abrufbar; Suche im Webarchiv) [1] [2] Vorlage:Toter Link/www.westfalen-blatt.de
  2. Ausschreibungsunterlagen der Stadtverwaltung Bielefeld 1950−1954
  3. Alpecin Days 2012 abgerufen am 22. November 2012
  4. bielefeld-bulldogs.de abgerufen am 22. November 2012
  5. nw-news.de vom 10. September 2010: „Legenden im Oval“
  6. nw-news.de vom 15. September 2010: „Wettstreit der Legenden“
  7. Nostalgie-Tag Bielefeld 2010 auf historischefahrraeder.de abgerufen am 22. November 2012
  8. Auskunft des städtischen Bauamts Bielefeld
  9. Neue Westfälische vom 14. August 2012
  10. lwl.org: Denkmal des Monats November 2012 abgerufen am 22. November 2012

Literatur [Bearbeiten]

  • Michael Mertins: „Die Bielefelder Radrennbahn“, in Programm zum Historischen Steherrennen 2010 Radrennbahn Bielefeld

Weblinks [Bearbeiten]

52.0307098.580514Koordinaten: 52° 1′ 51″ N, 8° 34′ 50″ O