Rafaiter

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Die Rafaiter oder Refaim sind ein Volk der Bibel. Nach ihnen wurde das Refaim-Tal benannt.

Biblische Überlieferung[Bearbeiten]

Die Rafaiter werden im Alten Testament in einer Reihe alter kanaanitischer Völker erwähnt (Gen 14,5 EU; 15,20 EU). Jos 12,4 EU; 13,12 EU; 17,15 EU wird das Gebiet König Ogs von Baschan in der Gegend der heutigen Golanhöhen, das die Israeliten in Besitz nehmen, als der „Rest der Refaiter“ bezeichnet. 2 Sam 21,15–22 EU und 1 Chr 20,4–8 EU werden mehrere große Krieger und Feinde Israels zur Zeit Davids als „Söhne des Rafa“ bezeichnet. Auch Goliath aus Gat wird als „dem Rafa geboren“ (2 Sam 21,19–22 EU) bezeichnet, allerdings wird er in dieser Version der Erzählung nicht von David besiegt.

Die Refaiter zählen damit zu einem biblischen Typus von sagenhaften Feinden aus der Frühzeit Israels, die zum Teil körperlich überlegen und als Riesen geschildert werden. Zu diesem Typ zählen auch die Söhne Anaks (Anakiter) und die Emiter. Diese Erzählungen von Kampf und Sieg gegen die Riesenvölker Kanaans haben einen theologischen Hintergrund: Indem sich das Volk Israel bedingungslos auf die Führung Jahwes verlässt, ist es ihm möglich, das versprochene Land in Besitz zu nehmen.

Beiträge der Archäologie[Bearbeiten]

Nach statistischen Untersuchungen der israelischen Altertumsbehörde an männlichen Skeletten aus der Bronze- und Eisenzeit (3000 – 500 v. Chr.) war der durchschnittliche Mann in biblischer Zeit etwa 1,64 m groß. Immer wieder gibt es jedoch auch Funde deutlich größerer Skelette (1,85 – 2,00 m), unter anderem aus Gezer. Es gilt als durchaus wahrscheinlich, dass solche überdurchschnittlich hochgewachsenen Männer als Einzel- und Vorkämpfer in den Armeen dienten. Auch ägyptische Texte aus der Ramessidenzeit (um 1200 v. Chr.) stützen diese These.[1] Die Existenz eines ganzen Volkes von Riesen kann aus diesen Funden jedoch nicht hergeleitet oder gar bewiesen werden.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Chronolog vom 12. Dezember 2007, eingesehen am 13. Dezember 2010