Raffaele Garofalo

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Raffaele Garofalo (* 18. November 1851 in Neapel; † 18. April 1934 in Neapel) war ein italienischer Jurist und Strafrechtslehrer.

Der junge Baron schlug nach dem Abschluss des Jurastudiums die Richterlaufbahn ein und stieg darin bis zum Präsidenten des Kassationsgerichts in Neapel auf. Daneben habilitierte er sich 1891 an der Universität Neapel für Strafrecht und Strafprozessrecht. 1909 wurde er zum Mitglied des italienischen Senats ernannt.

Neben Cesare Lombroso und Enrico Ferri war Garofalo maßgeblich an der Begründung der italienischen positivistischen Strafrechtsschule des 19. Jahrhunderts, der „scuola positiva del diritto penale“, beteiligt. Durch sein Buch Criminologia machte er den Begriff „Kriminologie“ international bekannt. Das Wort „Kriminologie“ selbst wird dem französischen Anthropologen Paul Topinard zugeschrieben, der den Begriff erstmals 1879 verwendet haben soll. Garofalo stellte in seinem Buch das Konzept des „natürlichen Verbrechens“ vor. Darunter verstand er die Verletzung des durchschnittlichen Maßes an Mitleid und Redlichkeit. Da er die Disposition hierzu für angeboren und nicht erziehbar hielt, sprach er sich in seinem Buch Contro la corrente für die Todesstrafe aus.

Literatur[Bearbeiten]

  • Raffaele Garofalo: Criminologia, Torino 1885, 2. Auflage 1891; französisch La criminologie, Paris 1888, 5. Auflage 1905; englisch Criminology, London/Boston 1914.
  • Raffaele Garofalo: Contro la corrente, Napoli 1888.
  • Francis A. Allen, Raffaele Garofalo, 1852-1934, in: Hermann Mannheim (Hrsg.), Pioneers in Criminology, London 1960, S. 254-276.
  • Paolo Camponeschi: Garofalo, Raffaele, in Dizionario biografico degli Italiani 52 (1999).
  • Hans Joachim Schneider: Einführung in die Kriminologie. 3. Auflage, Berlin 1993.