Raid (Militäraktion)

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Als Raid (engl. „Überfall“, „Raubzug“) bezeichnet man in der Geschichtswissenschaft einen gewaltsamen, überfallartigen militärischen Übergriff auf das Gebiet einer anderen Nation, Region oder eines Volksstammes, um Beute zu machen (Viking-Raids) oder die politische und wirtschaftliche Situation des Gegners zu destabilisieren. Die dabei angewandten Methoden konnten bisweilen in blanken Terror übergehen, wie Plünderungen, Brandschatzungen, Misshandlungen und Verschleppung von Frauen, Kindern und arbeitsfähigen jungen Männern in die Sklaverei. Die Guerilla-Taktik wird benutzt, indem sich die Truppen unmittelbar nach dem Überfall wieder auf heimisches Gebiet (oder aufs Meer) zurückziehen.

Damit die regulären Militärkräfte des jeweiligen Aggressor-Staats nicht durch die Einbeziehung ihrer Kräfte kompromittiert werden, setzt man halboffiziell Milizionäre, Bürgerwehren oder verbündete Hilfstruppen ein, um sich eventuell davon distanzieren zu können.

Beispiele für einen Raid finden sich insbesondere in der Wikingerzeit (800-1050 n. Chr.) und in den Kolonialkriegen des 18. und 19. Jahrhunderts. Der bekannteste ist der so genannte Jameson Raid während des Burenkrieges. Raids waren auch ein beliebtes Mittel für die britischen Kräfte in Kanada, die zum Ende des 18. Jahrhunderts ihre verbündeten indianischen Truppen unter der Führung ihrer Offiziere gegen US-amerikanische Siedler im heutigen Illinois und Kentucky „agieren“ ließen. Bekannte Beispiele für Raids liefert auch der Sezessionskrieg, wo Reitergeneräle wie Jeb Stuart oder Nathan Bedford Forrest so die Infrastruktur im Hinterland des Gegners zerstörten, seine Nachschublinien beschädigten, Position aufklärten und ihn im Rücken bedrohten. Ein bekannter Raid von Benjamin Grierson (1863) wurde von John Ford in Der letzte Befehl (The Horse Soldiers) (1959) verfilmt.

In der englischen Sprache wird der Begriff air raid auch für einen Luftangriff verwendet, siehe z. B. Doolittle Raid.

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