Raiding

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Raiding
Wappen von Raiding
Raiding (Österreich)
Raiding
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Burgenland
Politischer Bezirk: Oberpullendorf
Kfz-Kennzeichen: OP
Fläche: 13,05 km²
Koordinaten: 47° 34′ N, 16° 32′ O47.56611111111116.531388888889253Koordinaten: 47° 33′ 58″ N, 16° 31′ 53″ O
Höhe: 253 m ü. A.
Einwohner: 829 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 64 Einw. pro km²
Postleitzahl: 7321
Vorwahl: 02619
Gemeindekennziffer: 1 08 19
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Franz Liszt-Platz 1
7321 Raiding
Website: www.raiding-online.at
Politik
Bürgermeister Markus Landauer (ÖVP)
Gemeinderat: (2012)
(15 Mitglieder)
8 ÖVP, 7 SPÖ
Lage der Marktgemeinde Raiding im Bezirk Oberpullendorf
Deutschkreutz Draßmarkt Frankenau-Unterpullendorf Großwarasdorf Horitschon Kaisersdorf Kobersdorf Lackenbach Lackendorf Lockenhaus Lutzmannsburg Mannersdorf an der Rabnitz Markt Sankt Martin Neckenmarkt Neutal Nikitsch Oberloisdorf Oberpullendorf Pilgersdorf Piringsdorf Raiding Ritzing (Burgenland) Steinberg-Dörfl Stoob Unterfrauenhaid Unterrabnitz-Schwendgraben Weingraben Weppersdorf BurgenlandLage der Gemeinde Raiding im Bezirk Oberpullendorf (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ortszentrum von Raiding
Ortszentrum von Raiding
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Raiding (ungarisch: Doborján, kroatisch: Rajnof) ist eine Marktgemeinde im Bezirk Oberpullendorf im Burgenland in Österreich.

Raiding ist der Geburtsort des Komponisten Franz Liszt.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Raidingbach im Mittelburgenland.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg. Später unter den Römern lag das heutige Raiding dann in der Provinz Pannonia.

1425 wurde Raiding erstmals urkundlich als Dobornya erwähnt. Der Ort gehörte, wie das gesamte Burgenland, bis 1920/21 zu Ungarn (Deutsch-Westungarn). Seit 1898 musste aufgrund der Magyarisierungspolitik der Regierung in Budapest der ungarische Ortsname Doborján verwendet werden. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde nach zähen Verhandlungen Deutsch-Westungarn in den Verträgen von St. Germain und Trianon 1919 Österreich zugesprochen.

Raiding gehört seit 1921 zum neu gegründeten Bundesland Burgenland (siehe auch Geschichte des Burgenlandes).

Mit 1. Jänner 1971 wurde Raiding im Rahmen des „Gemeindestrukturverbesserungsgesetzes“ durch einen Beschluss der Burgenländischen Landesregierung mit Lackendorf und Unterfrauenhaid zur neuen „Gemeinde Raiding-Unterfrauenhaid“ vereinigt.[1] Diese Großgemeinde wurde per Verordnung vom 6. September 1989 mit 1. Jänner 1990 wieder aufgelöst,[2] womit Raiding – wie auch Lackendorf sowie Unterfrauenhaid – wieder eine den Grenzen der Katastralgemeinde folgende selbständige Gemeinde wurde.

Die Gemeinde Raiding besitzt seit 1. August 1990 das Recht zur Führung der Bezeichnung „Marktgemeinde“.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Im Franz-Liszt-Geburtshaus ist seit 1951 ein Museum über den Künstler eingerichtet. Das Franz-Liszt-Konzerthaus wurde 2006 nach den Plänen des niederländischen Architekturbüros Atelier Kempe Thill in unmittelbarer Nähe des Geburtshauses von Franz Liszt errichtet. Der Konzertsaal fasst rund 590 Sitzplätze. Im Mittelpunkt des Programms steht die Klavier- und Kammermusik von Franz Liszt.
  • Die römisch-katholische Pfarrkirche Raiding besitzt ein Kirchenschiff aus dem Jahr 1927 und einen älteren Kirchturm.
  • Der japanische Architekt Terunobu Fujimori baute das sogenannte "Storchenhaus" in Raiding[4]. Das Gästehaus wurde im Rahmen eines kulturellen Austauschprogramms zwischen Japan und Österreich gebaut[5] und am 27. Oktober 2012 fertiggestellt[6].

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister Markus Landauer

Bürgermeister ist Markus Landauer von der ÖVP. Die Mandatsverteilung (15 Sitze) in der Gemeindevertretung setzt sich aus 7 Mandatare der SPÖ und 8 der ÖVP zusammen.

Wappen[Bearbeiten]

Raiding.jpg

Blasonierung: In dem von Silber und Blau gespaltenen Schild vorne ein blauer Weinstock mit zwei Trauben und einem Blatt, hinten ein nach rechts gewendetes steigendes silbernes Einhorn

Das Wappen wurde am 18. Juli 1990 verliehen. Das Einhorn ist dem Familienwappen der adeligen Familie Illéssy entnommen, deren Edelhof zum Geburtshaus von Franz Liszt wurde. Der Weinstock verweist auf den Weinbau in der Gemeinde.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das Liszt Festival Raiding findet alljährlich zu vier Terminen, den vier Jahreszeiten angepasst, jeweils an 3 bis 4 Tagen statt. Es gibt jedes Jahr verschiedene Konzerte zu bestimmten Themen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Weinbau wird im Haupt- und Nebenerwerb betrieben. Daneben gibt es Unternehmen des Metallbaus und der Sodawassererzeugung. Rading ist seit 1908 mit der Halte- und Ladestelle Raiding-Lackendorf an die Burgenlandbahn angeschlossen. Der Personenverkehr wurde 2001 eingestellt. Unter der Woche verkehren Buslinien, am Wochenende ist die Gemeinde praktisch nicht mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Franz-Liszt-Geburtshaus

Söhne und Töchter

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bgld LGBl 1970/44 § 3 Z 15. In: Landesgesetzblatt für das Burgenland, Jahrgang 1970, S. 170. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/lgb.
  2. Bgld LGBl 1989/50. In: Landesgesetzblatt für das Burgenland, Jahrgang 1989, S. 262. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/lgb.
  3. Bgld LGBl 1990/46. In: Landesgesetzblatt für das Burgenland, Jahrgang 1990, S. 77. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/lgb.
  4. "Storchenhaus" in Raiding öffnet, Artikel in der Wiener Zeitung vom 23. Oktober 2012.
  5. Die Raiding Foundation ist ein gemeinnütziger Verein
  6. Bericht des ORF auf Youtube über die Eröffnung des Storchenhauses

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Raiding – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien