Raiffeisen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Raiffeisenverband)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Raiffeisen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Altes Logo der Raiffeisenbanken

Raiffeisen ist der Marken- bzw. Namensteil von mehr als 330.000 Unternehmen, die sich weltweit mit landwirtschaftsnahen Produkten im vor- und nachgelagerten Bereich sowie mit allgemeinen Finanzdienstleistungen befassen. Sehr bekannt ist das sogenannte Giebelkreuz (2 gekreuzte Pferdeköpfe) als Markenzeichen.

Geschichte[Bearbeiten]

Mit der Gründung des Flammersfelder Hülfsvereins zur Unterstützung unbemittelter Landwirte (1848), des Heddesdorfer Darlehnskassenvereins (1864) und der Rheinischen Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank (1872) schuf der Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818–1888) Modelle zur Unterstützung unbemittelter Landwirte und für landwirtschaftliche Einkaufsgenossenschaften zum günstigen Einkauf von Produktionsgütern wie beispielsweise Saatgut und Düngemittel. Sowohl der „Grüne Kredit“, der vorsah, Saatgut und Dünger mit der späteren Ernte zu bezahlen, als auch die gemeinsame Erntevermarktung und die örtlich verwalteten Spar- und Darlehenskassen wurden in vielen Dörfern Deutschlands entsprechend seinen Vorschlägen eingeführt. Mindestens sieben Bauern waren erforderlich, um dörfliche Genossenschaften zum Einkauf oder Vertrieb zu gründen. Um wirkungsvoll verhandeln zu können und dadurch preisgünstig Saatgut und Dünger einzukaufen, sah die Genossenschaftssatzung zunächst eine unbeschränkte Haftung mit dem gesamten Vermögen der Mitglieder vor. Nach der ersten Erfolgsphase wurden die Garantien auf die Vermögen der Vorstandsmitglieder und nach Ansparung von Genossenschaftsvermögen auf dieses gemeinsame Vermögen beschränkt. Der Leitspruch: „Einer für alle, alle für einen“ wurde für die landwirtschaftlichen Genossenschaften die Basis des Handels, ebenso wie der Name des Erfinders „Raiffeisen“ Namensbestandteil und Marke wurde.

Aus den im gleichen Zeitraum von Hermann Schulze-Delitzsch (1808–1883) gegründeten Spar- und Konsumvereinen auf Genossenschaftsbasis haben sich die Volksbanken entwickelt, die sich ab Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland mit den Raiffeisenbanken zusammenschlossen.

Raiffeisenorganisation[Bearbeiten]

Die Raiffeisenorganisation verfügt über mehrere Geschäftsbereiche.

Raiffeisenbanken[Bearbeiten]

Raiffeisenbanken sind Genossenschaftsbanken, die in Deutschland oft auch als "Volksbanken Raiffeisenbanken" firmieren.

Raiffeisengenossenschaften[Bearbeiten]

Die Raiffeisenhauptgenossenschaften sind der Zusammenschluss von regionalen Warengenossenschaften.

Raiffeisenverbände[Bearbeiten]

Raiffeisenverbände kontrollieren und vertreten genossenschaftliche und andere Organisationen.

Raiffeisen Immobilienmakler[Bearbeiten]

Raiffeisen Immobilienmakler:

  • Österreich: Der Österreichische Markt wird derzeit (2013) von zwölf Raiffeisen Immobilienmaklern abgedeckt:
    • Raiffeisen Immobilien Vermittlung, Wien[2]
    • Immobilienbank, Klagenfurt[3]
    • Raiffeisen Realitäten, Kärnten[4]
    • Real-Treuhand, Linz[5]
    • Raiffeisen Realitäten, Salzburg[6]
    • Raiffeisen Immobilien, Steiermark[7]
    • Raiffeisen Bau, Tirol[8]
    • Raiffeisen Immobilien Treuhand, Kitzbüheler Alpen - Tirol[9]
    • Raiffeisenbank, Wipptal - Tirol[10]
    • Raiffeisen Immobilien Service, Breitenbach - Tirol[11]
    • Raiffeisenbank, Reutte - Tirol[12]
    • Raiffeisen Immobilien, Vorarlberg[13]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Walter Arnold / Fritz H. Lamparter: Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Einer für alle – Alle für einen. Hänssler, Neuhausen-Stuttgart 1985, ISBN 3-7751-1069-0.
  • Franz Braumann: Ein Mann bezwingt die Not. 1. Auflage. Verlag der Raiffeisendruckerei, Neuwied am Rhein 1959.
  • Erwin Katzwinkel: Friedrich Wilhelm Raiffeisen. In: Lebensbilder aus dem Kreis Altenkirchen. Altenkirchen 1979, S. 64–66.
  • Michael Klein: Bankier der Barmherzigkeit: Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Das Leben des Genossenschaftsgründers in Texten und Bildern. Neukirchen-Vluyn 2002.
  • Michael Klein: Leben, Werk und Nachwirkung des Genossenschaftsgründers Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818–1888), dargestellt im Zusammenhang mit dem deutschen sozialen Protestantismus. Bonn 1999.
  • Manfred G. Raupp: Was der Großvater schon wusste – Gedanken zur Entwicklung der Landwirtschaft in Staffort. Eigenverlag, Lörrach und Stutensee-Staffort, 2005.
  • Lutz Holzinger, Clemens Staudinger: Schwarzbuch Raiffeisen. Mandelbaum-Verlag, Wien 2013, ISBN 978-3-85476-622-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Raiffeisen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eigendarstellung auf www.raiffeisen.at, abgerufen am 31. Juli 2013 und Eigendarstellung auf www.rzb.at, abgerufen am 31. Juli 2013.
  2. Raiffeisen Immobilien Vermittlung, Wien
  3. Immobilienbank, Klagenfurt
  4. Raiffeisen Realitäten, Kärnten
  5. Real-Treuhand, Linz
  6. Raiffeisen Realitäten, Salzburg
  7. Raiffeisen Immobilien, Steiermark
  8. Raiffeisen Bau, Tirol
  9. Raiffeisen Immobilien Treuhand, Kitzbüheler Alpen - Tirol
  10. Raiffeisenbank, Wipptal - Tirol
  11. Raiffeisen Immobilien Service, Breitenbach - Tirol
  12. Raiffeisenbank, Reutte - Tirol
  13. Raiffeisen Immobilien, Vorarlberg