Railroad Development Corporation

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Railroad Development Corporation (RDC) ist ein US-amerikanisches Unternehmen zum Betrieb von Eisenbahnen weltweit. Sitz des Unternehmens ist Pittsburgh. Zu den Geschäftsfeldern gehört auch die Unterstützung bei der Privatisierung staatlicher Bahngesellschaften, indem das Unternehmen als Investor auftritt und später den Betrieb sicherstellt.

Die Gesellschaft entstand 1990, um die angeschlagene Pittsburgh and Lake Erie Railroad zu retten. Zu diesem Zweck übernahm sie diese Gesellschaft. Der Rettungsversuch wurde jedoch vom Management der P&LE zunichte gemacht und die RDC stand als Eisenbahngesellschaft ohne Eisenbahn da. 1991 suchten Versender in Iowa einen neuen Betreiber für die Iowa Interstate Railroad. Die RDC stieg ein und hat mittlerweile ihren anfänglichen 20-%-Anteil auf 100 % aufgestockt.

Als in den 1990er Jahren viele Staaten in Zentral- und Mittelamerika begannen, ihre Eisenbahnen zu privatisieren, stieg die Gesellschaft in diesen Geschäftsbereich ein und betrieb 2006 acht Eisenbahnen in Amerika, Afrika und Europa. Im Jahr 2014 waren es noch fünf Unternehmen, die ein Streckennetz von über 2.100 Kilometer bedienten.[1]

2006 erregte die Gesellschaft in den Vereinigten Staaten Aufsehen, als sie zwei chinesische Dampflokomotiven der Klasse QJ importierte. Die Loks sollten zukünftig vor Touristenzügen eingesetzt werden.

Beteiligungen[Bearbeiten]

Die Railroad Development Corporation betreibt beziehungsweise betrieb folgende Eisenbahngesellschaften:[1]

Amerika[Bearbeiten]

Kolumbien[Bearbeiten]

Ferrocarril del Pacífico (FDP)
Nördlich von Cali wird von Palmira nach Buenaventura am Pazifik seit 2012 eine fast 200 Kilometer lange Schmalspurstrecke zusammen mit einer kolumbianisch-israelischen Investorengruppe betrieben. Langfristig ist eine Umstellung auf Normalspur und eine Ausweitung des Netzes um weitere 300 Kilometer geplant.[2]

Peru[Bearbeiten]

Ferrocarril Central Andino (FCCA)
Zusammen mit peruanischen Investoren betreibt die RDC diese 591 km lange Eisenbahnstrecke in Peru, die Huancayo und Cerro de Pasco mit Lima und dem Pazifikhafen Callao verbindet.

USA[Bearbeiten]

Iowa Interstate Railroad (IAIS)
Die Iowa Interstate Railroad ist eine regionale Eisenbahngesellschaft in Iowa in den Vereinigten Staaten. Sie betreibt eine rund 1000 km lange Strecke der vormaligen Rock Island zwischen Chicago und Omaha.

Europa[Bearbeiten]

Deutschland[Bearbeiten]

Hamburg-Köln-Express GmbH (HKX)
Die Gesellschaft wurde 2009 gemeinsam mit locomore rail gegründet und betreibt seither als einer der wenigen Konkurrenten der Deutschen Bahn Schienenpersonenfernverkehr in der Relation Hamburg–Köln.[3]
Sylt-Shuttle (geplant)
Die deutsche Tochtergesellschaft von RDC hat sich 2014 für einen zehnjährigen Rahmenvertrag bei DB Netz beworben, um ab Dezember 2015 den lukrativen Autoreisezugverkehr zwischen Niebüll und Westerland zu betreiben.[4]

Frankreich[Bearbeiten]

RégioRail
RégioRail ist ein zusammen mit dem belgischen Logistikunternehmen Eurorail International 2012 gegründetes Eisenbahnverkehrsunternehmen im Güterverkehr, das ausgehend von Frankreich in den europäischen Markt expandieren soll.[5]

Ehemalige Beteiligungen[Bearbeiten]

Afrika[Bearbeiten]

Malawi[Bearbeiten]

Central East African Railways
Unter den Namen Central East African Railways betrieb die RDC die früher staatlichen Eisenbahnen von Malawi Railways und Caminhos de Ferro de Moçambique Nord. Das Netz umfasst rund 1700 Kilometer (797 Kilometer in Malawi, 918 Kilometer in Mosambik). Die Beteiligung wurde zum 12. September 2008 an die Investorengruppe Insitec verkauft.

Amerika[Bearbeiten]

Argentinien[Bearbeiten]

ALL Central
ALL Central war ein zusammen mit der América Latina Logística zwischen 1993 und 2013 betriebenes 5690 Kilometer großes Breitspur-Streckennetz in Argentinien zwischen Buenos Aires und Mendoza.
ALL Mesopotámica
ALL Mesopotámica war ein ebenfalls zusammen mit der América Latina Logística ein zwischen 1993 und 2013 betriebenes 2740 Kilometer großes Normalspurstreckennetz in Argentinien nördlich von Buenos Aires, im Gebiet zwischen den Flüssen Paraná und Uruguay.

Guatemala[Bearbeiten]

Ferrovías Guatemala
Die RDC war Mitinhaber der Konzessionskonsortiums zum Betrieb der 322 Kilometer langen Schmalspurbahn, die Guatemala-Stadt mit dem Atlantik verbindet, sowie der bisher stillgelegten Strecken nach Mexiko und El Salvador. Der Betrieb auf der Strecke wurde zum 1. Oktober 2007 eingestellt, nachdem die Regierung die Konzessionsvereinbarung für schädlich ansah. Im Juli 2012 entschied ein guatemaltekisches Gericht, dass RDC eine Entschädigung zusteht, wenn im Gegenzug auf die Beteiligung verzichtet wird.[6]

Europa[Bearbeiten]

Estland[Bearbeiten]

Eesti Raudtee
Die RDC gehörte zum Konsortium, das die estnische Frachtgesellschaft seit der Privatisierung betrieb. Im Januar 2007 erfolgte der Verkauf der Beteiligung.

Verweise[Bearbeiten]

  1. a b Company Overview. Railroad Development Corporation, 2014, abgerufen am 20. Dezember 2014 (englisch).
  2. Colombia: Ferrocarril del Pacífico. Railroad Development Corporation, 2013, abgerufen am 20. Dezember 2014 (englisch).
  3. Pressemeldung bei newstix.de vom 1. November 2009
  4. Kerstin Schwenn: Konkurrenz für Deutsche Bahn. Amerikanische Privatbahn will Sylt-Autozug betreiben. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. Oktober 2014, abgerufen am 20. Dezember 2014.
  5. France: RegioRail. Railroad Development Corporation, 5. April 2014, abgerufen am 23. Mai 2014 (englisch).
  6. Railway Gazette International: 6. Juli 2012: RDC wins case in Guatemala railway dispute

Weblinks[Bearbeiten]