Raimondo D’Aronco

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Raimondo D’Aronco (1900)

Raimondo Tommaso D’Aronco (* 31. August 1857 in Gemona del Friuli; † 3. Mai 1932 in Sanremo) war ein italienischer Architekt des Jugendstils. Er diente dem Sultan des Osmanischen Reiches Abdülhamid II. als Chefarchitekt und gilt als Erneuerer Istanbuls.

Leben[Bearbeiten]

D'Aronco wurde als Sohn eines Bauingenieurs geboren. Er besuchte im Alter von vierzehn Jahren das Joanneum in Graz. Zurück in Italien wandte er sich auf Anraten seiner Lehrer der Architektur zu. Er diente sodann als Freiwilliger im Ingenieurkorps des italienischen Heeres in Turin. Nach dem Militärdienst studierte er nach der Philosophie von Camillo Boito an der renommierten Kunsthochschule Accademia di belle arti di Venezia. Er nahm an Wettbewerben in Rom, Venedig und Palermo teil, die zum Teil durch den italienischen König Viktor Emanuel II. ausgeschrieben wurden.

1893 wurde er als Architekt für ein Projekt nach Konstantinopel eingeladen. Der Ausstellungspavillon wurde allerdings wegen des Erdbebens 1894 nicht realisiert. Der damalige Sultan Abdülhamid II. setzte ihn stattdessen von 1896 bis 1908 als Chefarchitekten ein.[1] Er war der erste Architekt, der im Stil des Jugendstils in Istanbul baute.

Zu seinen verwirklichten Bauvorhaben gehörten u.a. die Yıldız-Porzellanfabrik (1892–1894), die Erweiterung des Yıldız-Palast (1893–1907), das Botter Apartment (1900), die Kaiserliche Medizinschule (1900–1903) und die Türbe für Şeyh Zafir (1905–1906) sowie mehrere Sommerresidenzen. Darüber hinaus entwarf er das Ausstellungsgebäude für die Prima Esposizione Internazionale d’Arte Decorativa Moderna (1902) in Turin und nahm verschiedene Projekte in Cividale del Friuli und Udine in Italien an.

In der XXII. Legislaturperiode gehörte er als Vertreter des Wahlkreises Gemona der italienischen Abgeordnetenkammer an, in der er sich der Rechten anschloß, sich aber kaum an der parlamentarischen Arbeit beteiligte.[2]

1955 verfasste als erster Manfredi Nicoletti eine Biographie über D’Aronco.

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfredi Nicoletti: Raimondo d’Aronco. Il Balcone, Mailand 1955.
  • Atti del Congresso Internazionale di Studi su "Raimondo D’Aronco e il suo Tempo". Istituto per l’Enciclopedia del Friuli, Udine 1982.
  • James Stevens Curl: A Dictionary of Architecture and Landscape Architecture. Oxford University Press, Oxford u.a. 2006, ISBN 978-0-19-860678-9, S. 42.
  • Giuseppe Miano: D'Aronco, Raimondo Tommaso. In: Massimiliano Pavan (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 32 (Dall'Anconata–Da Ronco), Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1986 (italienisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Raimondo Tommaso D'Aronco – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zeynep Çelik: The Remaking of Istanbul. Portrait of an Ottoman City in the Nineteenth Century. University of California Press, Berkeley u.a. 1986, ISBN 0-520-08239-7, S. 146.
  2. Eintrag im Portale storico der Camera dei deputati