Rainbow Gathering

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Das Rainbow World Gathering 2004 im südlichen Costa Rica

Ein Rainbow Gathering (engl. „Regenbogen-Zusammenkunft“) ist ein Treffen der Rainbow Family („Regenbogen-Familie“). Rainbowtreffen finden meist unter freiem Himmel in abgeschiedener Umgebung statt. Offizielle Veranstalter gibt es keine, sondern lediglich so genannte Focalizer, die Informationen zu Ort und Vorbereitung der Zusammenkunft verbreiten. Aufgrund der Abwesenheit jedweder Hierarchie sind diese Treffen ein Beispiel für Selbstorganisation und Anarchie. In den USA kam es schon zu Konflikten mit lokalen Behörden, da diese bei größeren Versammlungen einen „Anführer“ als unumgänglich erachten.

Teilnehmer[Bearbeiten]

Die Teilnehmer bezeichnen sich selbst als Rainbows und ihre Gemeinschaft als Rainbow Family. Sie sind unterschiedlicher nationaler und sozialer Herkunft und gehören vielfach diversen Subkulturen wie, Ökos, Friedens- und Umweltaktivisten, Selbstversorgern, Travellern, Aussteigern und Esoterikern an. Genau so finden sich hier auch Lehrer, Ärzte, Handwerker, Künstler, Mütter mit Kindern und Studenten. Bei größeren Treffen finden sich regelmäßig auch Menschen aus der jeweiligen Umgebung ein, die mit ihrer Präsenz maßgeblich die Stimmung und Kultur der Zusammenkunft prägen.

Ideologie und Regeln[Bearbeiten]

Die Rainbow Family bezieht sich auf soziale Wertvorstellungen wie Kollektivität, Pazifismus, Spiritualität, Basisdemokratie und Umweltschutz. [1]

Auf einem Rainbow-Gathering werden anfallende Entscheidungen nach dem Konsensprinzip getroffen und ein Minimum an Regeln bestimmt das Zusammenleben für mehrere Wochen: Gewaltfreiheit, keine Alkoholika, keine Drogen, kein Handel mit Geld und keine elektrischen Geräte.

Die letzte Regel verrät eine gewisse Technikfeindlichkeit vieler Rainbows, die nicht selten auch den Rest des Jahres in Bauwagen-Siedlungen und Kommunen leben oder als fahrendes Volk unterwegs sind. Zentrales Element eines Gatherings ist der Kreis. Im Zentrum des Lagers aus Zelten und Tipis befindet sich eine Freifläche um eine große Feuerstelle, wo die Teilnehmenden zweimal täglich zum gemeinsamen Essen (Food Circle) und für andere Aktivitäten zusammenkommen.

Geld für das gemeinsame Essen wird in einer täglichen Kollekte im Kreis mit dem Magic Hat eingesammelt. Eine wechselnde Gruppe Teilnehmer kümmert sich um den Einkauf und die Zubereitung von Lebensmitteln. Diese sind vegan und werden nach Möglichkeit bei umliegenden Bauern eingekauft. Für die Kinder auf dem Treffen gibt es eine eigene Küche, wo unter Verwendung von Milchprodukten mehrmals täglich gekocht wird.

Ablauf und Organisation[Bearbeiten]

Viele Teilnehmer eines Gatherings bieten kostenlose Workshops an, die von Lehrgängen in Didgeridoo und afrikanischem Trommeltanz über Shiatsu, Reiki und Tai-Chi bis hin zum Bau von Windgeneratoren und gewaltfreier Konfliktschlichtung reichen.

Die europäischen Haupttreffen finden zumeist um den zweiten Vollmond nach dem 21. Juni (der Sommersonnenwende) in wechselnden Ländern statt. Die Entscheidung für den Ort des jeweils nächsten Gatherings fällt im so genannten Vision Council, einem Redekreis, wo oft tagelang miteinander gesprochen wird, bis schließlich nach dem Konsensprinzip ein Land für das nächste Gathering ausgewählt wird. Im Frühjahr beginnt das Scouting mit der Suche nach dem richtigen Platz, wo dann oft schon sechs Wochen vor dem Rainbowvollmond das Seed Camp, die Keimzelle des Gatherings, von einem Dutzend engagierter Menschen aufgebaut wird.

Rainbow Gathering 2004 in den Rhodopen

Symbolik[Bearbeiten]

Der Regenbogen steht symbolisch für die verschiedenen Strömungen, Farben und Stämme der menschlichen Kultur [1]. Der Ursprungsmythos der Rainbows geht angeblich auf eine Legende des Hopi-Stammes zurück, die besagt, dass sich ein neuer Stamm aus Menschen aller Erdteile zusammenfinden wird, deren Farben so verschieden sind wie die des Regenbogens. Nach einer Epoche der Ausbeutung und des Krieges wird es dieser Stamm sein, so die Legende, der Mensch und Natur wieder versöhnt und die Erde heilt.

Geschichte[Bearbeiten]

Foodcircle im Seed-Camp des Rainbow-Gatherings im Jahr 2000 in Rumänien

Das erste Rainbow Gathering wurde erstmals nach dem Vortex II Festival 1972 in den USA organisiert und wird seither in wechselnden Bundesstaaten und stets am 4. Juli, dem US-amerikanischen Nationalfeiertag, zelebriert. Diese jährlichen Treffen können recht groß sein und ziehen bis zu 40.000 Menschen an. Die in Europa jährlich stattfindenden großen Gatherings haben 1983 in einem Hochtal der Schweiz ihren Anfang genommen. Im Vergleich zu den US-Gatherings sind sie mit durchschnittlich 1.500 Teilnehmern um das Vollmondfest relativ überschaubar; in Ungarn waren es während der totalen Sonnenfinsternis 1999 schätzungsweise 4.000 Menschen. Oftmals finden sich auf den Treffen Gruppen von Menschen zusammen, die auch in der Zeit zwischen den großen Treffen kleinere lokale Rainbow-Gatherings organisieren.

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b http://kurskontakte.de – Rainbow Family – Lebendiger Nachhall der Hippie Bewegung

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rainbow gathering – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Ryan, Ramor (2006). Clandestines: The Pirate Journals of an Irish Exile. San Francisco: AK Press. ISBN 1-904859-55-0
  • Niman, Michael I. (1997). People of the Rainbow: A Nomadic Utopia. The University of Tennessee Press. ISBN 0-87049-988-2.
  • O'Donnell, Andre und Sarah O'Donnel (2002). The Flow Chronicles. Microcosm Publishing. ISBN 0-9726967-0-9
  • Widlok, Thomas und Wolde Gossa Tadesse (2005). Property and Equality: Ritualization, Sharing, Egalitarianism. Berghahn Books.
  • Possamai, Adam (2005) In Search of New Age Spiritualities. Ashgate Publishing. ISBN 0-7546-5213-0
  • Sentelle, David B. (2002). Judge Dave and the Rainbow People. Green Bag Press, Washington D.C., 200-204. ISBN 0-9677568-3-9.