Rainer Brüninghaus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rainer Brüninghaus, Jazzpianist

Rainer Brüninghaus (* 21. November 1949 in Bad Pyrmont) ist ein deutscher Jazzpianist und Komponist.

Leben und Werdegang[Bearbeiten]

Brüninghaus wurde seit dem neunten Lebensjahr klassisch ausgebildet und gründete mit sechzehn Jahren sein erstes Jazz-Trio. Von 1968 bis 1972 studierte er an der Universität zu Köln Soziologie, 1971 bis 1975 Musik. Während der Studienzeit gründete er die experimentelle Jazzrock-Gruppe Eiliff, mit der er zwei LPs und eine Single aufnahm.

Von 1973 bis 1975 war er festes Mitglied in Volker Kriegels Jazzrock-Gruppe Spectrum und anfangs noch an dessen Mild Maniac Orchestra beteiligt. Ab 1973 war er außerdem (bis 1985) gelegentlich Gast beim hr-Jazzensemble und dem Tanz- und Unterhaltungsorchester des Hessischen Rundfunks. 1975 begann eine siebenjährige Zusammenarbeit mit Eberhard Weber in dessen Gruppe Colours, zu der auch Charlie Mariano gehörte. 1976 gab er ein erstes Solokonzert bei den Heidelberger Jazztagen. Heinz Sauer holte ihn 1978 als Pianisten für sein Zusammentreffen mit den Saxophonisten George Adams und Archie Shepp auf dem Frankfurter Jazzfestival. Ab 1979 spielte er auch mit Manfred Schoof im Duo und in dessen Quintett. In den 1980er Jahren verwirklichte er auch eigene Projekte, u.a. Freigeweht mit Kenny Wheeler und Jon Christensen (ECM) und gründete 1981 ein eigenes Trio, in dem bis Ende 1984 Markus Stockhausen und Fredy Studer spielten; 1985 holte er dann John Abercrombie und Trilok Gurtu in die Band. Außerdem gehörten Charlie Mariano, Hugo Read und Jo Thönes jeweils für kurze Zeit dazu. 1988 begann dann die bis heute andauernde Zusammenarbeit mit Jan Garbarek. Auch arbeitete er mit Acoustic Alchemy, der WDR Big Band Köln und mit Musikern wie Bob Brookmeyer, Gary Burton, Bobby McFerrin, Jim Hall, Karin Krog, Lauren Newton, Paul McCandless und Reto Weber.

Brüninghaus unterrichtete von 1984 bis 1992 als Dozent für Klavier an der Hochschule für Musik Köln. Aus seiner didaktischen Tätigkeit gingen auch musiktheoretische Artikel für verschiedene Musikzeitschriften hervor. Neben seinen vielen Kompositionen für große und kleine Ensembles schrieb Brüninghaus auch Musiken zu teils preisgekrönten Filmen und Fernsehserien. Brüninghaus ist außerdem im Künstlerischen Beirat der Union Deutscher Jazzmusiker. Heute lebt er in Rösrath im Bergischen Land.

Kritikerstimmen[Bearbeiten]

Der vor allem im Fusionbereich bekannt gewordene Musiker „bevorzugt weiche Akkordschichtungen und weit geschwungene melodische Bögen, ohne dabei den rhythmischen Fluss zu vernachlässigen“.[1] „Im Jazz ist Brüninghaus der phantasievollste Vertreter der Minimal Art“[2] und verbindet in seinen Improvisationen und Kompositionen repetitive minimalistische Muster „mit einer an Bill Evans erinnernden Jazzphrasierung“.[3]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Brüninghaus wurde 1983 mit dem Jazzpreis des Südwestfunks ausgezeichnet und erhielt den Preis der Deutschen Schallplattenkritik für seine ECM-Einspielung „Continuum“.

Lexigraphische Einträge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martin Kunzler
  2. Ulrich Olshausen
  3. Reclams Jazzlexikon