Rakovník

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Rakovník
Wappen von Rakovník
Rakovník (Tschechien)
Paris plan pointer b jms.svg
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Středočeský kraj
Bezirk: Rakovník
Fläche: 1850,1385[1] ha
Geographische Lage: 50° 6′ N, 13° 44′ O50.10361111111113.733333333333322Koordinaten: 50° 6′ 13″ N, 13° 44′ 0″ O
Höhe: 322 m n.m.
Einwohner: 16.289 (1. Jan. 2014) [2]
Postleitzahl: 269 01 - 269 02
Kfz-Kennzeichen: S
Verkehr
Bahnanschluss: 120 Praha–Rakovník
126 Most–Rakovník
161 Rakovník–Bečov n. T.
162 Rakonitz–Mlatz
174 Rakovník–Beroun
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 2
Verwaltung
Bürgermeister: Zdeněk Nejdl (Stand: 2013)
Adresse: Husovo náměstí 27
269 01 Rakovník I
Gemeindenummer: 541656
Website: www.mesto-rakovnik.cz
Lageplan
Lage von Rakovník im Bezirk Rakovník
Karte
Stadtzentrum von Rakovnik

Rakovník (deutsch Rakonitz, älter auch Rakonick[3]) ist eine Bezirksstadt in Tschechien in der Mittelböhmischen Region. In der etwa 50 km nordwestlich von Prag liegenden Stadt leben ca. 17.000 Einwohner.

Rakovník verfügt über größere Gewerbebetriebe, in denen überwiegend Keramik, Kosmetik und landwirtschaftliche Motoren hergestellt werden. Da die Stadt in einem Hopfenanbaugebiet liegt, verfügt sie über eine große Brauerei. Bei Rakovník befindet sich das Eisenbahnmuseum Lužná u Rakovníka der Tschechischen Bahn.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Handelssiedlung wurde erstmals im Jahre 1257 urkundlich erwähnt. 1286 wurden der Siedlung Stadtrechte erteilt. In den Anfängen hatte die Stadt eine enge Bindung zur nahe gelegenen königlichen Burg Starý Hrádek und nach deren Untergang zur Burg Křivoklát. Im 16. Jahrhundert Entwickelt sich Rakovník zu einem bedeutenden Zentrum der Region. Wichtiger wirtschaftlicher Bereich war der Hopfenanbau und Bierbrauerei. 1588 wurde Rakovník durch Kaiser Rudolf II. zur königlichen Stadt behoben. Der Dreißigjährige Krieg brachte der Stadt schwere und lang andauernde wirtschaftliche Folgen. Die einstige Bedeutung der Stadt sank wesentlich ab und die führende Rolle in der Region übernahmen andere, zuvor weniger bedeutende, Orte. 1788 wurde die Kreisverwaltung nach Slaný verlegt. Aus der Krise erwachte die Stadt erst am Ende des 19. Jahrhunderts. Seit 1865 ist Rakovník Bezirksstadt. 1871 wurde die Stadt durch die Bahnstrecke Lužná u Rakovníka–Rakovník an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Am Ende des Jahrhunderts waren hier mehrere Industriebereiche ansässig (Waschmittelproduktion, Keramik, Maschinenbau). Im Jahre 1930 hatte Rakovník 11.700 Einwohner.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Rakovník gehört heute zu den wirtschaftlich bedeutenden Städten in Mittelböhmen mit Betrieben für Waschmittel- und Kosmetikaproduktion, Maschinenbau, Autozubehör und Keramikfliesen. Dazu gehören u.a.:

  • das Waschmittel- und Konsumgüterwerk Rakona (seit 1875), das heute einer der größten Standorte von Procter & Gamble in Europa ist
  • der Keramikfliesenhersteller Rako (seit 1883), heute Teil der Lasselsberger Gruppe
  • die Maschinenbaufirmen TOS und PQS

Partnerstädte[Bearbeiten]

Rakovník unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Rakovník besteht aus den Ortsteilen Rakovník I und Rakovník II.[4] Grundsiedlungseinheiten sind Bulovna, Čermákovy sady, Hornické sídliště-U Jirkova, K Olešné, K Pavlíkovu, Karlovarské předměstí, Na Spravedlnosti, Nádraží, Rakovník-střed, U Černého potoka, U Čistého potoka, U Lišanského potoka, U nemocnice, U Rakovnického potoka, Vinohrady, Za koupalištěm, Za Rakovnickým potokem und Zátiší.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Nikolaus von Rakonitz (um 1350–1390), Rektor der Prager Karlsuniversität
  • David Crinitus z Hlavačova (1531–1586), tschechischer Schriftsteller, Dichter und Ratsschreiber in Rakovník
  • Theodor Bradsky (1833–1881), böhmischer Komponist
  • Matyáš Lerch (1860–1922), tschechischer Mathematiker; studierte in Rakovník
  • Miloslav Ransdorf (* 1953), tschechischer kommunistischer Politiker und Abgeordneter des Europaparlaments
  • Václav Luks (* 1970), tschechischer Cembalist, Hornist, Dirigent, Musikwissenschaftler und Pädagoge

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rakovník – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/541656/Rakovnik
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  3. http://gauss.suub.uni-bremen.de/suub/hist/index.jsp?id=V.2.a.235-137a
  4. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/541656/Obec-Rakovnik
  5. http://www.uir.cz/zsj-obec/541656/Obec-Rakovnik