Ralf Hütter

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Ralf Hütter bei einem Konzert in Zürich, 1976.
Ralf Hütter bei einem Konzert in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, 2013

Ralf Hütter (* 20. August 1946 in Krefeld) ist ein deutscher Musiker.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Zusammen mit Florian Schneider gründete Hütter 1968 zuerst eine Organisation zur Verwirklichung gemeinsamer musikalischer Konzepte, deren Testaufnahmen später in Großbritannien unter dem Gruppennamen Organisation als Schallplatte veröffentlicht wurden. Aus dieser Formation ging die Musikgruppe Kraftwerk hervor. Zu Beginn seiner musikalischen Karriere war Hütter auch Mitglied der Bands Phantoms, Rambo Zambo Bluesband und Bluesology.

Hütter studierte an der Akademie Remscheid. Bei Kraftwerk spielte er zuerst Orgel und Percussionsinstrumente, später die Tasteninstrumente und alle Arten elektronischer Klangerzeuger. Die Gruppe entwickelte sich zu einer der einflussreichsten und bekanntesten deutschen Musikformationen und gelangte zu Weltruhm. Später wurde auf Schallplattencovern sein Nachname zwecks besserer internationaler Vermarktung in „Hutter“ abgeändert.

Ihm ist die konsequent deutsch-bezogene Ausrichtung des internationalen Ansehens der Gruppe Kraftwerk zuzuschreiben, die 1970 mit einer „akustischen Darstellung des Ruhrgebietes“ (Hütter) begann und sich über die Jahre in den Worten Hütters so darstellte: „Nach dem Krieg war die deutsche Unterhaltungsindustrie zerstört. Die Menschen in Deutschland waren ihrer Kultur beraubt worden und bekamen einen amerikanischen Kopf aufgesetzt. Ich denke, dass wir die erste Generation nach dem Kriege sind, die ihn abgeschüttelt haben und wissen, hier ist die amerikanische Musik und da ist unsere eigene. Wir können nicht verleugnen, dass wir aus Deutschland kommen.“

Im Gegensatz zu seinem eher verschlossenen und zurückhaltenden ehemaligen Bandkollegen Florian Schneider führte Ralf Hütter zu ihrer gemeinsamen Zeit fast ausschließlich die Interviews mit der Presse und hat hierdurch viel zum Musikroboter-Image der Gruppe beigetragen. Interviews gibt Hütter jedoch nur an ausgesuchte Adressaten, etwa 2012 der New York Times, als von der Urbesetzung nur noch er übrig geblieben war:

„Besitz interessiert uns weniger, als teilzunehmen. Wir senden [Signale] aus. Manche dieser Ideen sind Radiowellen. Wir sind die Antenne, die die Information auffängt, der Transmitter, der die Information hin und her überträgt. Es ist wie Feedback-Energie. Ansonsten würde ich ja nur meine Musik zuhause spielen und schlafen gehen.“[1]

Bei fast allen Studio-Aufnahmen und auf der Bühne ist Ralf Hütter für den (menschlichen) Gesangspart zuständig.

Ralf Hütter ist engagierter Radsportler.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ralf Hütter: Kraftwerk 3-D. Klingklang Konsum Produkt GmbH, Düsseldorf 2011, ISBN 978-3-00-035796-1. (Bildband zur gleichnamigen Videoinstallation im Kunstbau in München)
  • Rüdiger Esch: "Electri_City. Elektronische Musik aus Düsseldorf", Suhrkamp Berlin 2014, ISBN 978-3-51846464-9

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jon Pareles: Man, Alive to Machine Possibilities, New York Times 15. April 2012, abgerufen am 26. Dezember 2014