Ralf Minge

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Ralf Minge

Minge 2009 als Sportdirektor von Dynamo Dresden

Spielerinformationen
Geburtstag 8. Oktober 1960
Geburtsort ElsterwerdaDDR
Größe 185 cm
Position Stürmer
Vereine in der Jugend
1969–1972
1972–1978
BSG Stahl Prösen
TSG Gröditz
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1978–1980
1980–1991
TSG Gröditz
Dynamo Dresden

222 (103)
Nationalmannschaft
1981–1983
1983–1989
DDR-Nachwuchs
DDR
11 00(?)
36 00(8)
Stationen als Trainer
1992–1995
1995–1996
1998–1999
2000–2001
2001–2003
2003–2005
2006
2010–2011
2012–2014
Dynamo Dresden (Co- und Interimstrainer)
FC Erzgebirge Aue
SC Fortuna Köln (Co-Trainer)
Bayer 04 Leverkusen II
Bayer 04 Leverkusen (Co-Trainer)
Bayer 04 Leverkusen II
Georgien (Co-Trainer)
Deutschland U 20
Bayer 04 Leverkusen II
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Ralf Minge (* 8. Oktober 1960 in Elsterwerda) ist Sportfunktionär, Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler der DDR-Oberliga für Dynamo Dresden. Er bestritt 36 A-Länderspiele für die DDR-Nationalmannschaft.

Karriere als Spieler[Bearbeiten]

Jugend- und Nachwuchsspieler[Bearbeiten]

Ralf Minge (Bildmitte) als Oberligaspieler 1989

Minge begann als Neunjähriger in seinem Heimatort Prösen bei der BSG Stahl organisiert Fußball zu spielen. 1972 wechselte er zum Nachwuchs der TSG Gröditz, die ihm am Ende der Saison 1977/78 - noch als 17-Jähriger - in ihre DDR-Liga-Mannschaft übernahm.[1] Nach einer weiteren Liga-Spielzeit, die mit dem Abstieg endete, spielte Minge noch ein Jahr mit der TSG in der drittklassigen Bezirksliga und wurde danach zur Saison 1980/81 zum Oberligisten und DDR-Vizemeister Dynamo Dresden delegiert.

Oberligaspieler[Bearbeiten]

Seinen Oberligaeinstand gab der 1,85 m große Minge am 25. Oktober 1980. In der Begegnung des 9. Spieltages Chemie Böhlen – Dynamo Dresden wurde er in der 73. Minute eingewechselt. Zu Beginn des Jahres 1981 profitierte er von der Entlassung des Mittelstürmers Peter Kotte, dessen Position er übernahm und sich zum Stammspieler etablierte. Von 1981 bis 1988 war Minge bei Dynamo Dresden der standardmäßige Mittelstürmer. Bei fünf Spielzeiten wurde er bester Torschütze der Dresdner. Bereits in seiner zweite Saison bei Dynamo gewann er seinen ersten Titel, am 1. Mai 1982 stand er als Dresdner Mittelstürmer im DDR-Pokalendspiel, dass die Dresdner nach Elfmeterschießen gegen den Berliner FC Dynamo gewannen. Nach 1984, 1985 und 1990 war Minge an insgesamt vier DDR-Pokalsiegen beteiligt. Zweimal wurde er mit Dynamo Dresden DDR-Meister, 1988/89 war er 18 und 1989/90 mit sechs Punktspieleinsätzen beteiligt. Von der Saison 1988/89 an kam er vorwiegend im Mittelfeld zum Einsatz, 1989/90 bestritt er nur die ersten sechs Oberligapunktspiele. 21-mal spielte er in seiner letzten Oberligasaison 1990/91, und sein letztes Punktspiel bestritt er am 25. Mai 1991. Damit war er innerhalb von zwölf Jahren auf 222 Oberligaspiele gekommen. Mit seinen 103 Punktspieltoren liegt Minge in der Rangliste von Dynamo Dresden auf Platz drei hinter Hans-Jürgen Kreische und Torsten Gütschow. Während Minges Zeit in Dresden bestritt Dynamo 44 Europapokalspiele, Minge wurde in 34 Spielen eingesetzt, in denen er neun Mal zum Torerfolg kam.

Nationalspieler[Bearbeiten]

1981 wurde Minge in den Kader der DDR-Nachwuchs-Nationalmannschaft aufgenommen, für die er bis 1983 elf Länderspiele bestritt. Während dieser Zeit hatte er sich in der Oberliga zu einem torgefährlichen Spieler entwickelt, und so wurde er Anfang 1983 in das Aufgebot der A-Nationalmannschaft berufen. Am 13. April 1983 bestritt er sein erstes A-Länderspiel, als er im Freundschaftsspiel DDR – Bulgarien in der 46. Minute eingewechselt wurde. Trotz seiner Ausnahmestellung bei Dynamo Dresden kam er in den meisten seiner 36 Länderspiele nicht über den Status eines Ersatzspielers hinaus, viermal wurde er eingewechselt, 17-mal ausgewechselt. Während seiner Zeit in der A-Nationalmannschaft, sein letztes Spiel bestritt er am 12. April 1989, absolvierte die DDR 20 Qualifikationsspiele zur Europa- bzw. zur Weltmeisterschaft. Davon bestritt Minge 13 Begegnungen. Insgesamt erzielte er acht Tore für die A-Auswahl.[2] Zwischen 1983 und 1984 kam er in sieben Qualifikationsspielen der DDR-Olympiaauswahl zum Einsatz. Wegen des Olympiaboykotts der DDR wurde Minge die Teilnahme an der Olympiade 1984 versagt.

Nach der Spielerkarriere[Bearbeiten]

Im Anschluss an seine Spielerlaufbahn sollte Minge bei Dynamo Dresden zum Geschäftsführer angelernt werden, übernahm aber schon 1992 das Training der zweiten Mannschaft. Am 21. April 1993 wurde ihm anstelle des entlassenen Klaus Sammer der Posten des Cheftrainers der ersten Mannschaft für zwei Monate übertragen. Anschließend war er wieder Co-Trainer, um am 24. März 1995 erneut Cheftrainer bei Dynamo zu werden. Nachdem Minge bis zum Saisonende den Abstieg nicht verhindern konnte, wurde ihm zum 30. Juni 1995 wieder gekündigt. Zum 1. Juli 1995 wechselte er als Cheftrainer zum FC Erzgebirge Aue, wo er noch vor dem Saisonende am 26. April 1996 entlassen wurde.

Zur Saison 1998/99 wurde Minge unter dem ehemaligen Nationaltorwart Harald Schumacher Assistenztrainer bei Fortuna Köln. Als Schumacher Mitte Dezember 1999 entlassen wurde, trainierte Minge an seiner Stelle die Mannschaft noch bis zum Jahresende und kündigte danach von selbst.

Vom 1. Juli 2000 bis 30. September 2005 war Ralf Minge in verschiedensten Positionen bei Bayer 04 Leverkusen tätig. Zunächst war er Trainer der zweiten Mannschaft, dann als Co-Trainer der Lizenzmannschaft unter Klaus Toppmöller und später Thomas Hörster. Als Co-Trainer erlebte er in der Saison 2001/02 den Einzug in das DFB-Pokalfinale (2:4 gegen Schalke 04) und in das Finale der Champions League (1:2 gegen Real Madrid). Mit den Bayer-04-Amateuren schaffte er 2005 den Aufstieg in die Regionalliga Nord. Anschließend wurde er bis zum 30. September 2005 Leiter des Nachwuchs-Leistungszentrums von Bayer Leverkusen.

Minge kehrte nach Dresden zurück und begann am 1. Oktober 2005 ein Psychologie-Studium, das er jedoch nach einem halben Jahr wieder abbrach, nachdem er am 9. Januar 2006 einen Vertrag als Co-Trainer von Klaus Toppmöller bei der Nationalmannschaft von Georgien unterschrieben hatte. Obwohl der Vertrag bis zum 31. Dezember 2007 lief, wurde er bereits am 21. September 2006 in den Aufsichtsrat von Dynamo Dresden gewählt und engagierte sich dort für die Entwicklung des sportlichen Bereichs. Dazu gehörte vor allem die Darstellung, Erstellung und Begleitung von Konzepten, die den Verein dauerhaft im Profifußball halten sollten. Am 1. Juli 2007 wurde ihm bei Dynamo der Posten des Geschäftsführers Sport (Sportdirektor) übertragen. Am 1. März 2010 erhielt Minge einen Zweijahresvertrag beim DFB als Trainer der deutschen U 19-Junioren-Nationalmannschaft. Am 27. April 2011 wurde Minge allerdings von Seiten des DFB von seinen Pflichten entbunden. Sein Nachfolger wurde Christian Ziege. Als Gründe wurden verschiedene inhaltliche Auffassungen genannt.

Zur Saison 2012/13 kehrte er als Cheftrainer zu den Amateuren von Bayer 04 Leverkusen zurück.[3] Am 3. Februar 2014 teilte Dynamo Dresden mit, dass Ralf Minge ab sofort neuer Sportdirektor des Vereins wird und einen Vertrag bis zum 30. Juni 2016 erhält. Dazu wird er von Bayer Leverkusen freigestellt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Matthias Arnhold: Ralf Minge - Matches and Goals in Oberliga. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation. 20. Februar 2014. Abgerufen am 21. Februar 2014.
  2. Matthias Arnhold: Ralf Minge - Goals in International Matches. Rec.Sport.Soccer Statistics Foundation. 17. November 2002. Abgerufen am 21. Februar 2014.
  3. Minge übernimmt Bayers Zweite

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ralf Minge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien