Rallye Monte Carlo
Die Rallye Monte Carlo, offiziell Rallye Automobile Monte-Carlo, ist eine Rallye-Veranstaltung, die vom Automobile Club de Monaco (ACM) ausgetragen wird. Sie findet hauptsächlich in den Seealpen des französischen Hinterlandes statt. Entlang der französischen Riviera, wie auch in Monaco selbst, werden nur Überführungsetappen gefahren. Von den Fans und Fahrern wird die Rallye liebevoll kurz Monte genannt.
Mit dem ebenfalls vom ACM ausgetragenen Großen Preis von Monaco, den 24 Stunden von Le Mans, der Rallye Dakar, dem Daytona 500 und den Indianapolis 500 gehört die Rallye Monte Carlo zu den prestigeträchtigsten Autosportveranstaltungen der Welt.
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[Bearbeiten] Streckenführung und Charakteristik
Als eigentlich echter Asphalt-Wettbewerb macht die Straßenführung über mehrere Gebirgspässe sowie das meist völlig unvorhersehbare Wetter in den französischen Seealpen die Rallye Monte Carlo zu einer der schwierigsten Veranstaltungen. So kann eine Wertungsprüfung auf trockenem Asphalt beginnen und in höheren Regionen über verschneite oder vereiste Abschnitte führen, sodass die richtige Reifenwahl eine entscheidende Rolle spielt.
Bei der Rallye Monte Carlo wird eine der berühmtesten Wertungsprüfungen der Welt absolviert. Sie führt von La Bollène-Vésubie nach Sospel bzw. Moulinet oder andersherum. Dabei wird über eine steile Passstraße mit vielen Haarnadelkurven der Col de Turini überquert, der häufig verschneit ist oder anderenfalls von Zuschauern mit Schnee beworfen wird. Die Wertungsprüfung wird in der Regel zum Abschluss der Rallye in der Nacht der langen Messer ausgetragen.
[Bearbeiten] Geschichte
Die Rallye Monte Carlo gilt als „die Mutter“ des heutigen Rallyesports. Dessen Anfänge werden allgemein auf die erste Austragung der Rallye Monte Carlo im Jahre 1911 datiert, die von Fürst Albert I. mitinitiiert wurde. Damals handelte es sich noch um eine so genannte Sternfahrt, die in der Wintersaison Touristen ins Fürstentum Monaco locken sollte. Am 21. Januar 1911 starten in Genf, Paris, Boulogne-sur-Mer, Berlin, Wien und Brüssel insgesamt 20 Teilnehmer nach Monaco.[1] Die Rallye wird seit 1925 vom traditionsreichen Automobile Club de Monaco ausgerichtet.
Von 1973 bis 2008 gehörte die Veranstaltung zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC bzw. World Rally Championship), die stets im Januar mit diesem Klassiker begann. In den letzten Jahren wurde die Strecke allerdings drastisch verkürzt, um sie fernsehtauglicher zu machen. So wurde die berühmt-berüchtigte kurvenreiche Etappe über den Col de Turini nicht mehr nachts ausgetragen und 2007 sogar ganz ausgelassen. Diese so genannte Nacht der langen Messer war einst der Höhepunkt der Monte und für viele Fans sogar der absolute Höhepunkt einer jeden Rallye-WM-Saison.
Um nicht mehr die strikten Vorgaben der WRC erfüllen zu müssen und wieder Nachtprüfungen austragen zu können, trennte sich der ACM 2008 von der WRC. Die Monte ist seit dem Jahr 2009 Bestandteil der jährlich ausgefahrenen Intercontinental Rally Challenge. Seitdem steht auch die Nacht der langen Messer mit der Überquerung des Col de Turini wieder auf dem Programm.[2] Zudem überträgt Eurosport seit 2009 live Wertungsprüfungen der Rallye Monte Carlo.[3] Für die Saison 2012 wurde diese Veranstaltung wieder in das Programm der Rallye-Weltmeisterschaft aufgenommen.[4]
[Bearbeiten] Sieger
In der Siegerliste tauchen die Namen großer Könner des Rallyesports auf. Rekordsieger ist der Franzose Sébastien Loeb, der insgesamt sieben Mal erfolgreich war. Als ungekrönter König der Monte gilt für viele Rallyefans der Deutsche Walter Röhrl, der die Rallye insgesamt vier Mal auf vier verschiedenen Autos der Marken Fiat, Opel, Lancia und Audi gewann. Auch die Geschichte des kleinen Kultautos Mini, allerdings in seiner sportlichen Cooper-S-Ausführung, ist nach nicht weniger als vier Gesamtsiegen in Folge (davon wurde dem Hersteller BMC einer, jedoch unter sehr umstrittenen Umständen, von der Rallyeleitung wieder aberkannt)[5] in den 1960er-Jahren untrennbar mit der Historie der Rallye Monte Carlo verbunden.
[Bearbeiten] Gesamtsieger
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[Bearbeiten] Damenwertung
Von 1927 bis 2000 wurde zusätzlich eine Damenwertung ausgetragen. Hier eine Auswahl einiger Siegerinnen:
| Jahr | Fahrerin | Beifahrerin | Fahrzeug |
|---|---|---|---|
| 1937 | Plymouth | ||
| 1952 | Helga Lundberg | Saab 92 | |
| 1965 | Nystrom | Saab 96 | |
| 1992 | Mitsubishi Galant VR-4 | ||
| 1993 | Mitsubishi Galant VR-4 | ||
| 1994 | Mitsubishi Lancer RS | ||
| 1995 | Mitsubishi Lancer Evo II | ||
| 1997 | Toyota Celica GT-Four | ||
| 1999 | Toyota Corolla WRC |
[Bearbeiten] Verarbeitung in Filmen
1969 war die Rallye Monte Carlo Namensgeber der Filmkomödie Monte Carlo Rallye (Originaltitel: Monte Carlo or Bust) von Regisseur Ken Annakin, mit Tony Curtis, Mireille Darc und Gert Fröbe. Der Film spielt in den 1920ern und damit in den Anfangsjahren der Rallye.
1977 brachten die Disney-Film-Studios den dritten Film der Herbie-Reihe mit dem Titel Der tolle Käfer in der Rallye Monte Carlo (Originaltitel: Herbie Goes to Monte Carlo) in die Kinos, der unter der Regie von Vincent McEveety und mit Dean Jones, Don Knotts und Roy Kinnear in den Hauptrollen gedreht wurde.
[Bearbeiten] Weblinks
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Bernd Hüsken/hsk: Wo ist die große Freiheit?. In: Leben ist mehr – Impulse für jeden Tag. Jahrgang 2011. Christliche Literatur-Verbreitung (CLV), Bielefeld 2010. ISBN 978-3-86699-224-5
- ↑ Die Rückkehr der "Nacht der langen Messer" (Motorsport-Total.com am 3. Juli 2008)
- ↑ IRC-Auftritt in Monte-Carlo live im TV (Motorsport-Total.com am 7. Oktober 2008)
- ↑ WRC-Kalender 2012: Die "Monte" kehrt zurück (Motorsport-Total.com am 4. Juni 2011)
- ↑ 1966: Future of Monte Carlo rally in doubt (BBC am 21. Januar 1966)
Aktuell im WM-Veranstaltungskalender: Saison 2012
Monaco | Schweden | Mexiko | Portugal | Argentinien | Griechenland | Neuseeland | Finnland | Deutschland | Großbritannien | Frankreich | Italien | Spanien
Aktuell nicht im WM-Veranstaltungskalender:
Australien | Brasilien | Bulgarien | China | Elfenbeinküste | Indonesien | Irland | Japan | Jordanien | Korsika | Norwegen | Olympus | Polen | Quebec | Safari | San Remo | Türkei | Zypern