Ralph Abraham

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Ralph Abraham

Ralph Herman Abraham (* 4. Juli 1936 in Burlington, Vermont)[1] ist ein US-amerikanischer Mathematiker, der sich mit der qualitativen Theorie von gewöhnlichen Differentialgleichungen, Analysis auf Mannigfaltigkeiten und mathematischen Grundlagen von Mechanik (Chaostheorie) und Allgemeiner Relativitätstheorie befasst.

Abraham studierte an der University of Michigan mit dem Bachelor-Abschluss 1956 und dem Master-Abschluss 1958 und wurde dort 1960 bei Nathan Coburn promoviert (Discontinuities in General Relativity).[2] Als Post-Doktorand war er Lecturer an der University of California, Berkeley und 1962/63 für das Office of Naval Research an der Columbia University, an der er 1963 Assistant Professor wurde. 1964 wurde er Assistant Professor an der Princeton University und 1968 Associate Professor sowie 1980 Professor an der University of California, Santa Cruz. Er war unter anderem Gastwissenschaftler in Amsterdam, Paris, Warwick, Barcelona, Basel und Florenz.

Mitte der 1970er Jahre gründete er das Visual Math Institute (das seinen jetzigen Namen 1990 erhielt)[3] in Santa Cruz und er war aktiv in Präsentationen von Mathematik zusammen mit Musik und bildender Kunst (seit 1992, mit Ami Radunskaya, Peter Broadwell).[4]

Er ist für ein frühes Lehrbuch der Mechanik unter mathematischen Aspekten bekannt (Foundations of Mechanics). Er beriet über Anwendungen der Chaostheorie in unterschiedlichsten Gebieten und hält weltweit Vorträge und Seminare über Chaostheorie. Er schrieb auch einige Bücher über Chaostheorie und philosophische Fragen (teilweise mit Rupert Sheldrake und Terence McKenna). Er ist mit der Intellektuellengruppe Lindisfarne Association von William Irwin Thompson verbunden. Mit Thompson ist er auch an der Gestaltung des Unterrichts der Ross School beteiligt.[5]

Abraham ist Herausgeber von World Futures und Journal of Bifurcations and Chaos. Er ist seit 1958 verheiratet und hat zwei Kinder.

Schriften[Bearbeiten]

  • Foundations of Mechanics, Benjamin 1967, 2. Auflage mit Jerrold Marsden
  • mit Joel Robbin: Transversal mappings and flow, Benjamin 1967
  • Linear and multilinear algebra, Benjamin 1967
  • mit Marsden, Tudor Ratiu Manifolds, tensor analysis and applications, Addison-Wesley 1983, 1988
  • mit Christopher D. Shaw Dynamics, geometry and behavior, 4 Bände, Aerial Press 1982 bis 1988, 2. Auflage Addison-Wesley 1992
    • Band 1 Periodic Behavior, Band 2 Chaotic Behavior, Band 3 Global Behavior, Band 4 Bifurcation Behavior
  • mit Terence McKenna, Rupert Sheldrake Trialogues at the Edge of the West: chaos, creativity and the resacralization of the world, Santa Fe: Bear, 1992
    • deutsche Übersetzung: Denken am Rande des Undenkbaren: über Ordnung und Chaos, Physik und Metaphysik, Ego und Weltseele, Piper Verlag 1997
  • mit McKenna, Sheldrake The evolutionary mind: conversations on science, imagination and spirit, 1998, 2. Auflage Monkfish Book Publ. 2005
  • Chaos, Gaia, Eros: A Chaos Pioneer Uncovers the Three Great Streams of History 1994, Epigraph Publishing 2011
  • mit McKenna, Sheldrake Chaos, Creativity and Cosmic Consciousness, Park Street Press 2001
  • mit Frank Jas, Willard Russell The web empowerment book: an introduction and connection guide to the Internet and the World-Wide Web, Springer Verlag 1995
  • Herausgeber mit Yoshisuke Ueda The Chaos Avant-garde, World Scientific 2000 (Erinnerungen an Anfangsjahre der Chaostheorie mit Beiträgen von Floris Takens, Otto E. Rössler, Edward N. Lorenz, T. Y. Li, Stephen Smale, James Yorke, Ueda, Abraham, Christia Mira)
  • mit Laura Gardini, Christian Mira Chaos in discrete dynamical systems: a visual introduction in 2 dimensions, Springer Verlag 1997
  • mit Sisir Roy Demystifying the Akasha: Consciousness and the Quantum Vacuum, Epigraph Publishing 2010

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lebensdaten nach American Men and Women of Science, Thomson Gale 2004
  2. Mathematics Genealogy Project
  3. Visual Math Institute
  4. In den 1960er Jahren stand er der Hippie Bewegung nah, Abraham: Hip Santa Cruz History Project
  5. Ross School