Ralswiek
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern | |
| Landkreis: | Vorpommern-Rügen | |
| Amt: | Bergen auf Rügen | |
| Höhe: | 5 m ü. NN | |
| Fläche: | 16,53 km² | |
| Einwohner: |
254 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 15 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 18528 | |
| Vorwahl: | 03838 | |
| Kfz-Kennzeichen: | RÜG | |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 73 072 | |
| Adresse der Amtsverwaltung: | Markt 5–6 18528 Bergen auf Rügen |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Herbert Knüppel | |
| Lage der Gemeinde Ralswiek im Landkreis Vorpommern-Rügen | ||
Ralswiek ist eine deutsche Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gemeinde wird vom Amt Bergen auf Rügen mit Sitz in der gleichnamigen Stadt verwaltet.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Die Gemeinde Ralswiek liegt rund acht Kilometer nördlich von Bergen auf Rügen, etwas abseits der Bundesstraße 96 und der Bahnstrecke Stralsund–Sassnitz am südlichsten Punkt des Großen Jasmunder Boddens. Zu Ralswiek gehören die Ortsteile Augustenhof, Gnies und Jarnitz, außerdem Sabitz.
[Bearbeiten] Geschichte
Archäologische Ausgrabungen zeugen von einer Besiedlung der Region um Ralswiek bereits in der späten Mittelsteinzeit vor etwa 8000 Jahren (Lietzow-Kultur).
Der Ortsname „Ralswiik“ ist 1311 erstmals urkundlich erwähnt. Die Bedeutung des Namens ist umstritten, er könnte von einem slawischen Personennamen oder von dem dänischen Wort ral (Kies) herzuleiten sein. Die Endung wiek ist eine typisch nordische Bezeichnung für Orte, die an einer Bucht liegen oder einen Hafen haben.
Der Ort wurde im 8. Jahrhundert von den westslawischen Ranen als Seehafen gegründet. Neben Charenza und der Tempelburg auf dem Kap Arkona war Ralswiek die bekannteste Stadt (Civitates) der Ranen auf der Insel.
Das heute kleine Ralswiek gehörte im Mittelalter zu den wichtigen Häfen an der Ostsee. Die umfangreichen Handelsbeziehungen, die zu anderen Hafenstädten an der Ostsee bestanden, belegen archäologische Funde von Specksteinschalen aus Norwegen und Hipfelhenkelgefäße, die in Schweden hergestellt wurden. arabische Dirhams und persische Drachmen weisen auf Handelsbeziehungen bis in den pontischen Raum. Ein Münzfund von arabischen 2.203 Dirhams, die zwischen 459 und 847 n. Chr. geprägt wurden, ist heute im Kulturhistorischen Museum in Stralsund ausgestellt.
Historisch interessant sind die vier bis zu 14 Meter langen und 3,40 Meter breiten Wikingerboote, die bei Grabungen zwischen 1967 und 1980 entdeckt wurden. Sie belegen eine Seefahrer- und Händlergeschichte mit Handelsbeziehungen auf den Routen der Wikinger, die hier auch lebten und bestattet wurden. (Grabfunde mit Beigaben)
Aus der slawischen Zeit vom 8. bis zum 12. Jahrhundert stammt ein Hügelgräberfeld mit etwa 400 Hügeln auf den Endmoränen nordöstlich von Ralswiek.
Nach der Eroberung und Christianisierung Rügens durch die Dänen im Jahre 1168 kam der Ort in den Besitz des Bistums Lund und wurde kirchliches Verwaltungszentrum für die Insel. Hiervon zeugt heute noch das ehemalige Propsteigebäude, das in Resten noch gotische Architektur aus der Zeit um 1400 aufweist.
Ralswiek war in der Folgezeit Lehensbesitz verschiedener Rüganer Adelsfamilien. 1891 wurde der Ort an die Familie des Fabrikanten Hugo Sholto Graf Douglas aus Aschersleben verkauft. Dieser ließ sich von 1893 bis 1896 ein von dem Berliner Architekten G. Stroh entworfenes Schloss nach dem Vorbild französischer Renaissance-Schlösser errichten. Das Schloss besteht aus dem Hauptgebäude, dem Marstall und einem später errichteten Zwischentrakt. Um das Schloss herum wurde nach 1894 eine bereits seit 1800 bestehende Parkanlage zu einem Landschaftspark mit vielen dendrologisch bedeutsamen Bäumen umgestaltet. 1907 entstand die kleine Holzkapelle Ralswiek.
Durch die Bodenreform wurde die Familie des Grafen Douglas 1945 enteignet und das Schloss beherbergte viele Jahre ein Altersheim. Danach betrieb das Deutsche Rote Kreuz in ihm ein Behindertenheim. 1999 wurde mit dem Umbau zu einem Hotel begonnen.
Seit 1818 gehörte Ralswiek zum Kreis bzw. Landkreis Rügen. Nur in den Jahren von 1952 bis 1955 war es dem Kreis Bergen zugehörig. Die Gemeinde gehörte danach bis 1990 zum Kreis Rügen im Bezirk Rostock und wurde im selben Jahr Teil des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Der seit 1990 wieder so bezeichnete Landkreis Rügen ging 2011 im Landkreis Vorpommern-Rügen auf.
Der Ort verlor im Jahr 2007 fast zehn Prozent seiner Bevölkerung.[2]
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Wappen
Das Wappen wurde am 6. März 1999 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 183 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „Geteilt; oben in Silber ein nach links fahrendes rotes Schiff nordischer Bauart; unten in Grün ein mit der Öffnung nach rechts liegender silberner Becher mit oben liegendem Henkel.“
Das Wappen wurde von dem Bergener Jörg Korkhaus gestaltet.
[Bearbeiten] Flagge
Die Flagge der Gemeinde ist gleichmäßig Grün - Weiß längsgestreift. In der Mitte liegt, auf jeweils zwei Drittel der Höhe des grünen und des weißen Streifens übergreifend, das Wappen von Ralswiek. Die Länge des Flaggentuches verhält sich zur Höhe wie 5:3.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
→ Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Ralswiek
- In Ralswiek werden seit 1993 alljährlich auf einer Naturbühne die Störtebeker-Festspiele veranstaltet. In den Jahren 1959–1961 und 1980–1981 wurde an gleicher Stelle die Dramatische Ballade „Klaus Störtebeker“ von Kurt Barthel aufgeführt.
- Das 1893–1896 erbaute Schloss Ralswiek beherbergt heute ein Hotel.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2010 (PDF; 522 kB) (Hilfe dazu)
- ↑ Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern 31.12.2007, (PDF), Statistisches Landesamt MV
[Bearbeiten] Weblinks
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