Ralswiek

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ralswiek
Ralswiek
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ralswiek hervorgehoben
54.46666666666713.451Koordinaten: 54° 28′ N, 13° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Rügen
Amt: Bergen auf Rügen
Höhe: 1 m ü. NHN
Fläche: 16,53 km²
Einwohner: 232 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 14 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18528
Vorwahl: 03838
Kfz-Kennzeichen: VR, GMN, NVP, RDG, RÜG
Gemeindeschlüssel: 13 0 73 072
Adresse der Amtsverwaltung: Markt 5–6
18528 Bergen auf Rügen
Webpräsenz: www.amt-bergen-auf-ruegen.de
Bürgermeister: Herbert Knüppel
Lage der Gemeinde Ralswiek im Landkreis Vorpommern-Rügen
Rostock Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Landkreis Vorpommern-Greifswald Altenpleen Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Groß Mohrdorf Klausdorf (bei Stralsund) Kramerhof Preetz (bei Stralsund) Prohn Saal (Vorpommern) Barth Divitz-Spoldershagen Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Fuhlendorf (Vorpommern) Karnin (bei Barth) Kenz-Küstrow Löbnitz (Vorpommern) Lüdershagen Pruchten Saal (Vorpommern) Trinwillershagen Bergen auf Rügen Buschvitz Garz/Rügen Gustow Lietzow Parchtitz Patzig Poseritz Ralswiek Rappin Sehlen Ahrenshoop Born a. Darß Dierhagen Prerow Wieck a. Darß Wustrow (Fischland) Franzburg Glewitz Gremersdorf-Buchholz Millienhagen-Oebelitz Papenhagen Richtenberg Splietsdorf Velgast Weitenhagen (Landkreis Vorpommern-Rügen) Wendisch Baggendorf Elmenhorst (Vorpommern) Sundhagen Wittenhagen Baabe Gager Göhren (Rügen) Lancken-Granitz Middelhagen Sellin Thiessow Zirkow Groß Kordshagen Jakobsdorf Kummerow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Lüssow (bei Stralsund) Neu Bartelshagen Niepars Pantelitz Steinhagen (Vorpommern) Wendorf Zarrendorf Altenkirchen (Rügen) Breege Dranske Glowe Lohme Putgarten Sagard Wiek (Rügen) Bad Sülze Dettmannsdorf Deyelsdorf Drechow Eixen Grammendorf Gransebieth Hugoldsdorf Lindholz Tribsees Ahrenshagen-Daskow Schlemmin Ribnitz-Damgarten Semlow Altefähr Dreschvitz Dreschvitz Gingst Hiddensee Kluis Neuenkirchen (Rügen) Neuenkirchen (Rügen) Rambin Samtens Schaprode Schaprode Trent (Rügen) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Ummanz (Gemeinde) Binz Grimmen Marlow Putbus Putbus Sassnitz Stralsund Stralsund Süderholz Zingst Zingst ZingstKarte
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Ralswiek ist eine deutsche Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Rügen auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Gemeinde wird vom Amt Bergen auf Rügen mit Sitz in der gleichnamigen Stadt verwaltet.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde Ralswiek liegt rund acht Kilometer nördlich von Bergen auf Rügen, etwas abseits der Bundesstraße 96 und der Bahnstrecke Stralsund–Sassnitz am südlichsten Punkt des Großen Jasmunder Boddens, einer Lagune der Ostsee. Zu Ralswiek gehören die Ortsteile Augustenhof, Gnies und Jarnitz, außerdem Sabitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Ehemaliges Propsteigebäude
Alte Bauernkate

Archäologische Ausgrabungen zeugen von einer Besiedlung der Region um Ralswiek bereits in der späten Mittelsteinzeit vor etwa 8000 Jahren (Lietzow-Kultur).

Der Ortsname „Ralswiik“ ist 1311 erstmals urkundlich erwähnt. Die Bedeutung des Namens ist umstritten, er könnte von einem slawischen Personennamen oder von dem dänischen Wort ral (Kies) herzuleiten sein. Die Endung wiek ist eine typisch nordische Bezeichnung für Orte, die an einer Bucht liegen oder einen Hafen haben.

Der Ort wurde im 8. Jahrhundert von den westslawischen Ranen als Seehafen gegründet. Neben Charenza und der Tempelburg auf dem Kap Arkona war Ralswiek die bekannteste Stadt (Civitas) der Ranen auf der Insel.

Das heute kleine Ralswiek gehörte im Mittelalter zu den wichtigen Häfen an der Ostsee. Die umfangreichen Handelsbeziehungen, die zu anderen Hafenstädten an der Ostsee bestanden, belegen archäologische Funde von Specksteinschalen aus Norwegen und Hipfelhenkelgefäße, die in Schweden hergestellt wurden. arabische Dirhams und persische Drachmen weisen auf Handelsbeziehungen bis in den pontischen Raum. Ein Münzfund von arabischen 2.203 Dirhams, die zwischen 459 und 847 n. Chr. geprägt wurden, ist heute im Kulturhistorischen Museum in Stralsund ausgestellt.

Historisch interessant sind die vier bis zu 14 Meter langen und 3,40 Meter breiten Boote, die bei Grabungen zwischen 1967 und 1980 entdeckt wurden. Sie belegen eine Seefahrer- und Händlergeschichte mit Handelsbeziehungen auf den Routen der Wikinger, die hier auch lebten und bestattet wurden. (Grabfunde mit Beigaben)

Aus der slawischen Zeit vom 8. bis zum 12. Jahrhundert stammt ein Hügelgräberfeld mit etwa 400 Hügeln auf den Endmoränen nordöstlich von Ralswiek.

Nach der Eroberung und Christianisierung Rügens durch die Dänen im Jahre 1168 kam der Ort in den Besitz des Bistums Lund und wurde kirchliches Verwaltungszentrum für die Insel. Hiervon zeugt heute noch das ehemalige Propsteigebäude, das in Resten noch gotische Architektur aus der Zeit um 1400 aufweist.

1480 wurden die kirchlichen von weltlichen Vögten abgelöst, erster Vogt war ein von Normann und ab 1500 ein von Barnekow. Diese Familie wurde 1536 dann nach der Reformation, als die kirchlichen Besitze aufgehoben wurden, mit Ralswiek erblich belehnt. Das Lehn wurde aber 1637 nach der Übernahme Pommerns durch Schweden eingezogen. 1656 übergab der Schwedenkönig den Besitz an Feldmarschall Graf Carl Gustav Wrangel. Nach dessen Tod ging der Besitz 1676 an General Otto Wilhelm Graf Königsmarck über, der aber bereits 1679 starb. Ralswiek kam nun wieder an die von Barnekow.[2]

1891 wurde das Gut an die Familie des Fabrikanten Hugo Sholto Graf Douglas aus Aschersleben verkauft. Dieser ließ sich von 1893 bis 1896 ein von dem Berliner Architekten G. Stroh entworfenes Schloss nach dem Vorbild französischer Renaissance-Schlösser errichten. Das Schloss besteht aus dem Hauptgebäude, dem Marstall und einem später errichteten Zwischentrakt. Um das Schloss herum wurde nach 1894 eine bereits seit 1800 bestehende Parkanlage zu einem Landschaftspark mit vielen dendrologisch bedeutsamen Bäumen umgestaltet. 1907 entstand die kleine Holzkapelle Ralswiek.

1939 wurde der Besitz mit Entschädigung enteignet und als Kasino für den örtlich vorhandenen Marinehafen genutzt. Als NS-Reichsbesitz wurde es 1945 enteignet und das Schloss beherbergte viele Jahre ein Altersheim. Danach betrieb das Deutsche Rote Kreuz in ihm ein Behindertenheim. 1999 wurde mit dem Umbau zu einem Hotel begonnen.

Seit 1818 gehörte Ralswiek zum Kreis bzw. Landkreis Rügen. Nur in den Jahren von 1952 bis 1955 war es dem Kreis Bergen zugehörig. Die Gemeinde gehörte danach bis 1990 zum Kreis Rügen im Bezirk Rostock und wurde im selben Jahr Teil des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Der seit 1990 wieder so bezeichnete Landkreis Rügen ging 2011 im Landkreis Vorpommern-Rügen auf.

Der Ort verlor im Jahr 2007 fast zehn Prozent seiner Bevölkerung.[3]

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 6. März 1999 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 183 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Geteilt; oben in Silber ein nach links fahrendes rotes Schiff nordischer Bauart; unten in Grün ein mit der Öffnung nach rechts liegender silberner Becher mit oben liegendem Henkel.“

Das Wappen wurde von dem Bergener Jörg Korkhaus gestaltet.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde ist gleichmäßig Grün - Weiß längsgestreift. In der Mitte liegt, auf jeweils zwei Drittel der Höhe des grünen und des weißen Streifens übergreifend, das Wappen von Ralswiek. Die Länge des Flaggentuches verhält sich zur Höhe wie 5:3.

Alljährliche Störtebeker-Festspiele in Ralswiek

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Ralswiek

Hafen von Ralswiek
  • In Ralswiek werden seit 1993 alljährlich auf einer Naturbühne die Störtebeker-Festspiele veranstaltet. In den Jahren 1959–1961 und 1980–1981 wurde an gleicher Stelle die Dramatische Ballade „Klaus Störtebeker“ von Kurt Barthel aufgeführt.
  • Das 1893–1896 von Hugo Sholto Graf Douglas erbaute Schloss Ralswiek beherbergt heute ein Hotel. Es ist von einem Garten im Neorenaissance-Stil umgeben.
  • Die alte schwedische Holzkapelle Ralswiek 1907 erbaut.
  • „Dat olle Schoolhus“ wurde 1872 von der Patronin Auguste von Barnekow in der Dorfstraße 12 für den Schulunterricht zur Verfügung gestellt. Später wurde diese durch einen Klassenraumanbau für 40 Kinder erweitert. Bis in die ersten Jahre der Nachkriegszeit wurden hier die Kinder aus Ralswiek und Umgebung unterrichtet. Es beherbergt heute Ferienwohnungen.
  • Die slawischen Hügelgräber in den „Schwarzen Bergen“ aus dem 12. Jahrhundert nordöstlich von Ralswiek.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2013 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1993, S. 164, ISBN 3-88042-636-8
  3. Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern 31.12.2007, (PDF; 231 kB), Statistisches Landesamt MV
  4. Joachim Herrmann, Dieter Warnke: Ralswiek auf Rügen. Die slawisch-wikingischen Siedlungen und deren Hinterland. Teil V – Das Hügelgräberfeld in den „Schwarzen Bergen“ bei Ralswiek. In: Beiträge zur Ur- und Frühgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Band 46, Landesamt für Kultur und Denkmalpflege, Schwerin 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ralswiek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien