Ramón María del Valle-Inclán

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Ramón María del Valle-Inclán (* 28. Oktober 1866 in Vilanova de Arousa, Galicien; † 5. Januar 1936 in Santiago de Compostela) war spanischer Dramatiker, Romancier und Mitglied der Generación del 98.

Bedeutung[Bearbeiten]

Valle-Inclán wird als einer der bedeutendsten und sicherlich als der radikalste unter den Dramatikern angesehen, die im frühen 20. Jahrhundert an der Subversion des Traditionalismus des spanischen Theaterestablishments arbeiteten. Seinem dramatischen Werk kommt auch durch den Einfluss, den es auf nachfolgende Generationen hatte, besondere Bedeutung zu.

Valle-Incláns Werke (z. B. Wunderworte und Glanz der Bohème) attackieren, was er als die Heuchelei, das Moralisieren und die Sentimentalität der bourgeoisen Dramatiker ansah und stellen die Ansichten der herrschenden Klasse in satirischer Weise dar. Er nimmt insbesondere Begriffe wie männliche Ehre, Militarismus, Patriotismus und die Haltung gegenüber der Krone und der Katholischen Kirche aufs Korn. Er porträtierte auch politische Figuren der spanischen Vergangenheit auf respektlose Weise und verwendete eine obszöne Sprache und eine vulgäre Bildsprache, um theatralische Euphemismen anzugreifen.

Valle-Incláns Stücke waren nicht nur politisch subversiv, sondern erforderten oft auch intensive Proben und eine Bühnentechnik, die weit über die Fähigkeiten der kommerziellen Theatergruppen hinaus gingen. Es gab komplexe übernatürliche special effects und rasche, drastische Wechsel des Bühnenbilds.

Valle-Inclán schrieb auch bedeutende Romane, darunter Tirano Banderas, der den südamerikanischen Diktatorenroman (z. B. Yo el supremo, dt. Ich, der Allmächtige von Augusto Roa Bastos) massiv beeinflusste.

Einige Kritiker sehen in ihm ein spanisches Äquivalent zu James Joyce.

Werke in deutscher Übersetzung[Bearbeiten]

Statue in Madrid (F. Toledo, 1972).

Dramen[Bearbeiten]

  • Wunderworte. Glanz der Bohème. Zwei Theaterstücke. Übersetzt von Fritz Vogelgsang. Klett-Cotta, 1983, ISBN 3-608-95080-X
  • Karneval der Krieger. Drei Schauerpossen: Der Staatsrock des Verblichenen. Die Hörner von Leutnant Firlefanz. Die Hauptmannstochter. Übersetzt von Fritz Vogelgsang. Klett-Cotta, 1982, ISBN 3-608-95003-6
  • Barbarische Komödien: Silbergesicht. Wappenadler. Wolfsballade. Übersetzt von Fritz Vogelgsang. Klett-Cotta, 1984, ISBN 3-608-95190-3

Prosa[Bearbeiten]

  • Tyrann Banderas. Roman des tropischen Amerika. Übersetzt von Anton M. Rothbauer. Goverts, Stuttgart 1961
  • Frühlingssonate. Memoiren des Marquès de Bradomín. Übersetzt von Anneliese Botond. Bibliothek Suhrkamp, 1980, ISBN 3-518-01668-7
  • Der Karlistenkrieg. Roman-Trilogie: Die Kreuzfahrer des Königs. Im Flammenschein. Gerfalken aus der Vorzeit. Übersetzt von Fritz Vogelgsang. Klett-Cotta, 1981, ISBN 3-12-901981-2
  • Adega. Eine tausendjährige Historie. Übersetzt von Fritz Vogelgsang. Klett-Cotta, 1986, ISBN 3-608-95191-1

Weblinks[Bearbeiten]