Rameaus Neffe
Rameaus Neffe (der Originaltitel lautete im französischen Le Neveu de Rameau) ist ein philosophischer Dialog von Denis Diderot. Diderot arbeitete von 1761 bis 1774 an dem Werk. Die erste Übersetzung ins Deutsche besorgte Johann Wolfgang von Goethe.
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Inhalt [Bearbeiten]
Das Werk besteht aus einem einzigen Dialog. Rameaus Neffe, die titelgebende Hauptfigur, leidet darunter, nur der Neffe seines berühmten Onkels Jean-Philippe Rameau, des großen Musikers zu sein. Jean-Philippe Rameau hatte vier Schwestern und fünf Brüder, von denen der Claude Rameau (1690-1761) der Vater des Jean-François Rameau (1716-1777), des Neffen von Rameau, war. Auch er war Musiker, Organist und Komponist.
Er kritisiert den Kulturbetrieb, zeigt sich zugleich aber abhängig von demselben. Rameaus Neffe ist nur ein Pulcinella der reichen Gesellschaft, hält sich aber für ein verkanntes Genie. Mit Rameaus Neffen legt Diderot die Seele eines gescheiterten Künstlers offen: überheblich und maßlos in seiner Leidenschaft, zugleich abhängig von der Gunst seiner Gönner. Dem verzweifelten Verächter steht mit dem feinsinnigen Ich-Erzähler ein Philosoph gegenüber. Der illusionslosen Weltbetrachtung des Zynikers begegnet die aufklärerische Menschenliebe des Philosophen. In beiden Figuren können Gedanken Diderots gesehen werden. Diderot wählte gleichsam den Dialog als Gestaltungsform, um auf ungebundene Weise mit kulturkritischen und philosophischen Gedanken spielerisch umzugehen.
Der rumänische Regisseur David Esrig schuf in den 1960er Jahren eine legendäre Inszenierung des Textes mit den beiden Darstellern Marin Moraru und Gheorghe Dinică.
Figuren [Bearbeiten]
Der Dialog ist ein Who’s Who des vorrevolutionären Paris: Aufklärer und Gegenaufklärer, Schauspieler, Musiker, Finanziers und Geistlichkeit.
Adélaide Louise Pauline Hus
Charles Palissot de Montenoy[1]
Charles Jacques Louis Auguste de la Rochette, Ritter de la Morliére[2]
Claude Adrien Helvétius
Claudine Alexandrine Guérin Marquise de Tencin
Cornelius Jansen, Jansenisten
Egidio Romoaldo Duni
Élie Catherine Fréron
Étienne-Michel Bouret[3]
Francois Marie Arouet, genannt Voltaire
Georges-Louis Leclerc, Comte de Buffon
Giovanni Battista Pergolesi
Hippolyte leris de la Tude, genannt Claire Josephe Clairon
Jean Calas
Jean Racine
Jean-Baptiste le Rond d’Alembert, genannt D’A
Jean-Baptiste Rameau
Jean-Jacques Rousseau
Jean-Philippe Rameau
Louis Auguste Bertin de Blagny
Montesquieu
Nicolas Corby und Pierre Moette
Jeanne Antoinette Poisson Marquise de Pompadour[4]
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise und Anmerkungen [Bearbeiten]
- ↑ Charles Palissot de Montenoy in der französischsprachigen Wikipedia
- ↑ Jacques Rochette de La Morlière in der französischsprachigen Wikipedia
- ↑ Étienne-Michel Bouret in der französischsprachigen Wikipedia
- ↑ Allgemeine Literaturzeitung \ Jahrgang 1805 \ Band 4 \ Numero 326 \ Diderot, D.: Rameaus Neffe.(1805)