Ramstein-Miesenbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Ramstein-Miesenbach
Ramstein-Miesenbach
Deutschlandkarte, Position der Stadt Ramstein-Miesenbach hervorgehoben
49.4461111111117.5547222222222238Koordinaten: 49° 27′ N, 7° 33′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Kaiserslautern
Verbandsgemeinde: Ramstein-Miesenbach
Höhe: 238 m ü. NHN
Fläche: 43,02 km²
Einwohner: 7473 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 174 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 66877,
66851 (Königreich)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 06371
Kfz-Kennzeichen: KL
Gemeindeschlüssel: 07 3 35 038
Stadtgliederung: 2 Stadtteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Am Neuen Markt 6
66877 Ramstein-Miesenbach
Webpräsenz: www.ramstein-miesenbach.de
Stadtbürgermeister: Klaus Layes (CDU)
Lage der Stadt Ramstein-Miesenbach im Landkreis Kaiserslautern
Karte

Ramstein-Miesenbach ist eine rheinland-pfälzische Stadt im Landkreis Kaiserslautern und Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie auch angehört. Ramstein-Miesenbach ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.[2]

Der Stadtteil Ramstein erlangte durch die auf seiner Gemarkung angesiedelte Ramstein Air Base sowie durch das dort im Jahr 1988 ereignete Flugtagunglück überregionale Bekanntheit.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Ramstein-Miesenbach liegt ca. 20 km westlich von Kaiserslautern am Rande des Biosphärenreservats Pfälzerwald.

Landschaftsbild[Bearbeiten]

Südlich von Ramstein liegt die Westpfälzische Moorniederung. Hier wurde im 19. Jahrhundert Torf abgebaut. Durch Ramstein-Miesenbach fließt der Mohrbach, der bei Glan-Münchweiler in den Glan mündet.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Ramstein-Miesenbach ist in zwei Stadtteile untergliedert, zu denen eine Anzahl von Wohnplätzen und Weilern gehören:[3]

  • Stadtteil Miesenbach, 2.417 Einwohner, 591 ha Gemarkungsfläche, mit den Wohnplätzen Dansenbergerhof, Hebenhübelerhof, Langdellerhof, Rundwieserhof und Trifthof
  • Stadtteil Ramstein, 6.339 Einwohner, 3.710 ha Gemarkungsfläche, mit den Wohnplätzen Am Elteweg, Am Köhlwäldchen, Am Wackenberg, An der Schwarzbach, Breuntaler Hof, Forsthaus Kindsbach, Forsthaus Mackenbach, Jagdhaus, Kiefernhof, Königreich, Langgewannerhof, Molkerei, Moordammühle, Pottelbruch, Schanz und Ziegelhütte

Geschichte[Bearbeiten]

Das Denkmal an die Opfer des Flugtagunglückes von Ramstein
Die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus in Ramstein-Miesenbach.jpg

In einer Urkunde Kaiser Barbarossas wird Ramstein erstmals 1215 genannt.

1951 wurde die Ramstein Air Base gebaut, welche mittlerweile der größte US-Stützpunkt in Europa ist. Die Airbase in Ramstein benutzte ursprünglich einen Teil der Autobahn Mannheim-Saarbrücken als Flugpiste. Auf diesem Autobahnstück richtete schon im Zweiten Weltkrieg die deutsche Wehrmacht einen Flugplatz ein. Die östliche und die westliche Zufahrt (letztere in den Landkarten als gesperrte Kfz-Straße eingezeichnet) zu dieser Airbase waren die ehemalige Autobahn. Die Airbase ist Sitz der „435th Air Base Wing“ (ABW) und der schweren Lufttransporteinheit „86th Airlift Wing“ (AW), die auch Tankflugzeuge bereitstellt. Von hier aus werden die amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa befehligt.

Auf der Airbase passierte am 28. August 1988 im Rahmen einer Flugschau der Kunstflugstaffel Frecce Tricolori ein Unfall, bei dem 70 Menschen starben und 345 verletzt wurden.

siehe Hauptartikel: Flugtagunglück von Ramstein

Die Gemeinde Ramstein-Miesenbach wurde am 7. Juni 1969 aus den aufgelösten Gemeinden Ramstein und Miesenbach neu gebildet.[4] Am 5. April 1991 erhielt sie das Stadtrecht.[4]

Religion[Bearbeiten]

2012 waren 46,3 Prozent der Einwohner katholisch und 28,2 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5] Die Katholiken gehören zum Bistum Speyer, die Evangelischen zur Protestantischen Landeskirche Pfalz.

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat in Ramstein-Miesenbach besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im Stadtrat:[6]

Wahl SPD CDU FWG Gesamt
2009 5 14 5 24 Sitze
2004 5 15 4 24 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Gold eine aufsteigende eingebogene schwarze Spitze, darin ein hersehender rotbewehrter und -bezungter goldener Löwe, mit den Vorderpranken einen viereckigen, hochkant stehenden silbernen Stein umfassend, oben rechts ein blauer Reichsapfel mit goldenem Kleeblattkreuz und Bügel, oben links ein blauer Ritterstechhelm“.

Es wurde 1973 von der Bezirksregierung Neustadt genehmigt und vereinigt die Figuren der historischen Wappen von Ramstein und Miesenbach. Der Pfälzer Löwe erinnert zudem an die ehemalige Zugehörigkeit beider Orte zur Kurpfalz.[7]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im städtischen Haus des Bürgers finden regelmäßig Theatervorstellungen, Konzerte sowie Kabarett verschiedener Künstler als Gastspiele statt.

siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Ramstein-Miesenbach

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Behörden[Bearbeiten]

Als Sitz der Verbandsgemeinde beherbergt die Stadt deren Verwaltung.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar integriert. Ramstein-Miesenbach verfügt über zwei Bahnhaltepunkte (jeweils einer in Ramstein und Miesenbach) an der Bahnstrecke Landstuhl–Kusel, in Landstuhl besteht Anschluss in Richtung Saarbrücken und Mannheim.

Ramstein-Miesenbach ist durch die Bundesautobahnen 6 (SaarbrückenWaidhaus) (Anschlussstelle: Ramstein-Miesenbach) und 62 (Anschlussstelle: Hütschenhausen) an das Autobahnnetz angebunden.

Industrie[Bearbeiten]

Ramstein verfügt über ein großes Industriegebiet, in dem zahlreiche Firmen ihren Standort haben. Es befindet sich außerhalb der Stadt an der Straße Richtung Hütschenhausen/Spesbach. Das Industriegebiet trägt den Namen „Westrich“. Das holzverarbeitende Unternehmen Rettenmeier betreibt hier ein Werk.

Bildung[Bearbeiten]

Die Stadt beherbergt das Gymnasium Ramstein-Miesenbach, dessen Einzugsgebiet sehr groß ist. Außerdem befindet sich in Ramstein die Wendelinus-Grundschule und eine Realschule plus, ehemals Duale Oberschule.

Die städtische Bücherei, die im Haus des Bürgers untergebracht ist, verlieh im Jahr 2004 ca. 35.000 Medien.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Richard Mund (1885–1969), Maler des Impressionismus
  • Edgar John (1913–1996), Künstler
  • Lothar Bossle (1929–2000), Hochschullehrer für Soziologie in Würzburg
  • Berthold Budell (1929–2010), Politiker (CDU), 1984–1985 saarländischer Umweltminister

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ramstein-Miesenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, S. 96 (PDF; 2,2 MB)
  4. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, S. 193, 204 (PDF; 2,5 MB)
  5. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3