Randa VS

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VS ist das Kürzel für den Kanton Wallis in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Randaf zu vermeiden.
Randa
Wappen von Randa
Staat: Schweiz
Kanton: Wallis (VS)
Bezirk: Vispw
BFS-Nr.: 6287i1f3f4
Postleitzahl: 3928
Koordinaten: 626662 / 10547846.1002877.7834271406Koordinaten: 46° 6′ 1″ N, 7° 47′ 0″ O; CH1903: 626662 / 105478
Höhe: 1'406 m ü. M.
Fläche: 54.49 km²
Einwohner: 436 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 8 Einw. pro km²
Website: www.randa.ch
Ortszentrum mit der Kirche Sankt Sebastian

Ortszentrum mit der Kirche Sankt Sebastian

Karte
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Randa ist eine politische Gemeinde des Bezirks Visp im deutschsprachigen Teil des Kantons Wallis in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Randa liegt an der Matter Vispa zwischen Visp und dem 9 km entfernten Zermatt und ist die drittoberste Gemeinde im Mattertal. Der tiefste Punkt der Gemeinde liegt bei 1'270 m ü. M., an der Gemeindegrenze zu St. Niklaus. Höchster Punkt ist der Gipfel des Doms mit 4'545 m ü. M. Zur Gemeinde gehören viele Weiler.

Geschichte[Bearbeiten]

Randa entstand im Jahr 1290. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es 1305. Randa bedeutet so viel wie Rand, Grenze. Bis 1552 gehörte Randa zusammen mit Täsch zum Bezirk Naters. Im Jahr 1590 wurden die Gemeindestatuten errichtet. Die Barockkirche aus dem Jahr 1717 wurde 1932 von dem Wandmaler J. Salzgeber mit Wandgemälden versehen. Der Hochaltar wurde 1735 von dem bekannten Bildhauer Anton Sigristen aus Glis geschaffen.

Das kleine Bergdorf Randa wurde in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder von Naturkatastrophen heimgesucht, so 1636, 1720, 1737 und 1819.

Randa aus der Luft gesehen, mit dem Brunegghorn und den Bergsturzmassen von 1991
Matter Vispa bei Randa, dahinter die Bergsturzmassen vom Frühjahr 1991

Bergsturz von Randa[Bearbeiten]

Die schlimmste Katastrophe für Randa war der Bergsturz im Jahr 1991. Am frühen Morgen des 18. Aprils stürzten riesige Felsbrocken beim Grossgufer (walliser-dt. = Ansammlung grosser Felsblöcke) ins Tal. Am 9. Mai, drei Wochen später, rutschte der Berg weiter ab und die Geröllmassen von total ca. 33 Mio. m³ (zum Vergleich: Volumen der Cheopspyramide: 2,5 Mio m³) begruben grosse Teile des Weilers Lerch mit 33 Landwirtschaftsgebäuden und Ferienhäusern sowie sieben Pferden und 35 Schafen, die Verbindungsstrasse nach Zermatt und die Strecke der Brig-Visp-Zermatt-Bahn. Eine mehrere Zentimeter hohe Staubschicht bedeckte das Tal. Menschen kamen nicht ums Leben.[2]

Auch die durch das Tal fliessende Matter Vispa wurde durch das Geröll gestaut und bedrohte mit ihren Wassermassen den Ort. Das Wasser wurde daraufhin mit Elektropumpen über das Hindernis gepumpt. Nach langen Regenfällen verschüttete der Dorfbach mit seinen mitgeführten Geröllmassen die Pumpen, die daraufhin ausfielen. Die tiefer gelegenen Ortsteile Randas wurden am 16. Juni 1991 überschwemmt.

Politik[Bearbeiten]

Gemeindepräsident ist Leo Jörger (Stand 2010).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche[Bearbeiten]

Schutzpatron der Pfarrei von Randa ist der heilige Sebastian. Sein Gedenktag, der 20. Januar, ist Ortsfeiertag.

Sport[Bearbeiten]

Der Fussballklub FC Randa wurde 1986 gegründet. Ziel war es, an der regionalen Bergdorfmeisterschaft (BDM) teilzunehmen, die schon seit 1984 besteht. Der FC Randa spielt nicht in einer der offiziellen Ligen des Schweizerischen Fussballverbandes.

Des Weiteren existieren in und um Randa zahlreiche Felskletterwände, welche sich sowohl zum Top-Rope- und Vorstiegsklettern als auch zum Bouldern sehr gut eignen. Zusätzlich kommt noch die Möglichkeit des Bergsteigens und Kletterns auf den die Gemeinde umgebenden Bergen hinzu. Diese variieren in Schwierigkeit und Höhe und sind damit sowohl für Anfänger als auch für Profis geeignet.

Trivia[Bearbeiten]

Der Asteroid (3928) Randa wurde von dem Astronom Paul Wild nach der Gemeinde benannt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Randa VS – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Leben mit Naturgefahren - Bergsturz von Randa (PDF; 5,8 MB)