Randolph Quirk, Baron Quirk

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Charles Randolph Quirk, Baron Quirk, CBE, FBA (* 12. Juli 1920 in Lambfell, Isle of Man) ist ein britischer Sprachwissenschaftler, Politiker und Life Peer.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Quirk wurde als Sohn von Thomas und Amy Randolph Quirk geboren; die Familie war in der Landwirtschaft aktiv. Er besuchte die Cronk y Voddy School und die Douglas High School[1] sowie das King William's College auf der Isle of Man und studierte anschließend am University College London (UCL) Englisch bei Albert Hugh Smith. Sein Studium begann er 1939; es wurde allerdings 1940 durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen. Von 1945 bis 1947 setzte er sein Studium fort. Er schloss das Studium mit einem Master of Arts (PhD)[1] und einem Doctor of Letters (D.Litt) ab. Von 1947 bis 1954 war er Dozent für Englische Sprache am UCL. Von 1951 bis 1952 war er Commonwealth Fund Harkness Fellow an der Yale University und der University of Michigan. 1954 wurde er Dozent (Reader) an der University of Durham und 1958 Professor. Von 1957 bis 1960 war Quirk Direktor (Governor) der Guisborough Grammar School in Cleveland.[1]

Er kehrte 1960 zum UCL zurück und wurde 1968 Nachfolger von Smith als Quain Professor; diese Position hatte er bis 1981 inne. Quirk lehrte am University College London Altenglische Sprache (Anglo-Saxon) und Geschichte der Englischen Sprache. Diese zwei Disziplinen waren Teil einer Zusammenstellung von zehn Bereichen in der Abschlussprüfung des Bachelor-Lehrplans. Zu dieser Zeit waren Altenglische Sprache und Mittelenglische Sprache zusammen mit der Geschichte der Englischen Sprache Pflichtfächer. Er arbeitete eng mit A.C. Gimson und J.D. O'Connor vom Fachbereich für Phonetik (Phonetics Department) zusammen, wo er gelegentlich als Prüfer mündliche Prüfungen im Fach Phonetik abnahm.

Projekt Survey of English Usage[Bearbeiten]

Während der frühen 1960er Jahre betrieben Quirk und einige seiner Kollegen, darunter Valerie Adams, Derek Davy und David Crystal, ein ambitioniertes Projekt, bekannt als Survey of English Usage. Diese Zusammenstellung von Daten der Englischen Sprache komprimierte eine Million Wörter, die tatsächlich im Alltag verwendet werden. Frühere Grammatiken tendierten dazu, den Kanon der englischen Literatur übermäßig zu nutzen.

Dabei erhielt er finanzielle Unterstützung unter anderem von einem dänischen Verleger und der Oxford University Press.[1]

Das Projekt war die Grundlage für das Buch A Comprehensive Grammar of the English Language, ein Grammatiknachschlagewerk, das weltweit verwendet wird. Dabei handelte es sich um das erste Grammatikbuch, das die Englische Sprache in ihrem tatsächlichen Gebrauch beschrieb, und nicht auf Regeln aufbaute, die von Lehrern und Wissenschaftlern nach Modellen von Grammatiken der Lateinischen und Griechischen Sprache überliefert wurden. Diese Modelle waren als „korrekte“ Modelle für lebendiges Englisch angesehen worden. Anstatt zu erklären, was korrekter grammatikalischer Gebrauch ist, schlugen Quirk und seine Kollegen eine eher beschreibende als normative Grammatik vor, die Lesern zeigt, dass verschiedene Gruppen von englischen Sprechern einen unterschiedlichen Sprachgebrauch aufweisen. Sie argumentieren, dass korrekt ist, was tatsächlich gesprochen wird.

Dieses Projekt nahm einen Großteil seiner Zeit in den 1960er und 1970er Jahren ein. Zusätzlich war er aber auch für das British Council tätig. Von 1985 bis 1989 war er Präsident der British Academy. Dazu gehörten Vortragsreisen nach Russland, Korea, China und Japan sowie Indien, Ghana und Nigeria. Von 1975 bis 1976 ließ sich Quirk beurlauben und verbrachte diesen Zeitraum im Irak und Neuseeland.[1]

Projekt Summer School of English[Bearbeiten]

Das Mitwirken bei der „London University Summer School of English“ war eine von Quirks bevorzugten akademischen Tätigkeiten. Das Lehrerkollegium wurde als eines der bedeutendsten von Englischlehrern weltweit angesehen. Als die Schule vom Queen Elizabeth College nach New Cross wechselte, sank das Interesse stark. Quirks Amtszeit als Direktor ging von 1959 bis 1983[1] und es folgte ihm der Phonetiker J. D. O'Connor.

Mitgliedschaft im House of Lords[Bearbeiten]

Quirk wurde am 12. Juli 1994 zum Life Peer als Baron Quirk, of Bloomsbury in the London Borough of Camden ernannt. Seine Antrittsrede hielt er am 10. Oktober 1994. Im House of Lords sitzt er als Crossbencher.

Als seine politischen Interessen gibt er auf der Webseite des Oberhauses Bildung, öffentliche Kommunikation, Gesundheit, Medien, Sprachpathologie und Rundfunk an.

In den 1990er Jahren sprach er zu den Themen Behinderung, britische Industrie, Bildung, Flüchtlinge im Kosovokrieg und die wirtschaftliche und politische Entwicklung auf dem Balkan. Er meldete sich in den 2000er Jahren zu Lehrerausbildung, alleinerziehenden Eltern, dem Tod von Elizabeth Bowes-Lyon und der Lage im Irak zu Wort.

Von 1997 bis 2002 gehörte er dem House of Lords Select Committee on Science and Technology an.

Quirk war seit 2001 regelmäßig an Sitzungstagen anwesend. Er nahm jährlich durchschnittlich an über 130 Sitzungstagen in der Sitzungsperiode teil.[2]

Weitere Ämter[Bearbeiten]

Quirk war von 1969 bis 1972 Vorsitzender (Chair) des Committee of Enquiry in Speech Therapy Services und von 1970 bis 1985 Mitglied des Senats der London University. Von 1975 bis 1980 war er Direktor (Governor) des British Institute of Recorded Sound. Er gehörte von 1975 bis 1981 dem BBC Archives Committee an. Er war Vorsitzender (Chairman) des Hornby Educational Trust von 1979 bis 1993. Bei der English Speaking Union (ESU) war er von 1980 bis 1985 Direktor (Governor). Quirk war von 1981 bis 1985 Vize-Kanzler (Vice-Chancellor) der University of London.

Von 1986 bis 1990 war er Vizepräsident (Vice-President) der Foundation for Science and Technology. Bei der American School in London war er von 1987 bis 1989 Direktor (Governor). Während seiner Amtszeit arbeitete er an der Verbesserung des nationalen Lehrplans.[1]

Er war Präsident des Institute of Linguists von 1983 bis 1986. Er war Vorsitzender (Chair) der Anglo-Spanish Foundation von 1983 bis 1985. Von 1983 bis 1991 gehörte er dem Vorstand (Board) des British Council an. Von 1984 bis 1996 war er Vorsitzender (Chairman) des British Library Advisory Committee. Beim Vorstand (Council) der Royal Academy of Dramatic Art war Quirk von 1985 bis 2004 Mitglied.

Bei der Richmond, The American International University in London war er von 1985 bis 2006 Direktor (Academic Governor). Er war Mitglied des Treuhandrates (Trustee) der City Technology Colleges von 1986 bis 1998. Von 1987 bis 1995 war er Royal Commissioner bei der 1851 Exhibition. Beim College of Speech and Language Therapists war er von 1987 bis 1991 Präsident.

1989 war Quirk Präsident der North of England Educational Conference.

Quirk ist Berater (Consultant) von Pearson Education, beim Linguaphone Institute und der Wolfson Foundation. Bei letzterem ist er seit 1987 Mitglied des Treuhandrates (Trustee).

Ehrungen[Bearbeiten]

1976 wurde er zum Commander des Order of the British Empire (CBE) ernannt und 1985 zum Knight Bachelor.

Er ist Träger zahlreicher Ehrendoktorwürden. Unter anderem erhielt er sie von der Universität Lund, der Universität Uppsala, der Universität von Paris, der Universität Lüttich, der Radboud-Universität Nijmegen, der University of Salford, der University of Reading, der University of Leicester, der Newcastle University, der University of Durham, der University of Bath, der Open University, der University of Essex, der Bar-Ilan-Universität, der University of Southern California, der University of Westminster, der Brunel University, der University of Sheffield, der University of Glasgow, der Karls-Universität Prag, der Universität London, der Adam-Mickiewicz-Universität Posen, der Aston University, der Richmond, The American International University in London, der Universität Kopenhagen, der Universität Bukarest und der Queen Margaret University.

Er ist Foreign Fellow der Academia Europaea, der American Academy of Arts and Sciences, der Königlich Belgischen Akademie der Wissenschaften, der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften, der Finnischen Akademie der Wissenschaften,[1] der British Academy (seit 1975), der Royal Holloway, University of London, der Goldsmiths, University of London, des Imperial College London, des King's College London und der Queen Mary, University of London.[1] Außerdem ist er Fellow und Research Fellow des UCL, sowie Honorary Master der Anwaltskammer Gray's Inn.

Persönliches[Bearbeiten]

Quirk ist ein Unterstützer der Labour Party. 1946 heiratete er Quirk Jean mit der er zwei Söhne hat. 1984 heiratete er[1] die deutsche Linguistin Gabriele Stein, mit der er in Deutschland und England lebt.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Randolph Quirk Interview auf der Webseite des UCL vom Februar 2001
  2. House of Lords: Members' expenses Members' expenses auf der Webseite des House of Lords, abgerufen am 29. Januar 2011