Ranfurly (Neuseeland)

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Ranfurly
Ranfurly (Neuseeland)
Ranfurly
Koordinaten 45° 8′ S, 170° 6′ O-45.133333333333170.1Koordinaten: 45° 8′ S, 170° 6′ O
Einwohner 717 (2006)
Region Otago
Distrikt Central-Otago-Distrikt
Ranfurly ist für seine Art Deco-Gebäude bekannt
Hauptstraße von Ranfurly

Ranfurly ist der größte Ort in der Ebene Maniototo Plain im Central-Otago-Distrikt in der neuseeländischen Region Otago. Der Ort hatte beim Zensus 2006 717 Einwohner [1]

Der Ort liegt 110  Kilometer nördlich von Dunedin in einer trockenen, unebenen Landschaft auf einer Höhe von etwa 600 Metern über dem Meeresspiegel an einem kleinen Zufluss des Taieri River. Er ist ein Dienstleistungszentrum für den umliegenden ländlichen Raum.

Früher war die Stadt als Eweburn bekannt, einer der zahlreichen Farmnamen, die der leitende Vermesser von Otago, John Turnbull Thomson vielen kleinen Bächen und Orten des Bezirkes gab. Der heutige Name des Ortes wurde zu Ehren von Uchter Knox, 5. Earl of Ranfurly vergeben, der zum Zeitpunkt der Fertigstellung der Eisenbahnlinie Otago Central Railway Generalgouverneur von Neuseeland war.

Der State Highway 85, der auch unter dem Namen „The Pigroot“ bekannt ist, führt durch den Ort.

Klima[Bearbeiten]

Central Otago und insbesondere Maniototo hat eine der sehr wenigen kontinentalen Klimazonen Neuseelands mit großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht und im Verlauf der Jahreszeiten. Heiße Sommer mit Temperaturen knapp unter 40 °C sind nicht ungewöhnlich, wogegen starker Frost im Winter als normal gilt. Die niedrigste Temperatur Neuseelands wurde in Ranfurly mit −25,6 °C am 17. Juli 1903 gemessen.[2]

Die Stadt liegt für die vorherrschenden Westwinde im Regenschatten der Südalpen. Der Nor'wester, ein Föhnwind, tritt daher häufig auf und der Jahresniederschlag beträgt in der Region nur 300–400 mm.

Geschichte[Bearbeiten]

Während des Otago-Goldrausches der 1860er wurden mehrere wichtige Goldvorkommen nahe Ranfurly, insbesondere in Kyeburn und Naseby nahe der Südseite der Kakanui Range, gefunden.

Ranfurly wuchs auf Kosten von Naseby als der Goldrausch zu Ende ging und die Ankunft der Eisenbahn im Jahre 1898 förderte das Stadtwachstum. Die Bahnstrecke wurde 1990 stillgelegt und demontiert, die ehemalige Trasse, der Otago Central Rail Trail, ist nun jedoch ein von Einheimischen und Touristen genutzter Wander- und Radweg. Die frühere Bahnstation ist heute ein Museum und Ausstellungsbereich, in dem sich auch Informationen zum Eisenbahnunglück im nahgelegenen Hyde von 1943 finden.

Die Stadt wurde ein wichtiges Dienstleistungszentrum für den umliegenden ländlichen Raum und erlebte in den 1930er Jahren einen Bauboom. Heute ist Ranfurly bekannt für die zahlreichen erhalten gebliebenen Art Deco-Gebäude. Ein jährlich stattfindendes Fest, das dem Art Deco-Erbe der Stadt gewidmet ist, findet im Februar statt.

Das nahe gelegene Ida Valley diente als Kulisse für die "Ebenen von Rohan" in der Filmtrilogie Der Herr der Ringe.

Sport[Bearbeiten]

Ranfurly liegt in einer Region, in der besonders Curling gespielt wird. Der örtliche Verein vertrat Neuseeland bei den Curling-Weltmeisterschaften von 1999, 2004 und 2005 und belegte dabei den 10., 7. und 8. Platz. Er stellte auch Mitglieder für die neuseeländische Mannschaft bei den Curlingwettbewerben der Olympischen Winterspiele 2006.

Ranfurly ist Geburtsort von mehreren Mitgliedern der neuseeländischen Hockeynationalmannschaft der Damen

Bildung[Bearbeiten]

Ranfurly hat eine Schule, die Maniototo Area School. Diese wurde 1879 [3] gegründet und hat etwa 190 Schüler im 5. bis 18. Lebensjahr. Sie hat eine starke sportliche Tradition und trotz ihrer abgelegenen Lage ein gutes Bildungsprogramm, das durch Videokonferenzen und das OtagoNet-Projekt[4] unterstützt wird.

Personen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

  • Ranfurly. Maniototo Promotions, archiviert vom Original am 27. September 2007, abgerufen am 8. September 2014 (HTML, englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).
  • Website zur ländlichen Art Deco
  • Ranfurly. Otago Central Rail Trail Charitable Trust, archiviert vom Original am 4. Februar 2012, abgerufen am 7. September 2014 (HTML, englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistice New Zealand (*.xls)
  2. NZ's temperature record hits new low - minus 25.6degC. New Zealand Herald, 12. Juli 2011, abgerufen am 30. Januar 2014 (HTML, englisch).
  3. From Eweburn to Maniototo Area School, 125 Years of Change - Jack Rutherford ISBN 0-476-00955-3
  4. The Schools - Maniototo Area School. Otago Net, archiviert vom Original am 14. Mai 2007, abgerufen am 7. September 2014 (HTML, englisch, Originalwebseite nicht mehr verfügbar).