Rangabzeichen

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Rangabzeichen (früher benutzter Ausdruck) oder Dienstgradabzeichen (heutiger Begriff), in Österreich auch Distinktionen, in der Schweiz Gradabzeichen genannt, sind Abzeichen und Unterscheidungszeichen an der Kleidung, die den Dienstgrad oder den Rang der betreffenden Personen innerhalb einer Organisation kenntlich machen. Sie sind nicht zu verwechseln mit den Abzeichen eines Ranges, die als zusätzliches Attribut oder Ausrüstungsstück dem Inhaber eines Ranges zugestanden werden (z. B. Marschallstab).

Dienstgradabzeichen werden meist als Schulterklappen oder auf Kragenpatten, am Oberärmel oder am Unterärmel oder an der Brust getragen. Aber auch Kopfbedeckungen können sich nach den Dienstgraden unterscheiden.

Gängige Symbole für Dienstgradabzeichen[Bearbeiten]

  • Kronen (Großbritannien, Schweden)
  • Ordenssterne (einige spezielle Regimenter in Großbritannien)
  • 4-strahlige Sterne (Großbritannien)
  • 5-strahlige Sterne (USA, Russland, Polen, Italien, Belgien)
  • 6-strahlige Sterne (deutsche Polizei, Feuerwehr in Baden-Württemberg, Österreich, Belgien)
  • 20-strahlige Sterne (4 große und 16 kleine Strahlen; Deutschland)
    • als stilisiertes Edelweiß (Schweiz: für höhere Stabsoffiziere und den Oberbefehlshaber der Armee, Österreich)
  • unterschiedlich breite Litzen oder Tressen (Marinestreitkräfte, Luftstreitkräfte, Frankreich)
  • Laubblätter (USA: siebenfingriges Blatt (stilisiertes Eichenblatt, im Laufe der Zeit in der Darstellung „gerundet“) für Major in Gold und Lieutenant-Colonel in Silber, Bundeswehr: Eichenlaub für Stabsoffiziere und Generale)
  • Winkel aus Litze (fast alle Armeen für Mannschaften und/oder Unteroffiziere)
  • Halbbögen aus Litze (USA, sowohl unter als auch über oder ohne Winkel)
  • Schrägbalken aus Litze oder geprägtem Blech (Bundeswehr, Belgien)
  • Balken gestickt auf Stoff in Rot, Silber, Gold (deutsche Feuerwehren und Hilfsorganisationen, je nach Bundesland/Organisation)

Die Angaben in Klammern sind lediglich Beispiele, von denen sich natürlich noch viele weitere finden lassen.

Bekannt, aber weniger gebräuchlich sind Tierdarstellungen (USA: Colonel trägt stilisierten Adler) und Waffendarstellungen (Generale in der britischen Armee haben Säbel und Kommandostab gekreuzt).

Auch hinsichtlich der Anbringung haben sich organisations- und landestypische Traditionen entwickelt. Die Offiziere der Seestreitkräfte tragen an den Unterärmeln goldene Tressen. An der unterschiedlichen Breite, Anzahl und Abfolge ist der Dienstgrad zu erkennen. Heeressoldaten tragen ihre Dienstgradabzeichen überwiegend auf den Schultern und meist als Schulterklappen, Offiziere haben dort häufig besonders gearbeitete Schulterstücke. In Belgien und Österreich befinden sich die Dienstgradabzeichen der Heeresuniform traditionell auf den Kragenspiegeln. Ein großer Teil der Marinen der Welt und viele Land- und Luftstreitkräfte kennzeichnen ihre Mannschaftsdienstgrade und Unteroffiziere durch Abzeichen auf dem Oberärmel.

Abzeichen, die den Rang innerhalb einer Organisation an der Kleidung kenntlich machen, sind bereits aus der römischen Armee bekannt. Auch die Wappenröcke in den Ritterheeren kennzeichneten ihren Träger und seinen Rang. Dienstgradabzeichen in der heute bekannten Form finden sich jedoch erst im 18. Jahrhundert und entwickelten sich im frühen 19. Jahrhundert zu dem System, das noch heute in vielen – vor allem staatlichen – Großorganisationen anzutreffen ist. Wenngleich sich Dienstgrad- oder Rangabzeichen auch bei Polizei, Feuerwehr, Grenzschutz, Rotem Kreuz, Förstern, Schützenvereinen usw. finden, war und ist der Schrittmacher dieser Entwicklung das Militär.

Die Einführung von Tarn- und Schutzuniformen seit dem Ersten Weltkrieg hat auch zu Änderungen bei der Gestaltung oder Anbringung der Dienstgradabzeichen geführt. US-amerikanische Soldaten tragen auf der Tarnuniform kleine brünierte Metallabzeichen, die aus größerer Entfernung nicht zu sehen sind. Die Wehrmacht führte Rangabzeichen ein, die vom üblichen Tressen- und Sternmuster völlig abwichen und nur noch Tressen und waagerechtes Eichenlaub in unterschiedlicher Menge und Kombination aufwiesen und ebenfalls nur aus der Nähe auffielen. Die Bundeswehr führte Mitte der 1990er Jahre schwarze Dienstgradabzeichen auf olivgrüner Schlaufe für den Feldanzug und die Tarnuniform ein. (Teilweise sind die schwarzen Abzeichen auch auf fleckgetarntem Stoff und somit selbst aus der Nähe kaum zu erkennen; da diese Abzeichen aber nicht den dienstlich gelieferten entsprechen ist das Tragen generell nicht erlaubt, wird aber von einigen Vorgesetzten toleriert.) Da im Einsatz die Splitterschutzweste getragen wird, sind nun auch die Schulterklappen nicht mehr sichtbar, weshalb ein einzelnes Dienstgradabzeichen mittig auf der Brust mit Klettverschluss befestigt wird, das dem Abzeichen der Tarnschulterklappe entspricht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Guido Rosignoli, Rang-und Ehrenabzeichen der Armeen seit 1945, o.O. 1975, ISBN 3-453-81013-9.

Siehe auch[Bearbeiten]