Ranger (General Motors)

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Logo der Marke Ranger
Bild eines Ranger (Südafrikanisches Modell) aus dem Jahr 1974.

Ranger war eine Automarke. Die Ranger-Fahrzeuge wurden in den 1960er- und 1970er-Jahren unter dem Dach des General Motors-Konzerns gefertigt. Der Ranger reiht sich in die weltweit produzierte Opel Rekord C-Familie ein, die auch in Brasilien (Chevrolet Opala) und Mexiko hergestellt wurde.

Die Marke existierte ursprünglich in Südafrika, später wurden auch in der Schweiz (im GM-Werk in Biel) und in Belgien (Antwerpen) Fahrzeuge der Marke "Ranger" zusammengebaut und verkauft, einige Fahrzeuge gelangten auch in die Niederlande.

Die ersten Ranger-Fahrzeuge basierten technisch auf der Opel Rekord-Baureihe der 1960er-Jahre (Opel Rekord C/Opel Commodore A). Optisch erinnerten gewisse Karosserieteile, namentlich die Kühlermaske, an den Vauxhall Ventora.

Während bei den im Sommer 1968 eingeführten südafrikanischen Modellen Chevrolet-Motoren eingebaut wurden, kamen bei den in Europa gebauten Modellen Opel-Motoren zum Einsatz, und zwar die gesamte auch in den entsprechenden Rekord- und Commodore-Modellen angebotene Palette.

Das erste Ranger-Modell (1968-1972) wird heute als Ranger A bezeichnet, ab 1972 gab es den Ranger B. Dieser basierte auf Opel Rekord D bzw. Opel Commodore B.

Ranger A (Südafrika)[Bearbeiten]

In Südafrika wurde der Ranger als zwei- und viertürige Limousine, als zweitüriges Hardtop-Coupé und als fünftüriger Kombi angeboten. Bis auf die Vauxhall-ähnliche Frontpartie und einige Details wie Radkappen und Heckleuchten entsprach er optisch völlig dem Rekord C. Verwendet wurden Chevrolet-Vierzylinder von 2,1 Liter ("Ranger 130", 73 DIN-PS) und 2,5 Liter ("Ranger 153", jeweils nach dem Hubraum in Kubikzoll so genannt; 106 SAE-PS) Hubraum, ferner gab es, nur als Coupé und Viertürer, den Ranger 153 HO und SS 153 (2,5 Liter, 120 SAE-PS). Geschaltet wurde über ein synchronisiertes Vierganggetriebe oder per Trimatic-Dreigangautomatik.


Ranger A (Europa)[Bearbeiten]

In Europa wurde ab Anfang 1970 im schweizerischen Biel und in Antwerpen ein mit dem südafrikanischen weitgehend baugleiches Modell (bis hin zum Springbock-Emblem) montiert, allerdings mit Opel-Motoren versehen. Zum Einsatz kamen der 1900 S-Motor (90 PS) aus dem Rekord, der 2500 (120 PS) und der 2500 S (130 PS) aus dem Commodore. Vertrieben wurde der Ranger in ausgewählten Ländern über die jeweiligen Vauxhall-Händler; das erklärt den auch hier verwendeten Vauxhall-Kühlergrill und die Modellpalette: den 1900 gab es nur als Zweitürer (weil Vauxhall mit dem Victor keine Zweiliter-Limousine im Programm hatte), die 2500 und 2500 GTS hingegen auch als Viertürer (weil Vauxhall selbst in dieser Klasse nicht vertreten war). In der Schweiz kostete ein zweitüriger Ranger 1900 im Jahr 1971 SFr 11.325, ein vergleichbarer Rekord 1900 SFr 11.450, der viertürige Vauxhall Ventora 2000 SFr 11.300.

"Ranger B" (Südafrika)[Bearbeiten]

Nach Art des Ranger A wurde ab 1973 in Südafrika ein neues Modell auf Basis des Rekord D/Commodore B angeboten, das allerdings nicht mehr den Namen Ranger trug, sondern Chevrolet 2500 (Chevrolet-Vierzylinder) bzw. 3800/4100 (Chevrolet-Sechszylinder) hieß. Von den Motoren abgesehen waren die Unterschiede zu den Opel-Modellen gering.


Ranger B (Europa)[Bearbeiten]

Nur in Europa gab es unter dieser Bezeichnung den Ranger B auf Basis von Rekord D/Commodore B. Der Ranger B wurde nur in Antwerpen hergestellt und als Ranger 1700 (83 PS), 1900 (97 PS), 2500 (115 PS) und 2500 GTS (130 PS) angeboten, auf Wunsch gab es auch den 2800 GTS (140PS). Den 1700 gab es nur als Zweitürige Limousine. Der 1900, 2500 GTS und der 2800 GTS gab es nur als Coupé. Den 2500 gab es nur als Viertürige Limousine. Von Rekord und Commodore unterschied sich der Ranger B lediglich durch die Doppel- statt Rechteckscheinwerfer, die unter die vordere Stoßstange verlegten Blinker, einen anderen Kühlergrill, eine geänderte Heckblende, die Embleme und einer Motorhaube mit eckiger Hutze, die nicht der Dieselhaube entspricht, sondern ein eigenes Pressteil war. Ein Ranger 2500 GTS Coupé kostete 1973 in der Schweiz SFr 19.300, ein Commodore GS Coupé aus deutscher Produktion war mit SFr 19.250 demgegenüber sogar etwas preiswerter. (Der Ranger war 50.- Fr. teurer, weil er im Gegensatz zum Commodore vorne Doppelscheinwerfer hatte und die Blinker deswegen separat unter der Stoßstange montiert werden mussten.)

Quellen[Bearbeiten]

  • Roger Gloor: Personenwagen der 60er Jahre. Hallwag Verlag, Bern und Stuttgart, 3. Auflage 1990, ISBN 3-444-10307-7, S. 303.
  • Automobil Revue, Katalognummern 1969, 1971 und 1973.
  • auto modelle Katalog, Ausgabe 1974