Rangin Dadfar Spanta

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Rangin Dadfar Spanta (2006)

Rangin Dadfar Spanta, persisch: ‏رنگین دادفر سپنتا‎, (* 1953 in Herat/Afghanistan) ist ein deutsch-afghanischer Politikwissenschaftler und war vom 2006 bis 2010 Außenminister Afghanistans.

Leben[Bearbeiten]

Werdegang[Bearbeiten]

Dadfar Spanta ist der älteste Sohn eines Großgrundbesitzers in Westafghanistan. Ethnisch gesehen ist Dadfar Spanta Fars (Perser). Mit 15 Jahren schloss er sich einer maoistischen Partei an und studierte später in Kabul. Bereits vor der sowjetischen Invasion (1979) ging er im Jahre 1976 in die Türkei, wo er sein Studium fortsetzte. 1980 ging er zurück und schloss sich für ein Jahr dem bewaffneten Widerstand an. 1981 ging er zurück in die Türkei.

Er war in den 1990er Jahren Dozent für Politikwissenschaften an der RWTH Aachen. Seit 2004 war er mit einem Stipendium aus Deutschland Dozent an der Universität Kabul und später außenpolitischer Berater des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai. Sein Amtsvorgänger als Außenminister ist Abdullah Abdullah. Sein Nachfolger ist Zalmay Rassoul.

Deutschland[Bearbeiten]

Januar 1982 reiste er nach Deutschland, wo er als Flüchtling politisches Asyl erhielt. Er studierte später Politikwissenschaft an der RWTH Aachen und promovierte 1992 mit einem Stipendium des Studienwerks der Heinrich-Böll-Stiftung. Er war Mitbegründer des Demokratischen Rats Afghanistans und ist Mitglied der Grünen. 1999 kandidierte er bei den Wahlen zum Aachener Stadtrat, scheiterte aber knapp. Bis Ende 2004 war er in Teilzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politische Wissenschaft der RWTH Aachen und Mitarbeiter in einer lokalen entwicklungspolitische Bildungs- und Lobby-Organisation (Dritte Welt Forum e.V., jetzt: Eine Welt Forum Aachen e.V.).

Er spricht Persisch als Muttersprache, außerdem Deutsch, Paschtu, Türkisch und seit der Amtsübernahme Englisch.

Außenminister in Afghanistan[Bearbeiten]

Am 22. März 2006 wurde er zum afghanischen Außenminister ernannt.

Am 12. Mai 2007 hat das afghanische Parlament erst bei einer zweiten Abstimmung mit knapper aber ausreichender Mehrheit Dadfar Spanta das Vertrauen entzogen. Analysten führen die Absetzung von Dadfar Spanta auf die politischen Differenzen zurück und meinten, dass seine Absetzung kein spontaner Akt einer Verärgerung über die nicht verhinderte iranische Massenausweisung von afghanischen Flüchtlingen war, sondern sich konservative pakistanische und iranische Einflüsse durchgesetzt haben.[1]

Präsident Karzai rief das "Estere Mahkema" (das Oberste Gericht) an, um die Verfassungmäßigkeit dieses Votums und die Rechtmäßigkeit der Modalitäten des Misstrauensvotums durch das höchste Gericht des Landes prüfen zu lassen. Bis zu dieser Entscheidung solle Dadfar Spanta - rechtlich umstritten - im Amt bleiben. Es wurde entschieden, dass das Votum verfassungswidrig war. Am 22. Mai 2007 traf er in Kabul noch mit dem damaligen deutschen Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zusammen. Ende 2009 traf er noch mit dem neuen Außenminister Guido Westerwelle in Kabul zusammen.

Am 18. Januar 2010 beendete er seine Tätigkeit als Außenminister.

Persönliches[Bearbeiten]

Rangin Dadfar Spanta ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Seine Frau und Brüder leben weiterhin in Aachen. Neben der afghanischen Staatsbürgerschaft besitzt er auch die deutsche Staatsangehörigkeit.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Afghanistan: Entstehung der Unterentwicklung, Krieg und Widerstand. Aachener Beiträge zur vergleichenden Soziologie und zur China-Forschung Bd. 11., Peter Lang Verlagsgruppe, 1993, ISBN 3-631-46068-6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rangin Dadfar Spanta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Zwei Ziele mit einem Steinwurf treffen“ - Marion R. Mueller über den Misstrauensantrag gegen Spanta, 15. Mai 2007