Rangsdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rangsdorf
Rangsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rangsdorf hervorgehoben
52.28305555555613.43305555555636Koordinaten: 52° 17′ N, 13° 26′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Teltow-Fläming
Höhe: 36 m ü. NHN
Fläche: 33,72 km²
Einwohner: 10.498 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 311 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15834
Vorwahl: 033708
Kfz-Kennzeichen: TF
Gemeindeschlüssel: 12 0 72 340
Gemeindegliederung: Gemeinde plus zwei Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Seebadallee 30
15834 Rangsdorf
Webpräsenz: www.rangsdorf.de
Bürgermeister: Klaus Rocher (FDP)
Lage der Gemeinde Rangsdorf im Landkreis Teltow-Fläming
Am Mellensee Baruth/Mark Blankenfelde-Mahlow Dahme Dahmetal Großbeeren Ihlow (Fläming) Jüterbog Luckenwalde Ludwigsfelde Niederer Fläming Niedergörsdorf Nuthe-Urstromtal Rangsdorf Trebbin Zossen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Ortsteile und Nachbargemeinden von Rangsdorf

Rangsdorf ist eine amtsfreie Gemeinde[2] im Landkreis Teltow-Fläming im Land Brandenburg.

Geographie und Ortsteile[Bearbeiten]

Der Ort liegt auf dem Plateau des Teltow am Rangsdorfer See. Nachbargemeinden bzw. -städte sind: Blankenfelde-Mahlow im Norden, Mittenwalde im Osten und Zossen im Süden.

Die Gemeinde gliedert sich wie folgt:[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte der heutigen Gemeinde ist bis in das 20. Jahrhundert hinein die Geschichte der einzelnen Dörfer und Wohnplätze, die heute zur (Groß-)Gemeinde Rangsdorf gehören. Der Aufstieg Rangsdorfs zur Großgemeinde begann Ende der 1920er Jahre mit dem Verkauf und der Parzellierung von Gutsgelände im Bereich des Bahnhofs sowie 1939 mit der Eingliederung der Siedlung Groß Machnow (oder Neumachnow), die bis dahin zur damaligen Gemeinde Groß Machnow gehörte. 1974 wurde Klein Kienitz eingemeindet und 2003 folgte die Eingemeindung von Groß Machnow.

Frühgeschichte[Bearbeiten]

Funde belegen, dass am Rangsdorfer See erste Siedlungen bereits um 8000 v. Chr. bestanden, also bereits rund 2000 Jahre nach dem Ende der letzten Eiszeit, deren Schmelzwasser den See bildeten[3][4].

Nach dem Wegzug der germanischen Semnonen rückten ab dem 7. Jahrhundert slawische Stämme in den weitgehend siedlungsfreien Raum nach. Eine slawische Vorgängersiedlung zu Rangsdorf konnte bisher aber nicht festgestellt werden.

Mittelalter[Bearbeiten]

Die slawische Zeit ging 1157 mit der endgültigen Eroberung des Teltow und der Gründung der Mark Brandenburg durch den Askanier Albrecht den Bären zu Ende. Der westliche Teltow gehörte zu einem der Kerngebiete der jungen Mark. Im Zuge des Landesausbaus wurden neue Siedlungen im Bereich des Rangsdorfer Sees gegründet, neben Rangsdorf auch Pramsdorf und westlich des Sees Jühnsdorf, östlich des Sees Groß Machnow.

Die erste urkundliche Erwähnung fand Rangsdorf 1375 im Landbuch Karls IV. als Rangenstorpp (bzw. Rangestorff in einer anderen der drei erhaltenen Handschriften des Landbuches). Über Rangersdorff (1544), Rangensdorff (1583) bildete sich der 1775 erstmals genannte Name Rangsdorf heraus. Der Name geht sehr wahrscheinlich auf eine mittelniederdeutsche Grundform Rangher(e)sdörp zurück und bezeichnet das Dorf eines Ranghers, wobei sich der Eigenname Rangher vermutlich aus dem Begriff Rangen = Zanken, im Althochdeutschen dann = ringen bzw. im Altsächsischen heri = Heer ableitet. Die ursprüngliche Dorfstruktur war ein Sackgassendorf mit (späterem) Rittergut.

Der Ort war mit seinen 25 Hufen und 9 Kossäten viel kleiner als die heutigen Ortsteile Groß Machnow und Klein Kienitz. Ein Größenvergleich: Groß Machnow hatte 80 Hufen und 33 Kossäten, Klein Kienitz 30 Hufen und 7 Kossäten. Bemerkenswerterweise werden keine Pfarrhufen erwähnt; ein deutlicher Hinweis darauf, dass es damals noch keine Kirche und keinen Pfarrer im Ort gab. Jede Hufe hatte an Pacht (pactum) drei Scheffel Roggen und drei Scheffel Hafer zu bezahlen. An Zins mussten für jede Hufe zwei Schillinge (solidi) und an Bede 16 Pfennige (denarii) entrichtet werden. Es waren neun Kossäten im Dorf ansässig, von denen jeder einen Schilling zu bezahlen hatte. Der Dorfkrug hatte zwei Schillinge zu entrichten, die Mühle einen halben Wispel Roggen (also zwölf Scheffel). Außerdem mussten die Dorfbewohner noch insgesamt 24 Hühner und 60 Eier abliefern. Die Rechte im Dorf waren geteilt. Jacob Rathenow, Bürger in Rangsdorf, hatte des Hochgericht, und ihm standen die Wagendienste der Bauern zu. Das Niedergericht besaß jedoch ein gewisser Dyreke in Rudow. Die Abgaben der Bauern und Kossäten gingen ebenfalls an diese beiden Personen. Jacob Rathenow hatte Anspruch auf Pacht und Zins von vier Hufen sowie auf die Bede von allen Hufen. Die Bede war ein erbliches Lehen der von Torgau. Außerdem standen ihm 15 Hühner zu. Dyreke bezog Pacht und Zins von den übrigen 21 Hufen sowie die restlichen Hühner und die Abgabe von Eiern.

In den Schoßregistern (Steuerregister) von 1450 werden 26 abgabenpflichtige Hufen genannt, außerdem vier Kossäten, der Dorfkrug und ein Hirte. Ein Hof war abgebrannt. Die Schoßregister von 1480 vermelden wieder sechs Kossäten.

Bis 1451 waren die oben genannten Besitzteile wieder vereinigt worden, denn in diesem Jahr erhielt Henning Strobant zusammen mit seinen Söhnen Bartold, Heinrich und Caspar die Lehensbestätigung für das gesamte Dorf mit Hoch- und Niedergericht, Diensten und allen Rechten.

Neuzeit[Bearbeiten]

Im Jahre 1536 erscheint die Familie Reich von Berlin als Besitzer des Dorfes in den Urkunden. 1544 bewirtschaften sechs Bauern je drei Hufen (darunter der Schulze und der Krüger), vier Bauern je zwei Hufen. Acht Kossäten hatten Häuser mit Gärten. Einige Bauern und Kossäten bewirtschafteten „Neuland“, vermutlich trockengefallene oder trockengelegte Randbereiche des Rangsdorfer Sees sowie Kohlgärten. Bis 1581 war ein Zweihüfnergut von der Grundherrschaft eingezogen worden und bildete den Grundstock für das spätere Rittergut. Es wird erstmals seit 1375 wieder eine Mühle genannt. Die Familie Reiche verkaufte 1571 zunächst eine Hälfte des Dorfes mit allen Rechten an den Kammerrat Dr. Johann Köppen. 1586 kaufte dieser auch die andere Hälfte von Henning Reiche. Bis 1598 war ein weiteres Dreihüfnergut eingezogen worden, bis 1612 kam noch ein Dreihüfnerhof hinzu, so dass das Rittergut acht „freigewilligte“ Hufen hatte, d.h. diese Hufen waren von den Pacht-, Zins- und Bedeabgaben befreit. Dafür hatte der Rittergutsbesitzer Vasallendienste für den Markgrafen zu leisten. 1598 ist erstmals von einer Windmühle im Dorf die Rede. 1608 gab es sieben Bauerngüter, vier Bauerngüter hatte je drei Hufen unter dem Pflug, drei Bauern bewirtschafteten je zwei Hufen. Im Dorf gab es den Krug und eine Windmühle. Ansässig waren außerdem neun Kossäten und ein Küster, d. h. es gab sicher eine Kirche.

Im Jahre 1617 wurde einem v. Kahlenberg die Lehensbestätigung erteilt. Dabei werden folgende Rechte und Einnahmen aufgeführt: Ober- und Niedergericht, Straßengericht, Kirchlehn, Pächte, Diensten, Pflichten, Zehnten, Jagd, Windmühle, der große Vehling mit der Lanke (= Rangsdorfer See), ein Hof mit acht freien Hufen (Rittergut), die Einnahmen vom Dorfkrug (Zapfenzins) und die Pächte, Zinsen und Zehnten von fünf Bauern, die 16 Hufen bewirtschafteten sowie die Abgaben der vier Kossäten. Jeder Bauern- und Kossätenhof hatte zusätzlich noch ein Rauchhuhn und ein Zinshuhn abzugeben. Die Kossäten entrichten zudem Bede und Kahnzins, ein Hinweis auf die auf dem Rangsdorfer See betriebene Fischerei. Auch vom „wüsten Wubert“ und dem „neuen Land“ mussten Zehnt und Zinshühner entrichtet werden. Ab dieser Zeit werden nur noch 24 Hufen genannt. 1624 wird in den Quellen ein Schmied erwähnt.

1652 besaß ein Oberst von Pfuhl Rangsdorf. Vom Dreißigjährigen Krieg war Rangsdorf erheblich betroffen. 1652 lebten nur noch der Schulze, drei Bauern und sieben Kossäten (jeweils mit ihren Familien) im Dorf. Die wüst gefallenen Bauern- und Kossätenstellen wurden aber wieder besetzt. 1664 kam Rangsdorf in den Besitz der Familie von Hake. Der letzte von Hake starb unverheiratet, und von diesem ging der Ort 1738 an die Familie von Otterstedt. 1785 erwarb Erasmus Dietrich von Redern Dorf und Rittergut; aus dessen Nachlass kam es in den Besitz von Georg Dietrich von der Groeben. Dessen Witwe verkaufte es 1801 dem Etatminister Heinrich Ludwig von Buchholz. Es folgten dann in rascher Folge neue Besitzer: 1804 Wolf Friedrich Ludwig von Quast, 1807 Eberhardt August Freiherr von Medem, darauf Graf von Hake, Amtmann Bohnstedt und 1818 Oberamtmann Körner. 1855 wurde der Besitz verkauft und kam 1876 nach mehrmaligem Besitzerwechsel an Ferdinand Spiekermann. Dieser starb jedoch schon 1880; es folgte ihm sein Sohn Richard Spiekermann. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde 150 Einwohner und der Gutsbezirk 91 Einwohner. Richard Spiekermann war Amtsvorsteher des Amtes Groß Machnow und Patron der Dorfkirche. Diese ließ er 1888 bis 1890 umbauen.

1921 starb Richard Spiekermann. Anscheinend war das Gut hoch verschuldet, denn der gleichnamige Sohn Richard Spiekermann jun. schlug das Erbe aus. Eigentümerin wurde die Witwe von Richard Spiekermann sen., Emilie Spiekermann. Sie versuchte, durch den Verkauf von Teilflächen das Gut zu sanieren. Letztendlich kam es 1927 zum Verkauf des Gutes um 1.150.000 RM an den Kreis Teltow. Das Gut umfasste zu diesem Zeitpunkt etwa 710 ha. Der Kreis Teltow verkaufte 1928 den bisher gesperrten Rangsdorfer See und ein größeres Waldgebiet nördlich des Ortskerns bis zur Krummen Lanke an die Gemeinde (insgesamt 389 ha). Das Restgut mit Gutshof und Ländereien südlich des Dorfes wurden ebenfalls 1928 an einen Privatmann verkauft. Ein kleinerer Teil Wald und die Krumme Lanke verblieben beim Kreis Teltow. Direkt nach die Verkauf begann die Gemeinde Rangsdorf, den Rangsdorfer See zum Seebad auszubauen. Land nördlich der Seebadallee wurde parzelliert und verkauft. 1930 verkaufte auch der Besitzer des Restgutes Land südlich des Dorfkerns; die Siedlung „Klein Venedig“ entstand. 1935 wurden 145 ha des Restgutes gegen Entschädigung enteignet und auf dem Gelände der Reichssportflughafen und die Bücker Flugzeugwerke errichtet.

1946 wurden die verbliebenen 35 ha des Restgutes enteignet und z. T. an Neubauern verteilt. Der Gutshof verblieb zunächst im Bodenfonds der Gemeinde Rangsdorf. Im Gutshof war die Kommandantur der sowjetischen Streitkräfte untergebracht. Später wohnten einige Familien im Gutshof. Ab 1946 nutzte die Landwirtschaftliche Genossenschaft Rangsdorf das Gutshaus, später auch die LPG Seeperle und der VEB Getreidewirtschaft. Mit der Wende kam das Gutshaus in den Besitz des Bundes, 1992 wurde es mit einer Sanierungsverpflichtung verkauft. Die Sanierung unterblieb, und das Gebäude verfiel zusehends. 2005 ließ der Arbeiter-Samariter-Bund Königs Wusterhausen das Gebäude abreißen und ab 2006 ein zweigeschossiges Altenpflegeheim errichten. In die Fassadengestaltung wurden Elemente des alten Gutshauses aufgenommen.[4]

Eisenbahn und der Aufstieg zum „Seebad“[Bearbeiten]

In den 1870er Jahren wurde eine Eisenbahnverbindung von Berlin nach Dresden gebaut (Berlin-Dresdener Eisenbahn), die Rangsdorf am östlichen Rande der Gemarkung berührte. Auf der Gemarkung Rangsdorf wurde ein Bahnhof gebaut; am 17. Juni 1875 wurde der öffentliche Personenverkehr eröffnet.[5] Parallel zu dieser Strecke wurde in den 1880er Jahren die Königlich Preußische Militäreisenbahn zum Schießplatz nach Kummersdorf gebaut. Die Gleise wurden jedoch 1920 demontiert. 1928 wurden Teile des Rittergutes parzelliert und verkauft. Einen weiteren Sprung in der Einwohnerentwicklung machte Rangsdorf 1939 durch die Angliederung der Siedlung Groß Machnow (auch Neu-Machnow), die östlich der Bahnlinie bzw. südwestlich des Bahnhofs entstanden war. 1940 wurde Rangsdorf an die Berliner S-Bahn angeschlossen.

Durch die gute Verkehrsanbindung wurde Rangsdorf in den 1920er Jahren zum Ausflugsziel der Berliner. Erste Verkaufseinrichtungen, Sitzgelegenheiten und Umkleidekabinen wurden am Strand errichtet. Bereits auf dem Meßtischblatt 1:25000 Zossen von 1903 (mit Nachträgen bis 1912) ist ein Badehaus verzeichnet. Weitere Gebäude wurden bis 1928 errichtet, und die Badestelle wurde nun „Seebad“ genannt. 1929 kaufte die Gemeinde eine große Glashalle in Berlin, die ursprünglich 1896 für die Gewerbeausstellung in Berlin-Treptow gefertigt worden war. Sie hatte zunächst in Berlin als Bierhalle gedient, bevor sie dann den Weg nach Rangsdorf fand. Sie wurde dort 1930 neben dem Freibad wieder errichtet. Das „Strand-Casino“ bot 1500 Sitzplätze und im Freien davor weitere 5000 Sitzplätze. In der Saison 1930 hatte Rangsdorf über 100.000 Gäste.[6] 1934 wurde das „Strand-Casino“ grundlegend umgestaltet und in Seebad-Casino umbenannt. Nach 1945 wechselten Besitzer und Betreiber mehrmals, bevor es dann vom Konsum der DDR übernommen und bis 1991 bewirtschaftet wurde. Direkt daneben entstanden ein Campingplatz und eine Feriensiedlung mit Bungalows. 1991 kam das Gelände wieder an die Gemeinde Rangsdorf, die es zunächst verpachtete. 1996 musste das Seebad-Casino geschlossen werden. Es wurde nach Jahren des Leerstandes vom jetzigen Besitzer erworben. Er errichtete einen Neubau, der 2000 eröffnet wurde, das heutige Hotel und Restaurant Seebad-Casino.

Flugplatz Rangsdorf[Bearbeiten]

Bereits 1935 war die Firma Bücker Flugzeugbau von Berlin-Johannisthal nach Rangsdorf übergesiedelt. Im selben Jahr wurde im Reichsluftfahrtministerium der Bau eines Land- und Wasserflughafens in Rangsdorf beschlossen. Nach Plänen von Ernst Sagebiel wurde der Reichssportflughafen Rangsdorf am 30. Juli 1936 eröffnet. Er blieb bis 1945 auch der Werksflughafen der Bücker-Werke.[7] Dazu gehörten das Aero-Club-Haus am Rangsdorfer See und eine Reichsschule für Motorflug. Die Start-und-Landebahn war nur grasbewachsen. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde der zivile Luftverkehr vom Oktober 1939 bis zum März 1940 von Berlin-Tempelhof nach Rangsdorf verlegt.[8] Kurz darauf wurde der Flugplatz zum Fliegerhorst, auf dem einige Verbände der Luftwaffe stationiert waren. Claus Schenk Graf von Stauffenberg startete am 20. Juli 1944 um 7:00 Uhr mit seinem Adjutanten Oberleutnant Werner von Haeften von dort zur Wolfsschanze bei Rastenburg in Ostpreußen, wo er das Attentat auf Hitler verübte. Am 22. April 1945 wurden Flugplatz und Bücker-Werke von der Roten Armee eingenommen und anschließend bis 1946 von verschiedenen Jagdfliegereinheiten der sowjetischen Luftstreitkräfte belegt. Nach Kriegsende wurde das Gelände bis zum Abzug der sowjetischen Truppen im Jahre 1994 weiterhin von Einheiten der 16. Luftarmee militärisch genutzt. Ab 1946 wurde in den Gebäuden eine Reparaturwerkstatt für Flugzeugmotoren und ein Flugzeug-Instandsetzungswerk eingerichtet.[9]

Heute wird ein kleiner Teil des ehemaligen Flugplatzes von der Modellbaugruppe des Bücker-Vereins als Modellflugzeugplatz genutzt. In den Gebäuden befindet sich heute die privat geführte See-Schule (Ganztagsgymnasium mit angeschlossenem Internat).[10] Die Geschichte des ehemaligen Flughafens wird im 'Bücker-Luftfahrt- und Europäisches Eissegel-Museum' anschaulich dargestellt.[11]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Rangsdorf:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen

Gebietsstand 1. Januar 2013
Jahr Einwohner
1875 1079
1890 1084
1925 1400
1933 2267
1939 4986
1946 5907
1950 6166
1964 6294
1971 6846
1981 6483
Jahr Einwohner
1985 6220
1989 6001
1990 5905
1991 5808
1992 5863
1993 5961
1994 6050
1995 6297
1996 6532
1997 7052
Jahr Einwohner
1998 7480
1999 7912
2000 8303
2001 8581
2002 8818
2003 8977
2004 9236
2005 9545
2006 9745
2007 10002
Jahr Einwohner
2008 10190
2009 10372
2010 10515
2011 10444
2012 10498

Die Quellen der Daten, die Grundlage der Darstellungen sind, finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[12].

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Wahl der Gemeindevertretung 2014
Wahlbeteiligung 48,7%
 %
30
20
10
0
22,66 %
18,57 %
18,12 %
15,66 %
7,78 %
7,41 %
7,2 %
2,59 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+2,04 %p
-1,09 %p
-9,02 %p
-2,21 %p
-1,84 %p
+2,32 %p
+7,2 %p
+2,59 %p

Die Gemeindevertretung besteht aus 22 Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertretern sowie dem hauptamtlichen Bürgermeister:

Zur Wahl angetreten ist die Partei Alternative für Deutschland (AfD) mit Dr. Ralf von der Bank und Oliver Scharfenberg. Beide wurden gewählt und sind nun aus der AfD ausgetreten und haben am 19.06.2014 die Fraktion Alternative für Rangsdorf gegründet (AfR)

(Ergebnis der Wahl der Gemeindevertretung vom 25. Mai 2014)[13]

Ortsvorsteher, Ortsbeirat und Beauftragte[Bearbeiten]

Für den Ortsteil Groß Machnow wird ein Ortsbeirat gewählt. Er besteht aus drei Mitgliedern (Ortsvorsteher und zwei Beigeordnete).

Im Ortsteil Klein Kienitz wird lediglich ein Ortsvorsteher gewählt. Die Gemeinde bestellt außerdem eine ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte, eine(n) Kinder- und Jugendbeauftragte(n) und eine(n) Behinderten- und Seniorenbeauftragte(n).[2]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Das Wappen der Gemeinde zeigt, von blau und silber gespalten; vorne drei pfahlweise gestellte, links gewendete silberne (weiße) Fische, hinten eine bewurzelte blaue Kiefer.“[14]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1993 besteht mit der Stadt Lichtenau (Westfalen) eine Partnerschaft. Weitere Städte- beziehungsweise Gemeindepartner sind Pieniężno (Polen) und Fardella (Süditalien).[15]

Kultur und Natur[Bearbeiten]

Kirche in Rangsdorf

Die Gemeinde verfügt über einige denkmalgeschützte Bauwerke, die in der Liste der Baudenkmale in Rangsdorf aufgeführt sind.[3]

Die Dorfkirche in Rangsdorf wurde vom damaligen Rittergutsbesitzer Richard Spiekermann 1888 bis 1890 im historisierenden Stil auf den Grundmauern einer älteren Kirche völlig neu errichtet. Sie enthält noch einige ältere Ausstattungsstücke aus der Vorgängerkirche.

Das ehemalige Klubhaus des Reichssportflughafens Rangsdorf („Aeroclub-Haus“) wurde in den Jahren 1935/1936 errichtet. Es wurde nach 2000 saniert und 2004 dem privaten Gymnasium „Seeschule“ übergeben. Im Gebäude sind die Schulverwaltung, die Mensa, zwei Klassenräume und verschiedene Fachräume untergebracht. Auf dem Gelände der Seeschule steht auch ein Gedenkstein für Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg.

Sehenswert ist der Ortsteil „Klein Venedig“, der seinen Namen durch das mit dem Rangsdorfer See verbundene Kanalsystem erhielt. Idyllisch im Wohngebiet gelegen ist der Nymphensee. Weitere Seen sind der Kiessee im Bereich Prahmsdorf direkt an der Bahnlinie Berlin-Dresden sowie der Machnower See zwischen Pramsdorf und Großmachnow. In den Rangsdorfer See mündet der Glasow-Bach (Bereich Krumme Lanke), den See verlässt er als der Zülowkanal in Richtung der Dahme bei Königs Wusterhausen.

Naturdenkmale[Bearbeiten]

Die Gemeinde besitzt einige eingetragene Naturdenkmale.[16]

  • Lindenreihe, Weg zwischen Friedensallee (in Höhe Frühlingsstraße) und Römerschanze, wegen Alter, Größe und Schönheit
  • Eiche, Alemannenallee, am nördlichen Grundstücksrand, wegen Alter und Größe
  • Lindenallee, Friedensallee zwischen Frühlingsstraße und Weinbergweg, das Ortsbild prägend
  • Linde, Gartenstr. 5, wegen Alter und Größe
  • sechs Stieleichen, 0,9 km nördlich der Kirche und am Weinberg im Bereich der Römerschanze, wegen Alter und Größe
  • Baumgruppe Eichen, wenig östlich der Römerschanze, wegen Alter und Größe
  • Eiche, Grenzweg, südlicher Teil, wegen Alter und Größe sowie ihrer ortsbildprägenden Schönheit
  • Stieleiche, 1,3 km nordnordwestlich der Kirche, am östlichen Ufer der Krummen Lanke, wegen Alter und Größe
  • Lindenallee, Lindenallee, wegen ortsbildprägender Schönheit
  • Stieleiche, 1,5 km nördlich der Kirche, am Nordostufer der Krummen Lanke, wegen Alter und Größe

Bodendenkmale[Bearbeiten]

Auf der Gemarkung Rangsdorf sind in der Landesdenkmalliste folgende Bodendenkmale ausgewiesen:[3]

  • Rast- und Werkplatz der Steinzeit
  • Siedlung der Urgeschichte
  • mehrere Siedlungen der Ur- und Frühgeschichte
  • Siedlung der Bronzezeit
  • mehrere Gräberfelder der Bronzezeit
  • Siedlung der Eisenzeit
  • mehrere Siedlungen der römischen Kaiserzeit
  • eine Wüstung des deutschen Mittelalters (nordwestlich des Machnower Sees, auch auf Groß Machnower Gemarkung gelegen)
  • neuzeitliche Schanze
  • Dorfkern

Rangsdorfer See[Bearbeiten]

Hauptartikel: Rangsdorfer See

Der motorbootfreie Rangsdorfer See ist das Kerngebiet des Naturschutzgebiets gleichen Namens. Mit seinen geschützten südlichen Randbereichen gehört er zu einem der bedeutendsten Brandenburger Überwinterungsgebiete für nordische Wildgänse. Zwischen 30.000 und 70.000 Zugvögel lassen sich hier, aus Sibirien kommend, vorübergehend nieder.

In den Wintermonaten friert der See wegen seiner geringen Tiefe sehr schnell zu und ist damit ein traditionelles Eissegelrevier im Berliner Raum. In den letzten Jahren haben sich neue Eissportarten wie Eis-Kite-Segeln mit Ski, Buggy oder Boards, Eissurfen und Eisskaten angesiedelt.

In den Sommermonaten sind vorwiegend Knickspantjollen vom Typ „Pirat“ und „OK“ sowie Kutter der Klasse ZK 10 auf dem See zu sehen. Ansässig sind am See die Rangsdorfer Segelgemeinschaft 53[17] und der Seesportclub Rangsdorf.[18] Nimmt der Wind stark zu, bevölkern zahlreiche Surfer (Windsurfer und Kitesailer) den See.

Museen[Bearbeiten]

In Rangsdorf befinden sich das Bücker-Museum, das an den 1935 in Rangsdorf angelegten Reichssportflughafen Rangsdorf und die hier beheimateten Bücker Flugzeugbauwerke erinnert sowie das Europäische Eissegelmuseum, in dem die Geschichte dieser Wintersportart dargestellt wird.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Rangsdorf

Der Bahnhof Rangsdorf ist Halt für Regionalzüge an der Bahnstrecke Berlin–Dresden. Die Bahntrasse verläuft nahezu mittig durch die Gemeinde und teilt diese in zwei Hälften. Einzige Querungsmöglichkeit für den Straßenverkehr ist ein beschrankter Bahnübergang südlich des Bahnhofs, dieser stellt in der Hauptverkehrszeit eine erhebliche Verkehrsbehinderung dar. Im Zuge des Projekts zum Ausbau der Bahnstrecke Berlin–Dresden auf eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 200 km/h ist ein umfangreicher Umbau des Bahnhofs Rangsdorf vorgesehen, der Bahnübergang wird dann durch eine Eisenbahnüberführung ersetzt. Das unter Denkmalschutz stehende Bahnhofsgebäude (s. Abb.) wurde im Zuge dieser Baumaßnahmen abgerissen.

Durch das Gemeindegebiet verlaufen die Autobahn 10 mit der Anschlussstelle Rangsdorf sowie die von der Berliner Stadtgrenze bis Rangsdorf vierspurig ausgebaute Bundesstraße 96. An der Anschlussstelle Rangsdorf liegt die Autobahnmeisterei Rangsdorf.

Eine Bürgerinitiative engagiert sich dafür, die S-Bahnlinie S2 von Blankenfelde nach Rangsdorf (4,7 km) wiederherzustellen, die bis zum Mauerbau 1961 bestand.

Industriegebiete[Bearbeiten]

Mit dem Südringcenter besitzt Rangsdorf (auf Groß Machnower Gemarkung) ein großes, sehr verkehrsgünstig gelegenes Einkaufszentrum nur wenige hundert Meter von der Autobahnausfahrt Rangsdorf entfernt.

Ein größeres Industriegebiet hat sich im Bereich des Theresenhof, ebenfalls auf Groß Machnower Gemarkung, angesiedelt. Im Ort selber gibt es zahlreiche kleinere Gewerbebetriebe.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Rangsdorf

Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung standen[Bearbeiten]

  • Elly Beinhorn (1907–2007), Fliegerin, Ehefrau von Bernd Rosemeyer
  • Christine Beier (* 1983), Handballspielerin
  • Carl Clemens Bücker (1895–1976), Gründer der Bücker Flugzeugbau-Werke.
  • Peter Hacks (1928–2003), Dichter, lebte seit Mitte der 1970er Jahre in den Sommermonaten auf der Fenne nahe Groß-Machnow
  • Georg Hansen (1904–1944), Oberst, Einwohner Rangsdorfs und Beteiligter am Attentat auf Hitler
  • Ramona Kühne (* 1980), Profiboxerin
  • Ronald Paris (* 1933), Maler, schuf die Deckengemälde im Gutshaus Groß Machnow.
  • Erich Rackwitz (1908–1992), Autor populärwissenschaftlicher Jugendbücher, lebte seit 1951 in Rangsdorf
  • Tobias Reichmann (* 1988), Handballspieler
  • Bernd Rosemeyer (1909–1938), Rennfahrer, Ehemann von Elly Beinhorn, begeisterter Flieger
  • Heinz Rühmann (1902–1994), Schauspieler und Hobbyflieger, startete seine Flüge zeitweise vom Flugplatz Rangsdorf
  • Ferdinand Spiekermann (1812–1880), Berliner Arzt, kaufte 1874 das Rittergut Rangsdorf, Vater des späteren Besitzers Richard Spiekermann
  • Richard Spiekermann (1853–1921), Rittergutsbesitzer, stiftete das Mahnmal für die Gefallenen im Ersten Weltkrieg, finanzierte 1888–1890 den Umbau der Kirche Rangsdorf
  • Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907–1944), flog von Rangsdorf am 20. Juli 1944 nach Rastenburg zum Attentat auf Hitler
  • Christoph Steinert (* 1990), Handballspieler
  • Beate Uhse (1919–2001), lernte auf dem Flugplatz Rangsdorf das Fliegen, Einfliegerin in den Bücker-Flugzeugwerken und Überführungsfliegerin
  • Jean Weidt (1904–1988), Tänzer und Choreograf
  • Ursula Wendorff-Weidt (1919–2000), Malerin und Grafikerin, Ehefrau von Jean Weidt
  • Anna Elisabeth Wiede (1928–2009), Ehefrau von Peter Hacks, lebte auf der Fenne nahe Groß-Machnow

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Schlimpert: Brandenburgisches Namenbuch, Teil 3, Die Ortsnamen des Teltow . Hermann Böhlaus Nachf., Weimar 1972 (Rangsdorf S.152)
  • 600 Jahre Rangsdorf; Festschrift, im Auftrag des Rates der Gemeinde Rangsdorf von einem Redaktionskollegium unter Leitung von Siegfried Wietstruk erarbeitet; Rangsdorf: Rat der Gemeinde, 1974, 101 S.
  • Siegfried Wietstruk: Flugplatz Rangsdorf bei Berlin. Von Rühmann bis Morosow. Gesellschaft für Verkehrspolitik und Eisenbahnwesen 2001

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rangsdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. a b c Hauptsatzung der Gemeinde Rangsdorf
  3. a b c Denkmalliste des Landes Brandenburg Landkreis Teltow-Fläming PDF
  4. a b Siegfried Wietstruk: Wie das Rangsdorfer Rittergut starb. Heimatjahrbuch Teltow-Fläming 2007, Luckenwalde 2007, S. 28-35
  5. Bahnstrecken im Land Brandenburg: Berlin-Dresdener Eisenbahn
  6. Günter Hamann: Rangsdorf - einst und jetzt. Heimatkalender des Kreises Zossen 1957, Zossen 1957, S. 55-59
  7. Bücker-Museum: Reichssportflughafen
  8. Bücker-Museum: Von Rangsdorf nach Moskau
  9. Stefan Büttner: Rote Plätze - Russische Militärflugplätze in Deutschland 1945–1994. AeroLit, Berlin 2007. ISBN 978-3-935525-11-4. S. 120
  10. www.seeschule.de
  11. www.buecker-museum.de
  12. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  13. Wahl der Gemeinevertretung in Rangdsorf 25. Mai 2014
  14. Wappenangaben aus der Hauptsatzung der Gemeinde
  15. Mitteilung des Bürgermeisters der Gemeinde Rangsdorf - Besuch in der Partnerstadt Fardella / Italien vom 14. bis 19. Juni 2012. 3. Juli 2012.
  16. Naturdenkmale des Kreises Teltow-Fläming - Bäume PDF
  17. Rangsdorfer Segelgemeinschaft 53
  18. Seesportclub Rangsdorf