Ranstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ranstadt
Ranstadt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ranstadt hervorgehoben
50.35758.9841666666667201Koordinaten: 50° 21′ N, 8° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Wetteraukreis
Höhe: 201 m ü. NHN
Fläche: 34,26 km²
Einwohner: 4901 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 143 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63691
Vorwahlen: 06041, 06035 (Dauernheim), 06046 (Bobenhausen I)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: FB, BÜD
Gemeindeschlüssel: 06 4 40 020
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstr. 15
63691 Ranstadt
Webpräsenz: www.ranstadt.de
Bürgermeisterin: Cäcilia Reichert Dietzel (SPD)
Lage der Gemeinde Ranstadt im Wetteraukreis
Butzbach Münzenberg Rockenberg Ober-Mörlen Bad Nauheim Friedberg (Hessen) Rosbach v.d. Höhe Wöllstadt Karben Bad Vilbel Wölfersheim Reichelsheim (Wetterau) Niddatal Florstadt Echzell Reichelsheim (Wetterau) Nidda Hirzenhain Gedern Ranstadt Glauburg Altenstadt (Hessen) Limeshain Ortenberg (Hessen) Kefenrod Büdingen Lahn-Dill-Kreis Landkreis Gießen Vogelsbergkreis Hochtaunuskreis Frankfurt am Main Main-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Ranstadt ist eine Gemeinde im Wetteraukreis in Hessen.

Ranstädter Rathaus
Evangelische Kirche

Geografie[Bearbeiten]

Ranstadt liegt in einer Höhe von 134 m über NN. Es ist ein Kleinzentrum in der Mitte des Wetteraukreises, am Übergang der Wetterau zum Vogelsberg. Die nächsten größeren Städte sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Westen) Friedberg (Hessen) (17 km), Bad Nauheim (20 km), Nidda (6 km) und Büdingen (15 km). Weitere wichtige, umliegende Städte sind Frankfurt am Main, Hanau und Gießen. Insbesondere Frankfurt mit dem Flughafen Frankfurt/Rhein-Main (ca. 40 Minuten PKW-Fahrtzeit) nimmt hierbei eine wichtige Stellung für Pendler und Reisende ein.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Ranstadt grenzt im Norden an die Stadt Nidda, im Osten an die Stadt Ortenberg, im Südosten an die Gemeinde Glauburg, im Süden an die Stadt Florstadt, sowie im Westen an die Stadt Reichelsheim und die Gemeinde Echzell.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Ortsteile Bellmuth, Bobenhausen I, Dauernheim, Ober-Mockstadt und Ranstadt sind ländlich geprägte Wohngemeinden im Nidda- und Laisbachtal.

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Die älteste erhaltene Erwähnung von Ranstadt findet sich als Ramstat in einer Urkunde des Klosters Fulda, die zwischen den Jahren 750 und 802 entstand. Ranstadt gehörte im Mittelalter und in der frühen Neuzeit zum Amt Ortenberg, einem Kondominat, das von drei Landesherren aus dem Kreis der Mitglieder des Wetterauer Grafenvereins gebildet wurde.

Kirchlich gehörte Ranstadt zum Kollegiatstift Mockstadt in der Erzdiözese Mainz. Kirchliche Mittelbehörde war das Archidiakonat von St. Maria ad Gradus in Mainz.

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Da alle drei Herren des Kondominats sich der Reformation zuwandten, wurde auch Ranstadt lutherisch. 1556 erhielt es deshalb eine eigene Pfarrei. 1601 kam es zu einer Realteilung des Kondominats, wobei das Ranstadt der Grafschaft Stolberg-Gedern und dem dortigen „Amt Ortenberg“ zugeschlagen wurde.

Neuzeit[Bearbeiten]

1806 fiel die Grafschaft Stolberg – und damit auch Ranstadt – an das Großherzogtum Hessen. Hier gehörte Ranstadt zum standesherrlichen Amt Gedern. 1821 bildete das Großherzogtum den Landratsbezirk Nidda, dem auch Ranstadt zugeordnet wurde, und der ab 1832 Kreis Nidda hieß. Mit der Revolution von 1848 wurde kurzzeitig der Regierungsbezirk Nidda gebildet, 1852 aber der Kreis Nidda wiederbelebt. 1874 kam das Dorf zum Landkreis Büdingen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Anlässlich der Gebietsreform in Hessen wurden am 1. Oktober 1971 die Gemeinden Bellmuth, Bobenhausen I, Dauernheim und Ober-Mockstadt in die Gemeinde Ranstadt eingegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1939: 0671 Einwohner
  • 1961: 1225 Einwohner
  • 1970: 1516 Einwohner
  • 2010: 4894 Einwohner
  • 2011: 4933 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Kommunalwahl in Ranstadt 2011
 %
50
40
30
20
10
0
49,6 %
26,1 %
14,4 %
9,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
+12,2 %p
-3,6 %p
-12,8 %p
+4,1 %p

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[3]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 49,6 12 37,4 12
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 26,1 6 29,7 9
FWG Freie Wählergemeinschaft Ranstadt 14,4 3 27,2 8
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 9,8 2 5,7 2
Gesamt 100,0 23 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 52,9 51,8

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 2009 ist Cäcilia Reichert-Dietzel Bürgermeisterin von Ranstadt. Die vergangenen Bürgermeisterwahlen lieferten folgende Ergebnisse:

Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
2003 Christian Seitz SPD 24,4
Erhard Landmann 75,6
Wahlbeteiligung in % 58,5
1997 Wolfgang Schneider SPD 34,9
Erhard Landmann 52,8
Reinhard Klee GRÜNE 12,3
Wahlbeteiligung in % 74,5

Wappen[Bearbeiten]

float

Das Wappen wurde am 12. Juni 1982 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.

Blasonierung: „In neunmal rot-silber geteiltem Schild ein schwarzer, schreitender Hirsch.“[4]

Das nunmehr entstandene Wappen berücksichtigt die historische Vergangenheit der neuen Gemeindeteile. Der schwarze Hirsch entstammt dem Wappen der Grafen zu Stolberg, die ursprünglich Besitzer von Ranstadt waren. Dieser Hirsch war schon im alten Ranstädter Wappen verwendet. Die rot-weißen Streifen, die den goldenen Grund des Stolberger Wappens ersetzen, weisen auf die in den übrigen Gemeindeteilen vorherrschenden Ortsherrschaften der Landgrafen von Hessen sowie auch der Grafen von Isenburg hin.

Das Wappen wurde von Heraldiker Heinz Ritt gestaltet.

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ranstadt besitzt einen Haltepunkt an der Lahn-Kinzig-Bahn, die Ranstadt mit Gießen und Gelnhausen verbindet. Ergänzend zum Zugverkehr existiert die Linie 374, die auf der Relation Nidda – Büdingen – Gelnhausen morgens und abends eine weitere Verbindung stellt.

Am Bahnhof von Ranstadt bestehen, meist stündliche, Busverbindungen nach Friedberg (FB-03, FB-04), Nidda (FB-18, FB-37) und Ortenberg (FB-03), die auch alle Ortsteile an das Busnetz anschließen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Neogotisches Rathaus (1875)
  • Stolbergisches Hofgut, heute: Sportheim des SV Ranstadt

Vereine[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Heinrich Jung (* 6. Dezember 1892, Gedern), kam mit zwei Jahren nach Ranstadt, wo seine Familie seit 1498 ansässig war; Apotheker, Chemiker, erforschte Krebs und Malaria, Buchautor (z.B.: "Hessespichel")
  • Peter Brunner (* 25. April 1900, Arheiligen, † 24. Mai 1981 in Heidelberg), Geistlicher und Systematischer Theologe. 1932 bis 1936 Pfarrer in Ranstadt und 1935 für 4 Monate im KZ Dachau inhaftiert.[5]
  • Henning Goll, (* 1965 in Ranstadt). 1989 und 1990 im Nationalkader der Behindertenschwimmer aktiv und errang in dieser Zeit beim Mainzer Schwimmverein 1901 e. V. 8 Goldmedaillen, sowie mehrere Silber- und Bronzemedaillen bei internationalen und deutschen Meisterschaften, wobei er gleichzeitig zwei neue deutsche Rekorde erschwamm.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hans Georg Ruppel (Bearb.): Historisches Ortsverzeichnis für das Gebiet des ehem. Großherzogtums und Volksstaats Hessen mit Nachweis der Kreis- und Gerichtszugehörigkeit von 1820 bis zu den Veränderungen im Zuge der kommunalen Gebietsreform = Darmstädter Archivschriften 2. 1976, S. 174.
  • Heinz Wionski: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Wetteraukreis I. Stuttgart 1999, S. 420–429.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ranstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 352.
  3. Hessisches Statistisches Landesamt: Endgültiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  4. Staatsanzeiger für das Land Hessen 1982 Amtsblatt Nr. 27 Seite 1228
  5. Sein Kirchenkampf wurde aufgezeichnet von „Otto Bruder“ (Pseudonym von Otto Salomon): Das Dorf auf dem Berge.