Ranulph Fiennes

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Ranulph Fiennes im Jahr 2014

Sir Ranulph Twisleton-Wykeham-Fiennes, 3. Baronet; OBE (* 7. März 1944 in Windsor, Berkshire, England)[1] ist ein britischer Forscher, Autor und Inhaber mehrerer Ausdauerrekorde. Er ist unter anderem der erste Mensch, der sowohl den Nord- als auch den Südpol auf dem Landweg erreichte.

Leben[Bearbeiten]

Ranulph Fiennes wurde in Großbritannien geboren, verbrachte jedoch einen Teil seiner Kindheit in Südafrika. Der weitverzweigten Adelsfamilie Twisleton-Wykeham-Fiennes gehören auch die Schauspieler Ralph und Joseph Fiennes sowie die Regisseurin Martha Fiennes an.

Ranulph Fiennes besuchte zuerst das Eton College in Eton, bevor er den Royal Scots Greys und später dem britischen Special Air Service beitrat, dessen Mitglied er acht Jahre lang war. Er diente später in der Privatarmee des Sultans von Oman.

Seit den 1960er-Jahren war Fiennes als Forscher tätig. Er leitete Expeditionsfahrten auf dem Nil und über den Jostedalsbreen-Gletscher im Jahre 1970. Seine wahrscheinlich berühmteste Expedition unternahm er von 1979 bis 1982. Fiennes und Charles Burton reisten rund um die Welt entlang der Polarachsen, legten dabei 52.000 Meilen (ca. 83.686 km) zurück und waren die ersten Menschen, die beide Pole erreichten.

1992 leitete Fiennes eine Expedition, die die verlorene Stadt Ubar im Oman entdeckte. Im folgenden Jahr scheiterte eine Durchquerung des antarktischen Kontinents ohne Unterstützungsteam. Fiennes und sein Begleiter, der Ernährungsspezialist Mike Stroud, mussten am 95. Tag ihrer Tour kurz vor dem Ziel auf dem Ross-Schelfeis wegen Hunger und Erfrierungen Rettung anfordern. Fiennes scheiterte erneut 1996 bei einem Versuch, den Südpol im Alleingang zu erreichen.

Trotz einer Herzerkrankung und einer Bypass-Operation vier Monate vor der Durchführung legten Fiennes und Stroud im Jahr 2003 sieben komplette Marathons innerhalb von sieben Tagen auf sieben Kontinenten zurück. Ihre Reiseroute sah dabei folgendermaßen aus:

Ursprünglich war vorgesehen, dass der erste Marathon auf King George Island (Antarktis) stattfinden sollte. Der zweite wäre dann in Santiago de Chile (Chile) gewesen. Schlechte Wetterverhältnisse sorgten jedoch dafür, dass der Plan kurzfristig dergestalt geändert werden musste, dass der erste im südlichen Patagonien stattfand und der Marathon auf den Falklandinseln als Substitut für den Antarktismarathon diente. Nach dem Sieben-Tage-Rennen sagte Fiennes, dass aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und der Luftverschmutzung der härteste Marathon der in Singapur gewesen wäre.

2013 wollte Ranulph Fiennes die Antarktis als Erster im südlichen Winter überqueren. Zu seinem Team gehörten Richmond Dykes, Rob Lambert, Ian Prickett, Brian Newham und Spencer Smirl. Bei der Reparatur einer defekten Skibindung zog er sich jedoch Erfrierungen an vier Fingern der linken Hand zu und musste evakuiert werden.[2] Im Juni gab auch der Rest des Teams auf.[3]

Parallel zu seiner Karriere als Forscher und Weltreisender nahm auch der Ruf von Fiennes als Autor zu. Er hat bisher 13 Romane und Sachbücher veröffentlicht. Als letztes publizierte er eine Biographie über den Polarforscher Robert Falcon Scott, in der er die Leistungen Scotts entschieden verteidigte.

Fiennes wurde aufgrund seines gesellschaftlichen Engagements 1993 zum Officer of the Order of the British Empire (OBE) ernannt. Er hatte während seiner Expeditionen mehr als 5 Millionen Britische Pfund für wohltätige Zwecke gesammelt. 1995 wurde er mit der Polar Medal ausgezeichnet. Die Anrede „Sir“ führt er als Baronet, ein Titel, den er von seinem Vater, Sir Ranulph Twisleton-Wykham-Fiennes, 2. Baronet, geerbt hat.

Ranulph Fiennes ist ein Cousin dritten Grades der britischen Schauspieler Ralph und Joseph Fiennes.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ranulph Fiennes in der Internet Movie Database (englisch)
  2. Aus in der Arktis, Video auf der Website des Tagesspiegels
  3. Scott Rosenfield: The Coldest Journey Polar Expedition Halted, in Outside am 11. Juni 2013