Raoul Koczalski

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Raoul Koczalski während einer Aufnahme für Welte-Mignon, 1925

Raoul Armand Georg von Koczala Koczalski (Schreibung des Vornamens in Polen meist : Raul, Aussprache: [kɔˈt͡ʃalski], vereinfachte Transkription: [kotschálski]; * 3. Januar 1885 in Warschau; † 24. November 1948 in Posen; Pseudonym: Jerzy Armando und Georg Armand(o)) war ein polnischer Pianist und Komponist.

Raoul Koczalski

Leben[Bearbeiten]

Koczalski wurde in Warschau, das damals zum russischen Zarenreich gehörte, geboren. Die musikbegeisterte Familie entstammt einem alten polnischen Adelsgeschlecht. Nach ersten Unterweisungen durch die Mutter wird das Kind Schüler von Julian Gadomski (Harmonielehre und Klavier), Ludwig Marek (Klavier), Henryk Jarecki (Komposition und Instrumentation) und dem Chopin-Schüler Karol Mikuli (Klavier und Komposition), der bis 1888 Künstlerischer Leiter am Konservatorium in Lemberg, (poln. Lwów, heute ukrainisch Lwiw) war. Der tägliche zweistündige Unterricht bei Mikuli erstreckt sich ab 1892 über vier Jahre in den Sommermonaten. Die Ausbildung des begabten Jungen geschieht nur auf privater Basis, er besucht kein Konservatorium. Das dreijährige Kind tritt zum ersten Mal am 15. März 1888 in Warschau im Rahmen einer Wohltätigkeitsveranstaltung öffentlich auf und bereist dann als Wunderkind Europa. Der Junge wird mit Preisen und Ehrungen überhäuft. Der spanische König, der türkische Sultan und der persische Schah ernennen ihn zum Hofpianisten. Ab 1897 befindet sich der Sitz der Familie Koczalski in Bad Ems, von wo aus die Konzertreisen beginnen. Der Erlös der vom Vater organisierten Konzerte dient auch der Finanzierung des als üppig beschriebenen Lebenswandels der ganzen Familie, die das Kind auf seinen Reisen begleitet. 1897 findet das 1000. Konzert statt. Nach heutigen Maßstäben muss dies als Ausbeutung eines Kindes bezeichnet werden. Neben seiner Konzerttätigkeit komponiert Koczalski seit frühester Kindheit.

Der Weltkrieg unterbricht seine Konzerttätigkeit. Ende Juli 1914 kehrt er von einer Konzertreise aus Petersburg nach Deutschland zurück. Er wird vom Ausbruch des 1. Weltkrieges überrascht, als russischer Staatsbürger verhaftet und mit seiner Familie im hessischen Bad Nauheim bis 1918 interniert. Er erhält Auftrittsverbot und widmet sich vor allem dem Komponieren. Die Konzerte nach dem Krieg bringen nicht die gleichen Erfolge wie früher. In seinen autobiographischen Betrachtungen schreibt Koczalski, dass harte Schicksalsschläge, besonders der Tod der geliebten Mutter, ihn zeitweise der Musik entfremdeten. Er gibt Klavierunterricht und arbeitet unter einem Pseudonym als Kritiker.

Nach Kriegsende 1918 lässt sich Koczalski in Wiesbaden nieder, 1926 zieht er ins oberitalienische Stresa am Lago Maggiore. Er komponiert, unterrichtet und gibt gelegentlich Konzerte. Die von ihm gegründete Musikschule geht in Konkurs. Die Wintermonate verbringt er in Paris, wo er an der Sorbonne bis 1934 Vorlesungen über Musikwissenschaft und Philosophie besucht und Musikabende veranstaltet, bei denen er Vorträge mit Demonstrationen am Klavier hält.

Erst im Jahre 1934, nachdem er seinen Wohnsitz nach Berlin verlegt hat, setzt seine internationale Konzerttätigkeit in vollem Umfang wieder ein. Koczalski spielt zahlreiche Schallplatten (besonders für Polydor) ein. Er wird nach Ausbruch des 2. Weltkriegs am 14. September 1939 zu Goebbels, der Koczalski von seinen Konzerten persönlich kennt, in die Reichskanzlei bestellt. Goebbels legt ihm nahe, aus Sicherheitsgründen und wegen zu erwartender Demonstrationen gegen Konzerte eines polnischen Künstlers, öffentliche Auftritte einzustellen und Berlin nicht zu verlassen, was einer Internierung bis Kriegsende 1945 gleichkam. Seine Bankkonten werden gesperrt, seine Schallplatten vom Markt genommen. Er gibt jedoch Hauskonzerte für Schüler und Freunde und erteilt Unterricht. Obwohl er sich regelmäßig bei der Polizei melden muss, scheint er im Unterschied zu seinen dem Naziterror ausgesetzten Landsleuten einen gewissen Schutz zu genießen. So wird er zum Beispiel zusammen mit dem Schauspieler Paul Hartmann als Rezitator, am 16. 3. 1944 zu einem Auftritt vor Offizieren der Wehrmacht herangezogen. [1] [2] Nach dem Krieg wird Koczalski in Polen der Kollaboration mit dem Naziregime verdächtigt. Die Beschuldigungen sind nach heutiger polnischer Auffassung unbegründet.

Schon kurze Zeit nach dem Ende des 2. Weltkriegs, im Juni 1945, nimmt Koczalski unter zum Teil abenteuerlichen Umständen im zerbombten Berlin seine Konzerttätigkeit wieder auf. Er verlässt bald danach Deutschland und kehrt nach jahrzehntelanger Abwesenheit im Juli 1946 nach Polen zurück, was ihm von polnischen Gegnern als Opportunismus ausgelegt wird. Er lässt sich in Posen nieder und wird an der dortigen Staatlichen Musikhochschule, später auch in Warschau Professor für Klavier. Kurz vor einem Auftritt im Rahmen eines Konzertes am 23. November 1948 in der Musikhochschule von Posen, wo er mit einer Schülerin Chopins Rondo in C-Dur für zwei Klaviere spielen sollte, verliert Koczalski das Bewusstsein. Er erleidet eine Herzattacke und stirbt einen Tag später im Krankenhaus.

Koczalskis letzte Ruhestätte liegt, nach einer im Jahre 1959 vom Friedhof Jężycki Posen erfolgten Umbettung, auf dem Cmentarz Zasłużonych Wielkopolan (Friedhof der verdienten Bewohner von Großpolen) in Posen.

Teile des Nachlasses von Koczalski befinden sich in der Bibliothek des Staatlichen Instituts für Musikforschung in Berlin[3] und in der Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin.[4]

Wirken[Bearbeiten]

Der Pianist[Bearbeiten]

Koczalski wurde vor allem als Interpret der Werke von Frédéric Chopin berühmt. Sein Repertoire umfasste aber auch u. a. Werke von Bach, Mozart, Beethoven (sämtliche Klaviersonaten, die er als Zyklus spielte), Schubert, Schumann, Liszt, A. Rubinstein, Paderewski, Bartok, sowie eigene Kompositionen. Sein Spiel ist durch zahlreiche Aufnahmen - Klavierrollen, Schallplatten und Rundfunkaufnahmen - sehr gut dokumentiert. [5] [6] Die Prinzipien seiner Chopin-Interpretationen hat Koczalski in Schriften dargelegt, die ursprünglich als Einführungen zu seinen Chopin-Abenden gedacht waren. Sie sind, was das Verständnis der Musik Chopins angeht, ebenso wichtig wie die Angaben Bronisław von Poźniaks, des anderen Repräsentanten der polnischen Chopin - Tradition der Lemberger Schule. Koczalskis für den Verlag Breitkopf & Härtel 1947 vertraglich geplante Ausgabe der Klavierwerke Chopins ist leider nie erschienen.[7] Die Aufnahmen, insbesondere die Schallplatten - und Rundfunkaufnahmen liegen heute auf CD vor, viele der älteren Aufnahmen auf Klavierrollen sind online abrufbar.

Koczalskis Klavierspiel zeichnet sich durch große Leichtigkeit und Flüssigkeit aus. Daher auch seine Vorliebe für die für ihre leichte Spielart berühmten Flügel der Leipziger Firma Julius Blüthner, die sie ihm auf seinen Konzertreisen zur Verfügung stellte.[8] Leggiero und legato, von Chopin oft vorgeschrieben, manchmal sogar gleichzeitig, sind häufig angewandte Artikulationsarten bei einer eindeutigen Bevorzugung des unteren und mittleren Bereiches der Dynamikskala. Donnerndes Virtuosenspiel war nicht seine Sache. Im Vergleich mit großen heutigen Chopinspielern fallen jedoch Manierismen und technische Flüchtigkeiten, genau wie bei seinem großen, von ihm geschätzten, westlichen Antipoden Alfred Cortot auf, die manchmal bezweifeln lassen, ob diese beiden bekannten Vertreter der älteren Generation der Chopinspieler, tatsächlich, wie oft behauptet wird, den authentischen Chopin spielten. In seinen Schriften jedoch tritt Koczalski für ein ruhiges, schlichtes und bescheidenes Spiel ohne „Virtuosenmätzchen“, ohne „krankhafte Sentimentalität in Behandlung der Kantilene“[9] ein. Er wendet sich in der Behandlung des Rhythmus und der Agogik, trotz mancher Freiheiten, deren Notwendigkeit er einräumt, gegen alle Übertreibungen. Die auch in Koczalskis Aufnahmen zu hörenden Manierismen, wie z.B. das Anschlagen der linken Hand vor der rechten, das Arpeggieren von Akkorden, übertriebenes Rubato, übermäßige Temposchwankungen usw., waren allerdings Teil des Interpretationsstils der meisten Pianisten der älteren Generation, der seine Wurzeln im 19. Jahrhundert hat.

Koczalskis Spiel hat unterschiedliche Beurteilungen erfahren. Die meisten waren positiv.[10] Es hat aber auch an Kritik nicht gefehlt. Schon als Wunderkind bekam Koczalski von den Musikkritikern seiner Heimatstadt Warschau eine ablehnende Haltung zu spüren, was den sonst mit Lob überschütteten jungen Pianisten besonders kränkte. Auch die Warschauer Kritiken der Konzerte des erwachsenen Pianisten waren immer wesentlich reservierter als die enthusiastischen Rezensionen im Ausland, besonders in Deutschland. Eigenheiten seines Spiels, die man in Polen als altmodisch kritisierte, wurden in Deutschland gelobt. Aber nicht von allen. Bekannt ist Claudio Arraus Urteil:„In Deutschland wurde ein Mann namens Koczalski abgöttisch verehrt. Er spielte ausschließlich Chopin. Es war miserabel.“[11] Auch Arthur Rubinsteins Urteil in seinen Memoiren ist negativ, wenngleich hier mehr subjektive Gründe eine Rolle gespielt haben dürften.

In Polen genießt Koczalski, der die meiste Zeit seines Lebens in Frankreich, Italien, Schweden, besonders in Deutschland (Bad Ems, Bad Nauheim, Wiesbaden, Leipzig und Berlin) verbrachte, bis heute einen legendären Ruf als großer Chopinspieler, der nach polnischer Auffassung die Tradition des „authentischen Chopinspiels“, das er bei seinem Lehrer Mikuli kennenlernte, weiterführte. Die Möglichkeit, eine Vielzahl der heute zur Verfügung stehenden Aufnahmen verschiedenster Pianisten zu vergleichen, führt zu einer etwas objektiveren und auch manchmal ernüchternderen Beurteilung. Aber dies gilt insgesamt für viele Vertreter der älteren Pianistengeneration.

Der Komponist und Schriftsteller[Bearbeiten]

Als Komponist schuf Koczalski zahlreiche Werke für Klavier solo, Instrumentalkonzerte für verschiedene Soloinstrumente mit Orchester, Werke für Orchester, musikdramatische Werke für die Bühne, Kammermusik in verschiedenen Besetzungen, sowie viele Lieder mit Klavierbegleitung. Die meisten Kompositionen sind im Ausland (Deutschland, Russland, Frankreich) erschienen. Die Kompositionen Koczalskis sind heute weitgehend vergessen. Stilistisch sind sie der Spätromantik zuzuordnen. Die großen Umwälzungen auf dem Gebiet der zeitgenössischen Musik (Atonalität, Zwölftonmusik), die während der Schaffensperiode Koczalskis stattgefunden haben, blieben ohne Einfluss auf seinen Stil. In seinem Chopinbuch von 1936 bezieht er eindeutig Stellung gegen die zeitgenössische Musik. Er hält die Experimente der letzten 25 Jahre, die auf „zerebraler, mathematischer Basis neue Bahnen suchten", für gescheitert und bezeichnet die Repräsentanten der modernen Musik, die er „Experimentatoren, Modernisten, Tüftler, Umstürzler“ nennt, als „traurige Gespenster einer noch traurigeren Zeit“.[12] Damit stimmte er mit der Kunstauffassung der in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts herrschenden politischen Klasse überein.

Koczalskis Ausführungen über den Charakter und die Interpretation der Musik Chopins behalten ihre Gültigkeit, wenngleich der Interpretationsstil vieler moderner Pianisten nicht mehr dem entspricht, was die Tradition der großen Chopin-Spieler der Vergangenheit ausmacht. Die Kenntnis von Koczalskis geplanter Ausgabe der Klavierwerke Chopins wäre für die Aufführungspraxis des Chopinschen Klavierwerkes sehr wichtig gewesen.

Der Reformer[Bearbeiten]

Koczalski, der sowohl als Pianist wie als Komponist mehr der Vergangenheit zugewandt war, hat dennoch zwei Anregungen gemacht, die erst in jüngerer Zeit aufgegriffen wurden und allmählich umgesetzt werden. Die erste betrifft die Berufskleidung des konzertierenden Künstlers. In seinen Betrachtungen eines „lebenslänglichen“ Künstlers kommt er zu dem Schluss, dass der Frack bei feierlichen Anlässen durchaus seine Berechtigung haben kann. dass er aber für einen konzertierenden Musiker bei der Ausübung seines Berufes (Koczalski war nicht sehr groß und recht beleibt) ein unpraktisches, weil unbequemes Kleidungsstück ist und durch eine leichtere, fließendere 'Gewandung ' ersetzt werden sollte. Die derzeitige Konzertpraxis scheint ihm Recht zu geben.

Die andere Anregung betrifft das Auswendigspiel. Viele Ängste der konzertierenden Künstler könnten abgebaut werden, wenn sie beim Spiel die Noten vor sich hätten. Gerade bei Indisponiertheit sei dies eine wesentliche Hilfe und käme der Konzentration auf das Spiel entgegen. Geradezu unerläßlich für ein harmonisches Zusammenwirken sei es, dass bei Kompositionen für Klavier und Orchester sowohl Solist als auch Dirigent die Noten vor Augen hätten. Koczalski selbst spielte bei seinem letzten Zyklus der Beethovensonaten in Posen 1947 aus den Noten (poln. z nut).

Eine letzte Anregung sei der Kuriosität halber noch erwähnt. Koczalski möchte Autogrammjäger zur Kasse bitten. Die Reichsmusikkammer möge im Künstlerzimmer für die Betreffenden eine Sammelbüchse aufstellen. Mit dem Erlös könne man dann in Not geratene Künstler unterstützen.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Kompositionen[13]
  • Mazurka für Klavier B-Dur op. 6 (1891)
  • Raoul. Valse für Klavier G-Dur op. 18 (1889)
  • Halina. Valse für Klavier op. 19 (1890)
  • Klavierstücke op. 40 - op. 47 (1891)
  • Vorspiel zur Oper Hagar op. 48 (1892)
  • Klavierstücke op. 49 - op. 52 (1893)
  • Symphonische Legende vom Könige Boleslaus dem Kühnen und Bischof Stanislaus dem Heiligen für Orchester op. 53. Pabst, Leipzig 1894
  • Klavierstücke op. 54 - op. 57 (1895)
  • Rymond. Oper in 3 Akten (6 Bildern). Dichtung von Alexander Graf Fredro. Pabst, Leipzig 1902. (UA: 14. Okt. 1902 in Elberfeld)
  • Mazeppa. Musikdrama in 3 Akten op. 59. Leipzig, Pabst 1905
  • Ante lucem (avant l'aube). Opéra en trois actes d'après le poème de A. Fredro (père). Janin, Lyon ca. 1905
  • Mazur für Klavier c-Moll op. 60 (1895)
  • Die Sühne. Trauerspiel in einem Aufzug op. 61. Pabst, Leipzig 1910. (UA: 1909 in Mühlhausen)
  • Images fuyantes. 3 impressions musicales für Klavier op. 62
  • Lieder für hohe Stimme und Klavier op. 63 - op. 64
  • 24 Préludes pour le piano op. 65 (1910)
  • Liederhefte I - IV für hohe Stimme und Klavier op. 66 - op. 69. Pabst, Leipzig (1909-1913)
  • Klavierstücke op. 70 - op. 71 (1912)
  • 2 Lieder für hohe Stimme und Klavier op. 72 (1914)
  • Jacqueline. Musikkomödie in 2 Akten op. 73 (1914)
  • Sonata für Violine und Klavier Nr. 1 c-Moll op. 74 (1914)
  • 12 Impressions für Klavier op. 75 (1914)
  • Trio für Violine, Violoncello und Klavier Nr. 1 D-Dur op. 76 (1914)
  • Six mélodies für hohe Stimme und Klavier op. 77 (1914)
  • Évocations. Symphonie fantastique pour orchestre op. 78 (1915)
  • Konzert für Klavier und Orchester Nr.1 h-Moll op. 79
  • Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 1 b-Moll op. 80
  • Renata. Ballet in 3 Akten op. 81 (1915)
  • Sonate für Klavier Nr. 1 Es-Dur op. 82 (1914)
  • Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 G-dur op. 83 (1914)
  • Konzert für Violine und Orchester A-dur op. 84 (1915)
  • Konzert für Cello und Orchester h-moll op. 85 (1915)
  • Stücke für Violine und Klavier op. 86 - 87 (1915)
  • Trio für Violine, Violoncello und Klavier Nr. 2 g-Moll op. 88 (1916)
  • Sonate für Violine und Klavier fis-Moll op. 89 (1915)
  • Sonata für Violoncello und Klavier Nr. 2 A-Dur op. 90
  • Sonate für Klavier Nr. 2 fis-Moll op. 91 (1916)
  • Sonata für Violoncello und Klavier Nr. 3 H-Dur op. 92
  • Symphonie für großes Orchester f-Moll op. 93 (1920-29)
  • 7 Orientalische Lieder für hohe Stimme und Klavier op. 94 (um 1920)
  • Sonate für Klavier Nr. 3 G-Dur op. 95 (1919)
  • Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 A-dur op. 96
  • Sonate für Klavier Nr. 4 gis-Moll op. 97
  • Romantische Suite für Violoncello und Klavier B-Dur op. 98 (1921-25)
  • Von der Liebe. Sieben Gedichte von Rilke. Version für tiefe Stimme und Klavier op. 99 (1921)
  • Von der Liebe. Sieben Gedichte von Rilke. Version für Bariton und Orchester op. 99 (1921)
  • Sonate für Klavier Nr. 5 Des-Dur op. 100
  • Lieder für hohe und tiefe Stimme mit Klavier op. 101 - 107
  • Extrême - Orient. 3 Gedichte von Samain für Stimme und Klavier op. 108
  • 2 Romanzen (aus dem Russischen) für hohe Stimme und Klavier op. 109
  • Quattro Liriche. 4 ital. Lieder für hohe Stimme und Klavier op. 110
  • La Gavotta dei Bambini für Klavier B-dur op. 111 (1920)
  • Aus Holland. 3 Gedichte von Ernst Krauss für hohe Stimme umd Klavier op. 112
  • Mecz miłosny. Operette (1930)
  • Sonata für Violine und Klavier Nr. 4 E-Dur op. 113 (um 1937)
  • Rilke-Hefte II-V op. 114 - 117 für hohe Stimme und Klavier
  • Semrud: ein Märchen aus dem Orient in 5 Bildern und einem Vorspiel; (Text unter Zugrundelegung eines Märchens aus „TausendundeinTag“, einer dramatischen Skizze von Benno Ziegler und der komischen Oper „Der betrogene Kadi“ von Ch. W. Gluck)., op. 118. Tischer & Jagenberg, Köln 1936.
  • Semrud. Suite für großes Orchester op. 118a (1937)
  • Trois Mélodies für hohe Stimme und Klavier op. 119
  • Psalm Nr. 121 für tiefe Stimme und Klavier op. 120
  • Aus dem west-östlichen Divan von Goethe. 21 Lieder und Duette für Sopran und Bariton op. 121 (1937)
  • 8 Hebbel-Lieder für tiefe Stimme und Klavier op. 122
  • Lurlei-Lieder. 5 Gesänge von Julius Wolff für hohe Stimme und Klavier op. 123
  • Impromptu. 5 Skizzen über ein eigenes Thema für Klavier A-Dur op. 124 (1938)
  • Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 C-Dur op. 125
  • 5 Lieder für hohe Stimme und Klavier op. 126
  • Legende für Klavier Nr. 1 C-Dur op. 127. Koczalski, Berlin-Grunewald (ca. 1940)
  • Rilke-Heft VI für hohe Stimme und Klavier op. 128
  • 3 Mirza-Schaffy-Lieder für hohe Stimme und Klavier op. 129
  • Konzert für Klavier und Orchester Nr. 4 B-Dur op. 130
  • Jadis et Naguère. Suite für Klavier op. 131 (1935-40)
  • Śmiełów. Suite für Klavier op. 132 (1938-41)
  • Czerminek. Suite für Klavier op. 133 (1938-41)
  • Sonate für Klavier Nr. 6 f-Moll op. 134
  • Trois Poèmes de E. Verhaeren für hohe Stimme und Klavier op. 135
  • Sonate für Klavier Nr. 7 E-dur op. 136
  • 6 Lieder (aus dem Russischen) für hohe Stimme und Klavier op. 137
  • 4 Lieder für hohe Stimme und Klavier op. 138
  • Lyrische Suite für Klavier op. 139
  • Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 d-Moll op. 140 (1942)
  • 8 Lieder (aus dem Russischen) für hohe Stimme und Klavier op. 141
  • Romanze für Violine und Klavier A-Dur op. 142
  • Sonate für Klavier Nr. 8 Fis-Dur op. 143 (1943)
  • Legende für Klavier Nr. 2 e-Moll op. 144 (1943-45)
  • Konzert für Klavier und Orchester Nr. 6 E-Dur op. 145 (1944)
  • Kleine Sonate für Klavier zu 2 Händen C-dur op. 146. Koczalski, Berlin-Grunewald (ca. 1942)
  • 3 Nocturnes für Klavier op. 147. Koczalski, Berlin-Grunewald (ca. 1942)
  • Legende für Klavier Nr 3 g-Moll op. 148 (1944)
  • Legende für Klavier Nr. 4 d-Moll op. 149 (1945)
  • Das erloschene Licht. Musikalische Legende in 3 Akten op. 150 (1946)


Schriften
  • Zum hundertsten Geburtstag Frédéric Chopins: Chopin-Zyklus; vier Klaviervorträge nebst einer biographischen Skizze: F. Chopin, sowie den Aufsätzen: Chopin als Komponist und Chopin als Pianist, und einer eingehenden Analyse aller zum Vortrag bestimmten Werke. Pabst, Leipzig 1909.
  • Frédéric Chopin. Conseils d'interprétation. Introduction par Jean-Jacques Eigeldinger. Buchet / Chastel, Paris 1998. (Neuauflage der französischen Ausgabe des vorigen Titels, die 1910 im Selbstverlag in Paris erschienen war).
  • Frédéric Chopin: Betrachtungen, Skizzen, Analysen. Tischer & Jagenberg, Köln 1936. (Stimmt inhaltlich weitgehend mit dem Buch von 1909 überein).
  • Betrachtungen eines „lebenslänglichen“ Künstlers. Berlin 1937.

Diskographie (Auswahl)[14][Bearbeiten]

Aufnahmen auf Klavierrollen[Bearbeiten]

Welte, Freiburg i. Br. (Welte-Mignon)[15]
  • Frédéric Chopin: Klavierkonzert Nr. 2 f-Moll op. 21, 2.Satz, (Rolle Nr. 3974, Aufnahme 1925).
  • Frédéric Chopin: Krakowiak op. 14, (Rolle Nr. 3975, Aufnahme 1926).
  • Frédéric Chopin: Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll op. 11, (Rollen Nr. 3976, 3977, 3978, Aufnahme 1926).
  • Muzio Clementi: Toccata B-Dur, (Rolle Nr. 3971, Aufnahme 1926).
  • Franz Liszt: Schumann-Lieder, Transkriptionen für Klavier, Frühlingsnacht, (Rolle Nr. 3972, Aufnahme 1927).
  • Franz Liszt: Der Lindenbaum. Transkription für Klavier nach Schubert " Die Winterreise", (Rolle Nr. 3973, Aufnahme 1926).
  • Richard Strauss: Sonate h-Moll op.5, (Rollen Nr. 3979, 3980, Aufnahme 1925).


Hupfeld, Leipzig (Phonola / Triphonola)
  • Frédéric Chopin: Mazurka b-Moll op. 24/4, (Rolle Nr. 12976 und Rolle Nr. 55788).
  • Frédéric Chopin: Mazurka cis-Moll op. 30/4, ( Rolle Nr. 12977 und Rolle Nr. 53590).
  • Frédéric Chopin: Mazurka As-Dur op. 41/3, (Rolle Nr. 59339).
  • Frédéric Chopin: Mazurka F-Dur op. 68/3 und Mazurka f-Moll op. 68/4, (Rolle Nr. 59338).
  • Frédéric Chopin: Nocturne Es-Dur op. 9/2, (Rolle Nr. 12978 und Rolle Nr. 50099).
  • Frédéric Chopin: Polonaise A-Dur op. 40/1, (Rolle Nr. 12979).
  • Frédéric Chopin: Walzer As-Dur op. 34/1, (Rolle Nr. 12980 und Rolle Nr. 56377).
  • Franz Liszt: Elsas Traum. Transkription aus Lohengrin von Richard Wagner, (Rolle Nr. 50827).
  • Franz Liszt: Lied an den Abendstern. Transkription aus Tannhäuser von Richard Wagner, (Rolle Nr. 50750).
  • Franz Liszt: Paraphrase über Ernani von Giuseppe Verdi, (Rolle Nr. 51419).
  • Franz Liszt: Der Lindenbaum. Transkription aus der Winterreise von Franz Schubert, (Rolle Nr. 5190)


Pleyel, Paris (Pleyela)[16]
  • Frédéric Chopin: Berceuse Des-Dur op. 57, (Rolle Nr. 10277).
  • Frédéric Chopin: Impromptu Nr. 1 As-Dur op.29, (Rolle Nr. 10295), Impromptu Nr.2 Fis-Dur op. 36, (Rolle Nr. 10311).
  • Frédéric Chopin: Fantaisie-Impromptu Nr. 4 cis-Moll op. 66, (Rolle Nr. 10310)
  • Frédéric Chopin: Barcarolle Fis-Dur op. 60, (Rolle Nr. 10299).
  • Frédéric Chopin: Polonaise cis-Moll op. 26/1, (Rolle Nr. 10322)
  • Frédéric Chopin: Préludes op. 28 Nr. 4 e-Moll, Nr. 5 D-Dur, Nr. 6 h-Moll, Nr. 7 A-Dur, (Rolle Nr. 10362), Nr. 16 b-Moll, Nr. 17 As-Dur, (Rolle Nr. 10330), Nr. 23 <F-Dur, Nr. 24 d-Moll, (Rolle Nr. 10333).

Aufnahmen auf Schallplatten[Bearbeiten]

Koczalskis zahlreiche Plattenaufnahmen sind in den angegebenen Quellen[17] [18] dokumentiert und können auch online recherchiert werden.[19]. Sie sind außerdem in den booklets der CD-Überspielungen verzeichnet.

Überspielungen von Schallplatten und Rundfunkaufnahmen auf CD[Bearbeiten]

  • Koczalski plays Chopin. Broadcast recordings from German radio. 1945 and 1948. Music and Arts, 2012. CD-1261.
  • Raoul Koczalski plays Chopin. Biddulph Recordings, 1994. LHW 022
  • Raoul von Koczalski: Chopin. Enregistrements 1929-1941. Dante Productions,1996. HPC042.
  • Raoul Koczalski plays Chopin. Pearl, 1990. GEMM CD 9472.
  • Raoul von Koczalski 1894-1948. (Falsches Geburtsdatum!). Archiphon, 1977. ARC-119/20. (Enthält Aufnahmen von Chopin, Mozart, Paderewski, Tschaikowski, Rubinstein, Mussorgski, Skrjabin, Szymanowski, Rachmaninow, Bartók und Koczalski).
  • The complete Raoul von Koczalski. Vol. 1. The Polydor recordings 1924-1928. Vol. 2. Homochord, Electrola and Polydor recordings 1930-1939. Marston Records, 2011. Marston 52063 und 53016-2.
  • Raul Koczalski: pianista i kompozytor. Vol. 1-8. Selen, Warschau. (Enthält auch Klavierkompositionen und Lieder von Koczalski).
  • Legends of the piano. Acoustic recordings 1901-1924. Naxos Historical 8.112054. Enthält u.a. : Frédéric Chopin: Polonaise Nr. 6 As-Dur op. 53 gespielt von Raoul Koczalski.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Spemann: Spemanns goldenes Buch der Musik. W. Spemann, Berlin / Stuttgart 1916, S. 702.
  • Bernhard Vogel: Raoul Koczalski: Skizze. Pabst, Leipzig 1896.
  • Stanisław Dybowski: Raul Koczalski: chopinista i kompozytor. Selene, Warszawa 1998, ISBN 83-910515-0-1.
  • Teresa Brodniewicz u.a.: Raul Koczalski (Serie: Biografie). Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu, Poznań 2001, ISBN 83-88392-25-5
  • Ingo Harden u. Gregor Willkes ( Mitarbeit: Peter Seidle): Pianisten-Profile. Bärenreiter, Kassel 2008. S. 388/389.
  • MGG ( = Die Musik in Geschichte und Gegenwart). Bärenreiter, Kassel 1958. Bd. 7, Spalte 1302.
  • MGG (= Die Musik in Geschichte und Gegenwart). 2. neubearbeitete Ausgabe. Bärenreiter / Metzler, Kassel u.a. 2003. Personenteil Bd. 10, S. 387a.
  • Artikel Koczalski in der polnischen Wikipedia.
  • Raoul Koczalski: Frédéric Chopin. Conseils d'interprétation. Introduction par Jean-Jacques Eigeldinger. Buchet / Chastel, Paris 1998.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Heinrich Burk: Dies ist meine Stadt. Bad Nauheimer Geschichten aus hundert Jahren. Verlag der Buchhandlung am Park, Nauheim 1995. S. 76 - 82.
  2. Koczalski spielte in diesem Konzert Ludwig van Beethovens Klaviersonate cis-Moll op. 27/2, die sogenannte Mondscheinsonate und Klavierstücke von Frédéric Chopin. Paul Hartmann rezitierte aus Goethes Faust.
  3. Signatur SM 08.
  4. Bezeichnung: N.Mus.Nachlass 139 (Nachlass Koczalski).
  5. Rollen hauptsächlich für Welte-Mignon, Pleyela, Triphonola, Schallplatten für u.a. Homochord, Polydor, Odeon, Electrola, Mewa.
  6. Viele Aufnahmen wurden in youtube eingestellt.
  7. Sie war angekündigt unter den Editionsnummern ED 5811-5819. Nach Auskunft des Verlages ist das Archiv in Leipzig im 2. Weltkrieg zerstört worden, sodass auch die Vorgeschichte der Chopinausgabe ungeklärt bleibt.
  8. Schallplattenaufnahmen wurden auch auf dem Steinway - Flügel gemacht.
  9. Raoul Koczalski: Frédéric Chopin. Betrachtungen. Skizzen. Analysen. Tischer, Köln 1936. S. 12.
  10. James Methuen-Campbell: Chopin playing. From the composer to the present day. Gollancz, London 1981.
  11. Claudio Arrau: Leben mit der Musik. Aufgezeichnet von Joseph Horowitz. Piper, München/Zürich 1987. S. 181.
  12. a.a.O. Seite 4
  13. Diese Liste wurde erstellt nach dem Katalog der Staatsbibliothek zu Berlin und nach Stanisław Dybowski: Wykaz kompozycji Raula Koczalskiego, in: Teresa Brodniewicz u.a.: Raul Koczalski. Akademia Muzyczna im. I. J. Paderewskiego w Poznaniu, Poznań 2001.
  14. Vollständiges Verzeichnis: Stanisław Dybowski: Wykaz nagrań Raula Koczalskiego. In: Teresa Brodniewicz u.a.: Raul Koczalski. (Serie: Biografie). Akademia Muzyczna im. I. J. Paderewskiego w Poznaniu, Poznań 2001. S. 85-93. Enthält auch ein Verzeichnis der auf CD erschienenen Werke Koczalskis (Dyskografia utworów Raula Koczalskiego S. 92-93).
  15. Gerhard Dangel und Hans-W. Schmitz: Welte-Mignon Klavierrollen. Welte-Mignon Piano Rolls. Selbstverlag, Stuttgart 2006. S. 464.
  16. Albert M. Petrak (Ed.): Pleyela Piano Roll Catalog. The Reproducing Piano Roll Foundation. Mac Mike 1998.
  17. Armand Panigel (Hrsg.): L'œuvre de Frédéric Chopin. Discographie générale. Édition de la Revue Disques, Paris 1949. S. 250.
  18. Francis F. Clough/ G. J. Cuming: The World's Encyclopaedia of recorded music (=WERM). Greenwood Press, Westport 1970. (Reprint).
  19. Biblioteca Narodowa Warszawa. Zakład zbiorów dźwiękowych i audiowizualnych. Historical recordings: Raul Koczalski. Zugang unter bn.org.pl

Weblinks[Bearbeiten]