Raoul Koczalski

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Raoul Koczalski während einer Aufnahme für Welte-Mignon, 1925

Armand Georg Raoul von Koczalski (* 3. Januar 1885 in Warschau; † 24. November 1948 in Posen; Pseudonym: Jerzy Amando) war ein polnischer Pianist und Komponist.

Leben[Bearbeiten]

Er war schon als Kind Schüler von Ludwig Marek und Karol Mikuli am Konservatorium in Lemberg (Lwiw). Bereits als Siebenjähriger bereiste er Deutschland, Österreich, Frankreich, England und Skandinavien, wo das Wunderkind sein Publikum durch sein ungewöhnliches Können erstaunte. Nach vierjähriger Reise zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück, um sich seiner weiteren Ausbildung zu widmen. Nach deren Abschluss setzte er seine internationale Konzerttätigkeit fort. Er war vor allem als Interpret der Werke von Chopin geschätzt und galt zeitweise als bester Chopin-Spieler.

Als Komponist schuf er zahlreiche Klavierwerke, darunter 24 Präludien und 3 Suiten sowie 4 Opern, von denen zwei uraufgeführt wurden.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Kompositionen

Koczalski hat ungefähr 200 Werke veröffentlicht, darunter sinfonische und Kammermusik, Konzerte, Opern, Ballette, Klavierstücke und Lieder.

  • Symphonische Legende vom Könige Boleslaus dem Kühnen und Bischof Stanislaus dem Heiligen (im Jahre 1079) für Orchester (komponiert 1894). Pabst, Leipzig ca. 1900.
  • Rymond: Oper in 3 Akten (6 Bildern). Dichtung von Alexander Graf Predro. Leizipg 1902. (UA: 14. Okt. 1902 in Elberfeld).
  • Die Sühne: ein Trauerspiel in einem Aufzuge. Pabst, Leipzig ca. 1907. (UA 1909 in Mülhausen (Elsass)).
  • Raoul valse, op. 18
  • 24 Preludes op. 65
  • Konzert für Pianoforte und Orchester, op. 83.
  • Rilke-Heft; Vier Gedichte von Rainer Maria Rilke, op. 102.
  • Rilke-Heft; Vier Gedichte von Rainer Maria Rilke, op. 116.
  • Semrud: ein Märchen aus dem Orient in 5 Bildern und einem Vorspiel; (Text unter Zugrundelegung eines Märchens aus „Tausendundein Tag“, einer dramatischen Skizze von Benno Ziegler und der komischen Oper „Der betrogene Kadi“ von Ch. W. Gluck)., op. 118. Rischer & Jagenberg, Köln-Bayental 1936.
  • Aus dem west-östlichen Divan: von Goethe; 21 Gedichte vertont als Gesänge und Duette für Sopran und Bariton; op. 121.
  • Legende Nr. 1 op. 127.
  • Sonate nr. 8 pour piano op. 143. Koczalski, Posen [ca. 1940].
  • Kleine Sonate für Klavier zu 2 Händen op. 146.
  • 3 Nocturnes op. 147.
Schriften
  • Zum hundertsten Geburtstag Frédéric Chopins: Chopin-Zyklus; vier Klaviervorträge nebst einer biographischen Skizze: F. Chopin, sowie den Aufsätzen: Chopin als Komponist und Chopin als Pianist, und einer eingehenden Analyse aller zum Vortrag bestimmten Werke. Pabst, Leipzig 1909.
  • Frédéric Chopin: Betrachtungen, Skizzen, Analysen. Tischer & Jagenberg, Köln 1936.
  • Betrachtungen eines „lebenslänglichen“ Künstlers. Berlin 1937.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Spemann: Spemanns goldenes Buch der Musik. W. Spemann, Berlin / Stuttgart 1916, S. 702.
  • Bernhard Vogel: Raoul Koczalski: Skizze. Pabst, Leipzig 1896.
  • Stanisław Dybowski: Raul Koczalski: chopinista i kompozytor. Selene, Warszawa 1998, ISBN 83-910515-0-1.
  • Teresa Brodniewicz: Raul Koczalski. (Biografie / Akademia Muzyczna im. Ignacego Jana Paderewskiego w Poznaniu). Poznan 2001, ISBN 83-88392-25-5.

Weblinks[Bearbeiten]