Raoul de Houdan

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Raoul de Houdan oder Raoul de Houdenc (* wohl deutlich vor 1200 vermutlich in Houdain im Artois[1]; † vermutlich vor oder um 1226) war ein Dichter in altfranzösischer Sprache. Über sein Leben ist weniges und nur vage bekannt. Er scheint ursprünglich eine Ausbildung als Schreiber erhalten zu haben, eventuell in einem Kloster seiner Heimat. Es gibt in seinen Werken Anhaltspunkte dafür, dass er später seinen Lebensunterhalt als Jongleur bestritt und nur gelegentlich seine dichterischen Werke mit eher bescheidenem Erfolg in großen Häusern vortragen konnte. Seine Werke lassen darauf schließen, dass er sehr gut mit der Stadt Paris vertraut war und sich dort einen wesentlichen Teil seines Lebens aufgehalten haben dürfte. Ein Teil seiner überkommenen Werke steht in der Tradition eines Chrétien de Troyes, dessen Duktus er in seinen beiden Artus-Romanen erfolgreich aufgreift. Seine beiden anderen Werke haben allegorischen Charakter, eine Neuerung für seine Zeit, und könnten Guillaumes de Lorris Rosenroman beeinflusst haben.

Werke[Bearbeiten]

  • Meraugis de Portlesguez, Roman aus dem Artus-Sagenkreis
  • Vengeance Raguidel, Roman aus dem Artus-Sagenkreis (Autorschaft Raouls sehr unsicher)
  • Songe d'Enfer („Traum der Hölle“), allegorische Erzählung über einen Höllenaufenthalt des Dichters, 678 Verse
  • Li Romanz des Ailes de la Proèce, ein „Roman von den Flügel der Trefflichkeit“ über die ritterlichen Tugenden, 660 Verse

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. und nicht in Houdan östlich von Dreux