Rapid Plant Assessment

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Das Rapid Plant Assessment (RPA, dt. Schnellbewertung von Fabriken) ist ein Verfahren, mit welchem die Effizienz und Schlankheit einer Produktion mit minimalen Mitteln bewertet sowie Stärken und Schwächen erkannt werden können.

Idee[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu anderen, aufwändigen Bewertungsverfahren liegen die Resultate beim RPA innerhalb eines Tages oder gar weniger Stunden vor. Benötigt wird ein Team von vier bis fünf Mitgliedern, die lediglich während weniger Tage geschult werden müssen. Idealerweise setzt sich das Team aus Mitgliedern zusammen, die zwar über eine Vielfalt von Erfahrungen verfügen, aber alle die entsprechende Branche bzw. branchenspezifische Besonderheiten kennen. Auch wenn die Dauer einer Werksbesichtigung lediglich 30 Minuten beträgt, lässt sich das RPA effizient anwenden. Wichtig ist in jedem Fall, dass sich das Assessment-Team gründlich vorbereitet, wenn möglich Bilanzen und Analyse-Berichte des Unternehmens sowie die verfügbaren Informationen im Internet genau studiert.[1]

Nutzen und Ziel[Bearbeiten]

Das RPA-Verfahren ist kein Ersatz für eine sorgfältige Prüfung verschiedener Faktoren beispielsweise vor einer Akquisition. Es ist ein zusätzliches Instrument, bei dem der Fokus auf optische Informationen gelegt wird. So gelangt man an Informationen, welche zwar nur schwierig quantifizierbar, jedoch von wesentlicher Tragweite sein können. Einsparpotentiale nach einer Akquisition beispielsweise lassen einen größeren Spielraum beim Angebotspreis zu. Die Stärken und Schwächen eines Unternehmens lassen sich damit unabhängig aber zusätzlich zu den Finanzdaten analysieren. Darüber hinaus lässt sich das Verfahren auch auf die eigene Produktion anwenden, beispielsweise um diese am Ansatz von Lean Production zu benchmarken. Das Ziel des RPA ist die treffsichere Beurteilung einer gesamten Produktion oder eines einzelnen Werks.[1]

Verfahren[Bearbeiten]

Das RPA besteht aus zwei Bewertungsformularen: Einem Bewertungsraster mit 11 Kategorien und einem Fragebogen, der wiederum aus 20 Ja-Nein-Fragen besteht, wobei sich jede Frage auf mehrere Kategorien des Bewertungsrasters bezieht. Besonders am RPA-Ansatz ist, dass das Besichtigungs-Team während der Inspektion weder die Formulare ausfüllt noch anderweitige Notizen macht. Die Erkenntnisse werden erst nach der Besichtigung auf die Bewertungsblätter übertragen. Damit soll sichergestellt werden, dass während der Inspektion nichts verpasst wird, da das Konzept mit optischen Informationen steht und fällt. Für die Bewertung hilfreich ist es zudem, wenn sich die Teammitglieder während der Tour durch die Fabrik mit Mitarbeitenden oder Vorgesetzten unterhalten. Das Bewertungsteam sollte sich nach der Besichtigung so schnell wie möglich treffen und die Beobachtungen auf die Formulare übertragen, damit diese möglichst vollständig in die Bewertungen einfließen.[1]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Harvard Business Manager „Eine Fabrik unter die Lupe nehmen - schnell und effizient“; Abruf am 28. Mai 2010; nach R. Eugene Goodson