Rapoports Regel

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Rapoports Regel ist eine aus empirischen Beobachtungen abgeleitete Regel der Ökologie. Sie besagt, dass mit zunehmendem Breitengrad die Arealgröße für Lebewesen aufgrund zunehmender Nischenverfügbarkeit, aber abnehmender Artenzahl zunimmt.

In den Tropen werden der Regel zufolge bei hoher Artenzahl kleine Areale erwartet. Dagegen wird in höheren Breiten, wie in der borealen und polaren Zone, eher mit großen Arealen gerechnet. Weitere Faktoren sind das Relief und der Höhengradient: In den reliefreichen Gebieten der Tropen sollten nach der Regel die Arten eher in einem niederen Höhengradienten konzentriert sein, im Norden hingegen in höheren Gebieten.[1]

Kritik und Einschränkung[Bearbeiten]

Zwar ist die Rapoportsche Regel empirisch hergeleitet, berücksichtigt aber nicht den Einfluss der globalen Landmasseverteilung. Teilweise kann aus der Regel auf kleinräumige geographische Gegebenheiten keine befriedigende Ableitung geleistet werden, weil dort lokale Bedingungen die Areale und die Ausbreitungsbedingungen beeinflussen.

Belege[Bearbeiten]

  1. Carl Beierkuhnlein: Biogeographie, S. 100, ISBN 978-3-8385-8341-9