Rapunzel-Glockenblume

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Rapunzel-Glockenblume
Rapunzel-Glockenblume (Campanula rapunculus)

Rapunzel-Glockenblume (Campanula rapunculus)

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae)
Gattung: Glockenblumen (Campanula)
Art: Rapunzel-Glockenblume
Wissenschaftlicher Name
Campanula rapunculus
L.

Die Rapunzel-Glockenblume (Campanula rapunculus) ist eine Art aus der großen Gattung der Glockenblumen (Campanula).

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Rapunzel-Glockenblume ist eine 30 bis 100 cm hoch werdende mehrjährige krautige Pflanze. Die Stängel sind kantig und leicht behaart oder kahl. Die Blätter der Rosette sind umgekehrt eiförmig und gezähnt. Die 1,5 bis 2,5 cm langen, gestielten Blüten sitzen in einer schmalen, traubenähnlichen Rispe mit aufgerichteten kleinen Ästen, die hellvioletten Blütenglocken sind zu einem Drittel eingeschnitten.[1]

Standorte und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Art wächst auf Halbtrockenrasen, an Weg- und Gebüschrändern und auf Wiesen. Sie bevorzugt mehr oder weniger trockene, nährstoffreiche, lehmige Böden.

Die Rapunzel-Glockenblume kommt von Südeuropa bis nach Skandinavien vor. Ferner findet man sie in Nordwestafrika, in Sibirien und Nordwestasien. Sie ist ein submediterranes Florenelement.

In Deutschland ist sie im westlichen, mittleren und südwestlichen Gebiet recht verbreitet. Im Norden, Osten und auch südlich der Donau ist sie entweder sehr selten oder fehlt ganz. Während die Art in der Schweiz allgemein verbreitet ist, ist sie in Österreich sehr selten im Burgenland zu finden und gilt als vom Aussterben bedroht.

Verwendung[Bearbeiten]

Die Wurzel der Rapunzel-Glockenblume ist fleischig verdickt und kann als wohlschmeckendes Wurzelgemüse wie Echter Sellerie (Apium graveolens) oder Rote Bete zubereitet werden. Rohe Wurzelscheiben und Blätter ergeben einen Salat. Im Mittelalter wurden die Pflanzen gesammelt und im Garten kultiviert. Im Elsass und in der Schweiz wurde die Art noch zwischen 1906 und 1929 angebaut. Ähnlich wie beim Feldsalat (Valerianella locusta) wurden im Winter auch die Rosettenblätter geerntet. Demnach ist die Pflanze in freier Natur ein typisches Kulturrelikt.

Trivialnamen[Bearbeiten]

Für die Rapunzel-Glockenblume bestehen bzw bestanden, zum Teil auch nur regional, auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Fürwitzlein (Elsaß, Sachsen), Rapünzel (Mark Brandenburg), Rapünzelin, Rapünzle (Bern), Rapünzlein (Zürich), Rapunzel und Rübenrapunzel.[2]

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Haeupler, Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Ulmer Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Adler, Oswald, Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Ulmer Verlag, Stuttgart und Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • Binz, Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Schwabe & Co. AG, Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  • Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Ulmer Verlag, Stuttgart 1990, ISBN 3-8001-3454-3.
  • Garcke: Illustrierte Flora. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1972, ISBN 3-489-68034-0.
  • R. Düll, H. Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. 7. Auflage. Quelle & Meyer-Verlag, 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Die Informationen dieses Artikels entstammen zum größten Teil den unter Literatur angegebenen Quellen, darüber hinaus werden folgende Quellen zitiert:

  1. Eintrag zur Art auf FloraWeb
  2. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 75. (online).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rapunzel-Glockenblume – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien