Rapunzel – Neu verföhnt

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Filmdaten
Deutscher Titel Rapunzel – Neu verföhnt
Originaltitel Tangled
Rapunzel neu verfoehnt logo.jpg
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 100 Minuten
Altersfreigabe FSK 0[1]
JMK 0[2]
Stab
Regie Nathan Greno,
Byron Howard
Drehbuch Don Fogelman
Produktion Roy Conli
für Walt Disney Pictures
John Lasseter (Executive Producer)
Musik Alan Menken,
Glenn Slater
Schnitt Timothy M. Mertens
Synchronisation

Rapunzel – Neu verföhnt (Originaltitel: Tangled, im Plakat: Rapunzel – Neu Verföhnt) ist ein US-amerikanischer Computeranimationsfilm von Nathan Greno und Byron Howard aus dem Jahr 2010. Er enthält Motive des Märchens Rapunzel der Brüder Grimm und gilt als der fünfzigste Film der Disney Animation Studios im Meisterwerkekanon. Rapunzel – Neu verföhnt wird mit seinen Produktionskosten von mindestens 260 Millionen US-Dollar[3] auf Platz zwei hinter Fluch der Karibik 3, dem teuersten Film aller Zeiten, gesehen. Inflationsbereinigt liegt er auf Platz 11[4] und befindet sich somit unter Filmen wie Cleopatra und Titanic. Dem gegenüber steht ein weltweites Einspielergebnis von rund 570 Millionen US-Dollar.[5]

Handlung[Bearbeiten]

Gothel ist eine sehr alte Frau, die sich mithilfe einer magischen Blume regelmäßig verjüngt. Durch einen unglücklichen Zufall wird mit der Blume ein Heiltrank für die todkranke schwangere Königin hergestellt. Die Königin wird gesund; die Verjüngungskraft geht dabei auf die kurz darauf geborene Rapunzel über. Beim Singen eines bestimmten Liedes beginnen ihre Haare zu leuchten und entfalten dieselbe Wunderkraft wie zuvor die Blume. Da die magische Wirkung nicht in den Haaren, sondern in Rapunzel selber liegt, entführt Gothel das Kind und zieht es in einem geheimen, einsamen Turm als eigene Tochter auf, um auch weiterhin die verjüngende Wirkung nutzen zu können.

Der Dieb Flynn Rider, der zusammen mit den Brüdern Stabbington die Krone der Prinzessin gestohlen hat, betrügt seine Kumpane auf der Flucht vor der Palastwache und flieht in Rapunzels Turm, den er zufällig findet. Es gelingt der nun 17-jährigen Rapunzel, den Eindringling zu überwältigen und die Krone zu verstecken. Sie überredet den Fremden, ihr bei der Ergründung eines Himmelsphänomens zu helfen, wofür sie den Turm verlassen muss. Im Gegenzug erhält Rider die Krone zurück, deren Bedeutung Rapunzel unbekannt ist. Rapunzel schickt Gothel, die zwischendurch auftaucht und vor deren Augen Flynn Rider versteckt gehalten wird, unter einem Vorwand auf eine Drei-Tages-Reise in den Wald. Dann zieht sie zusammen mit Rider, dem Chamäleon Pascal (das ihr immer zur Seite steht) und später auch in Begleitung des Pferdes Maximus (das sich aber mehr verhält wie ein Hund) los.

Da das Himmelsphänomen, eigentlich Himmelslaternen, die vom Königspaar jährlich zu Rapunzels Geburtstag steigengelassen werden, vom königlichen Schloss ausgeht, fürchtet Rider den eigentlichen Zweck der Reise. Er führt Rapunzel in ein zwielichtiges Lokal, aus dem beide beim Auftauchen der Palastwache durch einen Geheimtunnel fliehen können. Auf der Flucht offenbart Rapunzel die Heilkraft ihrer Haare.

Gothel, die inzwischen die Flucht Rapunzels bemerkt und im Turm die Krone und einen Steckbrief Flynns gefunden hat, trifft auf der Suche nach Rapunzel die Stabbington-Brüder. Sie überredet die Brüder, ihr bei einem Plan zu helfen, bei dem sie sich an Flynn Rider rächen können und der Rapunzel zurück in ihr Gewahrsam bringt. Zunächst versucht sie noch einmal erfolglos, Rapunzel zur Rückkehr zu bewegen. Gothel weist darauf hin, dass Rider nur hinter der Krone her sei. Damit Rapunzel es selber überprüfen kann, übergibt Gothel ihr die Krone.

Am nächsten Tag betreten Rapunzel und Rider das Schloss. Am Abend schauen sie sich die Laternen vom See aus an. Bei dieser Gelegenheit übergibt Rapunzel die Krone. Rider sieht am Ufer die Stabbington-Brüder und will die Krone zurückgeben. Während Rapunzel im Boot wartet, schlagen die Brüder Rider bewusstlos, fesseln ihn an ein Segelboot und lassen ihn zusammen mit der Krone auf den Steg des Schlosses zutreiben. Rapunzel gegenüber beschreiben sie es als „Betrug“ Riders gegenüber Rapunzel. Als die Brüder versuchen, Rapunzel zu entführen, überwältigt Gothel die beiden und bringt Rapunzel zurück in den Turm. Währenddessen wird Rider zum Tode verurteilt.

Rider wird von den zwielichtigen Gestalten aus dem früher besuchten Lokal gerettet. Aufgrund verschiedener Hinweise, die sie während der Reise gesammelt hat, schließt Rapunzel, dass sie die gesuchte Prinzessin ist, und versucht, aus dem Turm zu fliehen. Gothel fesselt sie, und als Rider zur Rettung kommt, sticht Gothel ihn nieder. Rapunzel will seine Wunde heilen, was Gothel erst zulässt, als Rapunzel ihr im Gegenzug verspricht, danach mit ihr zu gehen und nie wieder zu fliehen. Bevor es dazu kommt, schneidet der sterbende Rider Rapunzels Haare ab, die daraufhin ihre magische Wirkung verlieren. Gothel altert wieder und gerät dabei so sehr außer sich, dass sie aus dem Fenster des Turmes stürzt und stirbt. Als Rider in Rapunzels Armen stirbt, weint sie. Die Tränen enthalten jedoch noch die magischen Fähigkeiten, eine trifft Riders Wange und belebt ihn wieder. Rapunzel und der geheilte Rider kehren in das Schloss zurück, wo sie feierlich empfangen werden und Jahre später heiraten.

Im Jahr 2012 produzierte Disney den siebenminütigen Kurzfilm Rapunzel - Verföhnt, Verlobt, Verheiratet (engl. Originaltitel: Tangled Ever After), in der die Hochzeit von Rapunzel und Rider dargestellt wird. Unmittelbar vor der Ringübergabe verlieren die Trauzeugen Maximus und Pascal die Eheringe, die die Schlosstreppen herab in die darunter liegende Stadt fallen. Die beiden Tiere hetzen hinterher und richten bei der Jagd einen immensen Kollateralschaden an, doch sie können pünktlich den Eheleuten die Ringe geben und sind selig − bis Maximus unabsichtlich die Hochzeitstorte anstößt und sie wiederum die Schlosstreppe herabfällt.[6]

Produktion und technischer Aspekt[Bearbeiten]

Die Schaukel, Stilvorlage für Rapunzel

Rapunzel – Neu verföhnt ist der 50. Disney-Animationsfilm. Er entstand als 3D-Computeranimation.

Der Film erlebte seine US-Premiere am 24. November 2010. In Deutschland kam er am 9. Dezember 2010 in die Kinos. In Österreich wurde er wegen des gesetzlichen Feiertags bereits am 8. Dezember gestartet.

Der optische Stil des Films orientiert sich an Gemälden des im 18. Jahrhundert lebenden französischen Rokoko-Künstlers Jean-Honoré Fragonard, insbesondere an dem Gemälde Die Schaukel. Dieser wird als „romantisch und üppig“ bezeichnet.[7]

Animation Supervisor Glen Keane wollte diesen Film wie einen traditionellen, handgezeichneten Disney-Klassiker in 3D wirken lassen. Aus diesem Grund führte er ein Seminar mit dem Namen „The Best of Both Worlds“ (engl. für „Das Beste beider Welten“) durch, bei dem er mit 50 Animatoren die Vor- und Nachteile von CGI-Animationen und Handzeichnungen diskutierte und bei dem darüber gesprochen wurde, wie man die Stärken beider Genres zu einem Film vereinen könnte.[8] Der Film wurde sowohl von klassischen Zeichnern, als auch von Computeranimatoren entwickelt. Die Techniken, die benötigt wurden, um den Film nach Keanes Vorstellungen zu gestalten, waren zu Beginn des Projektes nicht vorhanden und wurden für den Film neu kreiert.[7] Die handgezeichneten Charaktere wurden mit computeranimierten 3D-Bildern gefüllt. Um die Wirkung einer Zeichnung zu erzeugen, verwendete man nicht-fotorealistische Render-Techniken, was die Oberfläche gemalt aussehen lässt und trotzdem Tiefe und Dimensionen erzeugt.

Die Liedauswahl des Abspanns wurde zum Teil den Ländern angepasst, in denen der Film aufgeführt wird. So wird in der deutschen Version während der Abschlusstitel nach Something That I Want von Grace Potter Endlich sehe ich das Licht von Monrose gespielt.

Synchronisation[Bearbeiten]

Rolle Originalsprecher & Originalgesang Deutsche Sprecher[9]
Rapunzel Mandy Moore Alexandra Neldel
Pia Allgaier (Gesang Erwachsene)
Paula Seifert (Gesang Kind)
Eugene Fitzherbert/ Flynn Rider Zachary Levi Moritz Bleibtreu
Manuel Straube (Gesang)
Gothel Donna Murphy Monica Bielenstein
Christine Leyser (Gesang)
Die Stabbington-Brüder Ron Perlman René Marik
Hakenhand Brad Garrett Axel Lutter
Bernd Wippich (Gesang)
Zinken Jeffrey Tambor Thomas Amper
Hauptmann der Palastwachen M. C. Gainey Jörg Hengstler
Vladimir Richard Kiel Tilo Schmitz
Stummel Paul F. Tompkins Friedrich G. Beckhaus

Die musikalische Leitung und den Originaltext ins Deutsche einzusingen, übernahm Thomas Amper. Der ursprüngliche Name des Diebes „Bastion“ wurde im aktuellen Drehbuch in „Flynn“ abgeändert. Außerdem wurden alle Hauptrollen umbesetzt, so dass Mandy Moore, Zachary Levi und Donna Murphy die ursprünglich als Sprecher angekündigten Kristin Chenoweth, Dan Fogler und Grey DeLisle ersetzen.

Kritik[Bearbeiten]

„Anders als der Trailer vermuten lässt, ist Rapunzel – Neu verföhnt kein freches Trickabenteuer à la Küss den Frosch oder ein Anarchospaß wie Shrek geworden. Stattdessen setzen die Regisseure Nathan Greno und Byron Howard (Bolt – Ein Hund für alle Fälle) auf klassische Disney-Motive wie einen drolligen Sidekick – in diesem Fall das Chamäleon Pascal – und eine liebevoll erzählte, aber überraschend unoriginelle Lovestory. Dafür peppen sie ihr märchenhaft schön animiertes 3D-Märchen mit rasanten, kindgerechten Actionsequenzen auf, in denen Rapunzels Mähne das Wort „haarig“ ganz neu definiert. Fazit: Charmanter Zeichentrickspaß, dessen harmlos erzählte Story vor allem Grundschüler begeistern wird.“

Cinema.de[10]

„Fazit: Tangled ist eine schöne und stimmungsvolle Umsetzung der klassischen Geschichte. Ein bisschen frisiert, mit glatten Charakteren angereichert und wundervoll animiert, entpuppt sich der Film für jeden Disneyfan als Hingucker. Ein schöner Film, der allerdings ein bisschen mehr Pepp im Mittelteil vertragen hätte.“

Outnow.ch[11]

„Große Emotionen, komische Momente, bezaubernde Songs und eine gelungene Story voller Tempo. Die 3D-Effekte sind toll, aber sie sind es nicht allein, die den Film absolut sehenswert machen! Der Film wird übrigens nicht nur Mädchen gefallen. Rapunzel ist schön, klug, gütig und das alles, aber Flynn Rider ist ein famoser Bursche. So verwegen und cool wie er wäre wohl jeder Junge gern – kleine wie große .“

Focus[12]

„Mut zu Innovation und Originalität spricht aus dem Film sicher nicht, dafür aber eine angenehme gestalterische Sorgfalt und eine im positiven Sinne „konservative“ Rückkopplung ans Erzählhandwerk, das jenseits filmtechnischer Trendsetterei auf eine stimmige Entwicklung von Figuren und einer emotionalen Geschichte setzt.“

Film-Dienst[13]

„Absolutes Prunkstück von Rapunzel – Neu verföhnt bleiben aber die beiden tierischen Sidekicks, obwohl keiner von ihnen auch nur ein Wort spricht. Bei deren stummen Slapstick-Einlagen hätte wohl selbst Großmeister Charlie Chaplin in Sachen Timing nicht viel besser machen können. […] Dass die 3D-Animationen technisch vom Feinsten sind, ist bei einer Produktion dieser Preisklasse eigentlich kaum noch der Rede wert. Viel wichtiger ist, dass es den Disney-Animatoren im Gegensatz zum auf modern getrimmten Bolt hier erstmals gelungen ist, den unverwechselbaren Charme der klassischen Zeichentrickfilme in die dritte Dimension hinüberzuretten.“

Filmstarts[14]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Rapunzel – Neu verföhnt wurde 2011 für den Golden Globe Award in den Kategorien bester Filmsong (I See the Light) und bester Animationsfilm nominiert, konnte aber keinen der beiden Preise gewinnen. Im selben Jahr folgte eine Oscar-Nominierung für I See the Light.

Bei den Tokyo Anime Awards 2012 wurde er als bester ausländischer Animationsfilm ausgezeichnet.[15]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung der FSK (abgerufen am 10. April 2011; PDF; 33 kB)
  2. Freigabe der Jugendmedienkommission
  3. Los Angeles Times (abgerufen am 22. Februar 2011), The Wrap (abgerufen am 22. Februar 2011) oder Los Time Magazine (abgerufen am 22. Februar 2011).
  4. insidekino.com (abgerufen am 22. Februar 2011)
  5. boxofficemojo.com (abgerufen am 4. April 2011).
  6. 'Tangled Ever After' Wedding: Rapunzel And Flynn Get Hitched In Preview Of Short, Huffington Post
  7. a b Bill Desowitz: Chicken Little & Beyond: Disney Rediscovers its Legacy Through 3D Animation. In: Animation World Magazine. 4. November 2005. Abgerufen am 5. Juni 2006.
  8. nytimes.com
  9. Rapunzel – Neu verföhnt in der Deutschen Synchronkartei
  10. Cinema.de: Kritik (abgerufen am 1. Dezember 2010).
  11. Outnow.ch: Kritik (abgerufen am 1. Dezember 2010).
  12. focus.de: Filmkritik
  13. Film-dienst.kim-info.de: Filmkritik
  14. Filmstarts.de: Filmkritik
  15. Tokyo Anime Award 2012
Vorgänger Film Nachfolger
Küss den Frosch Disneyfilme der „Meisterwerke“-Reihe
2010
Winnie Puuh