Rassentrennung

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Südafrikanische Toilettenschilder zur Zeit der Apartheid

Rassentrennung ist die rassistisch motivierte, zwangsweise Trennung von als „Rassen“ definierten Menschengruppen in einigen bis hin zu allen Bereichen des Lebens. Rassentrennung ist eine Sonderform der Segregation.

Der Begriff der Rassen ist nicht nur in diesem Zusammenhang problematisch; meist wurden darunter Menschengruppen verschiedener Hautfarbe verstanden. Er war im Zusammenhang der Rassentrennung meistens ein Begriff zur willkürlichen Abgrenzung der „eigenen“ sozialen Gruppe von der oder den „anderen“, oft mit der Überbetonung eines „biologischen“ Unterschieds.

Sklaverei beinhaltet zwar in manchen Fällen auch eine Rassentrennung, wird aber nicht unter diesen Begriff gefasst. So spricht man von einer Rassentrennung in den USA erst für die Zeit nach dem Ende der Sklaverei.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur Rassentrennung gehörte in der Regel ein Verbot der Heirat (oder bereits jeglicher sexueller Kontakt, wie etwa in Südafrika) zwischen Mitgliedern der jeweils als unterschiedlich definierten Menschengruppen. Typischerweise gab es auch getrennte öffentliche Einrichtungen für die Mitglieder der verschiedenen Rassen, zum Beispiel öffentliche Verkehrsmittel, Gaststätten, Theater und insbesondere Schulen. Dabei sind die Einrichtungen für die herrschende Gruppe in aller Regel besser ausgestattet als diejenigen für die ausgegrenzten Gruppen.

1948 wurde die Rassentrennung in den US-Streitkräften von Präsident Harry S. Truman aufgehoben. Die Rassentrennung in allen zivilen Bereichen der USA wurde 1964 durch den von Präsident Lyndon B. Johnson initiierten Civil Rights Act von 1964 abgeschafft.

Beispiele für eine gesetzlich fundamentierte Rassentrennung waren

In vielen Gefängnissen (z. B. in den USA) teilen sich die Gefangenen von selbst in ethnische Gruppen ein. Die Gefangenen selbst sprechen bei dieser Art der Selektion in „Weiße“, „Schwarze“, „Hispanics“ und weitere von Rassentrennung. Bestimmte Gefängnisteile sind daher oft von einer bestimmten Gruppe kontrolliert.

„Nur für Deutsche“[Bearbeiten]

Nur für Deutsche an der Tram Nr. 8 in Krakau.

Der rassistische Slogan „Nur für Deutsche“ war während des Zweiten Weltkriegs in vielen von Deutschland besetzten Ländern der Hinweis, dass bestimmte Einrichtungen und Transportmittel Deutschen vorbehalten waren. Schilder mit dem Slogan waren in Eingängen zu Parks, Cafés, Kinos, Theatern und anderen Einrichtungen angebracht.

Im besetzten Polen war die Rassentrennung nahezu vollständig. In Straßenbahnen und Zügen war meist der erste Waggon deutschem Verwaltungs-und Militärpersonal, NSDAP-Mitgliedern und deutschen Zivilisten vorbehalten.

Von polnischen Partisanen wurden ungenießbare Alkoholika und giftige Schwarzbrandprodukte „Nur für Deutsche“ genannt. Der Slogan wurde auch auf Friedhofmauern gemalt, oder auf Straßenlaternen als Verweis auf das daran Aufknüpfen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Nur für Deutsche – Sammlung von Bildern
 Wiktionary: Rassentrennung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen