Rathke-Tasche

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Die nach dem Anatomen Martin Rathke (1793–1860) bezeichnete Rathke-Tasche ist eine Ausstülpung des Rachendaches, aus der sich beim Fetus der Hypophysenvorderlappen entwickelt. Dieser ist somit kein hirneigenes Gewebe, aber wie das ZNS ektodermalen Ursprungs.

Diese Ausstülpung der Mundbucht wird in der weiteren Entwicklung abgeschnürt und verliert damit die Verbindung zur Mundhöhle. Der Hohlraum dieser Bucht bildet das sogenannte Hypophysenbläschen. Bei manchen Säugetieren (z. B. Raubtiere, Wiederkäuer) bleibt dieser Hohlraum als Hypophysenhöhle (Cavum hypophysis) auch beim erwachsenen Tier bestehen.

Bei Menschen und Pferden bildet sich dieser Hohlraum normalerweise vollständig zurück. Selten findet man jedoch davon abstammende Zysten zwischen Pars distalis und Pars intermedia der Hypophyse, die entsprechend als Rathke-Zyste bezeichnet werden. Das Kraniopharyngeom ist ein von der Rathke-Tasche ausgehender, gutartiger Tumor.

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