Raubbeutler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Raubbeutler
Beutelteufel (Sarcophilus harrisi)

Beutelteufel (Sarcophilus harrisi)

Systematik
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Beutelsäuger (Metatheria)
Überordnung: Australidelphia
Ordnung: Raubbeutlerartige (Dasyuromorphia)
Familie: Raubbeutler
Wissenschaftlicher Name
Dasyuridae
Goldfuss, 1820

Die Raubbeutler (Dasyuridae) sind eine Familie innerhalb der Beuteltierordnung der Raubbeutlerartigen (Dasyuromorphia). In dieser Gruppe, die rund 60 Arten umfasst, werden unter anderem Beutelmarder, Beutelteufel und Beutelmäuse zusammengefasst.

Verbreitung[Bearbeiten]

Raubbeutler kommen in Australien, auf Neuguinea, Tasmanien und anderen vorgelagerten Inseln vor.

Beschreibung[Bearbeiten]

Raubbeutler ähneln sich grundsätzlich im Körperbau, hinsichtlich ihrer Größe gibt es jedoch beträchtliche Unterschiede. Flachkopf-Beutelmäuse und Ningauis werden zum Teil nur rund 10 Zentimeter lang und wiegen 5 Gramm, der Beutelteufel als größte Art erreicht über einen Meter Länge und ein Gewicht von über 10 Kilogramm. Die Vorder- und Hinterbeine sind annähernd gleich lang, an den Vorderbeinen haben sie fünf, an den Hinterbeinen vier oder fünf Zehen, diese sind (im Gegensatz zu den Diprotodontia) getrennt. Bei einigen baumbewohnenden Arten ist die Großzehe opponierbar. Die 42 bis 46 Zähne sind für den Verzehr von Fleisch ausgerichtet, Raubbeutler haben viele kleine Schneidezähne, große Eckzähne und Backenzähne mit scharfen Kauflächen.

Lebensweise[Bearbeiten]

Raubbeutler sind vorwiegend nachtaktiv, tagsüber verkriechen sie sich in Erdbauen, hohlen Baumstämmen oder in Nestern aus Gras, Zweigen und Blättern. Die meisten Arten sind Bodenbewohner, obwohl es auch einige Arten von Beutelmäusen gibt, die vorwiegend auf Bäumen leben. Sie gelten als geschickte Jäger mit scharfen Sinnen. Raubbeutler sind vorwiegend Fleischfresser. Je nach Größe ernähren sie sich die kleineren von Insekten und anderen Gliederfüßern, die größeren auch von Wirbeltieren, dabei können sie manchmal Tiere überwältigen, die gleich groß oder größer als sie selbst sind. Manche Arten verzehren auch Nektar oder Aas.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Obwohl Raubbeutler zu den Beuteltieren zählen, haben nicht alle Arten einen Beutel. Manchmal werden die Jungtiere auch in Bauchfalten untergebracht, bei anderen Arten entwickelt sich ein Beutel erst während der Schwangerschaft. Weibchen haben meist sechs bis acht Zitzen und sind durch eine für Beutelsäuger relativ lange Tragzeit charakterisiert. Eine Besonderheit bei manchen Gattungen wie den Breitfuß-Beutelmäusen oder Pinselschwanzbeutlern ist, dass nahezu alle Männchen gleichzeitig nach der ersten Paarung sterben, also oft nur zehn bis elf Monate alt werden. Auch bei den anderen Arten ist die Lebenserwartung gering, viele Beutelmäuse werden nicht älter als zwei bis drei Jahre.

Bedrohung[Bearbeiten]

Viele Arten haben durch menschliche Einflüsse - insbesondere seit Ankunft der Europäer - Teile ihres ursprünglichen Lebensraumes verloren. Diese Einflüsse sind zum einen die Besiedelung und das Umwandeln von Steppen und Wäldern in Ackerland und Viehweiden, zum anderen das Einschleppen von Raubtieren, die ursprünglich in Australien nicht vorkamen, wie Dingos, Katzen oder Füchse. Sechs Raubbeutlerarten werden von der IUCN als gefährdet (endangered) eingestuft.

Gattungen und Arten[Bearbeiten]

Zu den größeren und bekannteren Arten gehören der Beutelteufel und die Beutelmarder. Viele kleinere Gattungen und Arten werden unter dem Begriff „Beutelmäuse“ zusammengefasst, wobei dieser Begriff keine biologische Klassifizierung darstellt, da manche Arten näher mit den großen Raubbeutlern verwandt sind als untereinander.

Die Raubbeutler werden in folgende Gattungen unterteilt:

Literatur[Bearbeiten]

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999. ISBN 0-8018-5789-9
  • D. E. Wilson, D. M. Reeder: Mammal Species of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2005. ISBN 0-8018-8221-4
  •  Marcel Cardillo, Olaf R. P. Bininda-Emonds, Elizabeth Boakes, Andy Purvis: A species-level phylogenetic supertree of marsupials. In: Journal of Zoology. 264, Nr. 1, 2004, S. 11–31, doi:10.1017/S0952836904005539.

Weblinks[Bearbeiten]