Raublattgewächse

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Raublattgewächse
Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare), Blüte

Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare), Blüte

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Familie: Raublattgewächse
Wissenschaftlicher Name
Boraginaceae
Juss.

Die Raublattgewächse oder Borretschgewächse (Boraginaceae) sind eine Familie der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliopsida). Die Familie enthält 148 bis 156 Gattungen mit etwa 2740 Arten und ist von den gemäßigten Breiten bis in die Tropen weltweit vertreten.

Beschreibung[Bearbeiten]

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten]

Es sind einjährige bis ausdauernde krautige Pflanzen, Sträucher, Bäume oder selten Lianen. Der Name Raublattgewächse deutet auf die charakteristische Behaarung der Blätter und Stängel hin, die viele der mitteleuropäischen Arten besitzen. Die meist wechselständigen Laubblätter sind einfach und ganzrandig.

Schlundschuppen und Staubblätter
Echter Beinwell

Blütenstand, Blüten und Früchte[Bearbeiten]

Die mitteleuropäischen Arten haben im Allgemeinen einen Blütenstand in Form eines Doppelwickels, der zusammen mit der Behaarung eine relativ gute Bestimmung der mitteleuropäischen Arten dieser Familie erlaubt.

Die Blüten sind zwittrig und in der Regel radiärsymmetrisch und meist fünfzählig. Bei Echium sind die Blüten jedoch leicht zygomorph. Die Kelchblätter (Sepalen) sind am Grunde und die Kronblätter (Petalen) sind völlig miteinander verwachsen und bilden röhren- oder stieltellerförmige Blüten. Oft sind die Kronblätter zu sogenannten Schlundschuppen nach innen eingestülpt, die die Kronröhre verschließen oder zumindest verengen. Es ist nur ein Kreis mit meist fünf fertilen Staubblättern vorhanden (tetrazyklische Blüte). Die Staubblätter sind mit den Kronblättern verwachsen und setzen meist auf halber Kronblattlänge an. Die zwei (selten vier bis fünf) Fruchtblätter bilden den oberständigen Fruchtknoten; er ist durch falsche Scheidewände in vier Klausen geteilt.

Klausenfrucht der Gewöhnlichen Hundszunge (Cynoglossum officinale)

Die Blütenformel lautet: \star K_{(5)} \; [C_{(5)} \; A_5] \; G_{\underline{(2)}}

Als Frucht werden meist vier einsamige Klausen gebildet, die nussartig entwickelt sind. Selten werden Steinfrüchte oder Kapselfrüchte gebildet.

Systematik[Bearbeiten]

Die Familie wurde 1789 unter dem Namen „Borragineae“ durch Antoine Laurent de Jussieu in Genera Plantarum, Seite 128 aufgestellt.[1] Typusgattung ist Borago L.. Synonyme für Boraginaceae Juss. sind: Anchusaceae Vest, Buglossaceae Hoffmanns. & Link nom. illeg., Cordiaceae R.Br. ex Dum., Ehretiaceae Mart., Heliotropiaceae Schrad., Hoplestigmataceae Gilg, Hydrophyllaceae R.Br., Lennoaceae Solms, Onosmaceae Martinov. Sebestenaceae Vent. nom. illeg., Wellstediaceae Novák.[2]

Äußere Systematik[Bearbeiten]

Die Boraginaceae werden innerhalb der Euasteriden I keiner Ordnung zugeteilt.[3]

Tribus Lithospermeae: Alkanna orientalis
Tribus Lithospermeae: Blauroter Steinsame (Buglossoides purpurocaerulea)
Tribus Lithospermeae: Große Wachsblume (Cerinthe major)
Tribus Lithospermeae: Wildprets Natternkopf (Echium wildpretii)
Tribus Lithospermeae: Echter Steinsame (Lithospermum officinale)
Tribus Lithospermeae: Moltkia suffruticosa
Tribus Lithospermeae: Natternkopf-Lotwurz (Onosma echioides)
Tribus Asperugeae: Scharfkraut (Asperugo procumbens)
Tribus Boragineae: Borretsch (Borago officinalis)
Tribus Boragineae: Braunes Mönchskraut (Nonea pulla)
Tribus Boragineae: Pentaglottis sempervirens
Tribus Boragineae: Knoten-Beinwell (Symphytum tuberosum)
Tribus Eritrichieae: Amsinckia intermedia
Tribus Eritrichieae: Cryptantha confertiflora
Tribus Eritrichieae: Himmelsherold (Eritrichium nanum)
Tribus Cynoglosseae: Caccinia crassifolia
Tribus Cynoglosseae: Frühlings-Nabelnüsschen(Omphalodes verna)
Tribus Myosotideae: Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica)
Carmona retusa
Mertensia virginica
Myosotidium hortensium

Innere Systematik[Bearbeiten]

Die Familie Boraginaceae wird in sechs Unterfamilien[2] gegliedert und enthält 148 bis 156 Gattungen mit etwa 2740 Arten:[4][5][6]

  • Unterfamilie Boraginoideae Arn.: Sie enthält die Mehrzahl der Gattungen der Familie mit 112 Gattungen und 1600 Arten. Es sind alles krautige Pflanzen, deren Heimat hauptsächlich die gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel sind. Eine große Zahl der Arten dieser Unterfamilie verändert die Farbe der Blütenhüllblätter der Corolla während des Alterns (von Rosa nach Blau, oder von Gelb nach Rosa und dann Blau, oder von Gelb nach Weiß). Viele Arten dieser Unterfamilien weisen die charakteristische Behaarung von Blättern und Stängeln auf.
    • Tribus Lithospermeae Dumort.:
    • Tribus Asperugeae Zakirov: Sie enthält nur eine monotypische Gattung:
      • Asperugo L.: Sie enthält nur eine Art::
        • Scharfkraut (Asperugo procumbens L.): Sie ist in Eurasien sowie in Nordafrika weitverbreitet.
    • Tribus Boragineae Bercht. & J.Presl (Syn.: Anchuseae DC.)[10]: Sie enthält etwa 12 bis 18 Gattungen und etwa 170 Arten:
    • Tribus Craniospermeae Popov: Sie enthält nur eine Gattung:
      • Craniospermum Lehm.: Die etwa sechs Arten sind in Zentralasien verbreitet.
    • Tribus Eritrichieae: Benth. et Hook.f. (Syn. Cryptantheae Brand): Sie ist in sechs Untertribus gegliedert und enthält etwa 22 Gattungen mit etwa 450 Arten:[9]
      • Untertribus Allocaryinae Grig.: Sie enthält etwa vier Gattungen und beinahe 100 Arten im nordöstlichen Asien, in Australien und der Neuen Welt:
      • Untertribus Amsinckiinae Brand: Sie enthält nur eine Gattung:
        • Amsinckia Lehm.: Die etwa 20 Arten sind in der Neuen Welt verbreitet.
      • Untertribus Anoplocaryinae Ovczinnikova:
        • Anoplocaryum Ledeb.: Die etwa fünf Arten sind im nördlichen Asien sowie von China bis zum nordwestlichen Himalaya verbreitet.[5]
      • Untertribus Cryptanthinae Brand: Sie enthält etwa fünf Gattungen mit etwa 110 Arten in der Neuen Welt:
      • Untertribus Echinosperminae Ovczinnikova: Sie enthält zwei Gattungen und über 80 Arten in Eurasien, Nordamerika, Afrika und Australien:
        • Igelsamen (Lappula Moench, inklusive Echinospermum Sw. ex Lehm., Sclerocaryopsis Brand): Die etwa 76 Arten sind in gemäßigten und subtropischen Zonen der Nordhalbkugel verbreitet.
        • Lepechiniella Popov: Die etwa 16 Arten sind hauptsächlich in Zentralasien verbreitet.
      • Untertribus Eritrichiinae Riedl: Sie enthält etwa neun Gattungen und 170 Arten in Eurasien und Nordamerika:
        • Amblynotus (A.DC.) I.M.Johnst.: Sie enthält nur eine Art:
        • Chionocharis I.M.Johnst.: Sie enthält nur eine Art:
        • Eritrichium Schrad. ex Gaudin (manchmal mit den Gattungen Hackelia Opiz und Metaeritrichium W.T.Wang): Die über 70 Arten besitzen eine ursprünglichen Verbreitung hauptsächlich in Asien; einige Arten wachsen auch in Europa und Nordamerika. Beispielsweise:
        • Hackelia Opiz (manchmal in Eritrichium Schrad.): Die etwa 45 Arten sind in den gemäßigten Breiten der Nordhalbkugel und in Mittel- und Südamerika verbreitet.
        • Metaeritrichium W.T.Wang (wird manchmal auch der Gattung Eritrichium Schrad. zugeordnet): Sie enthält nur eine Art:
        • Microcaryum I.M.Johnst.: Die etwa drei Arten kommen in China und im nordöstlichen Indien vor.[5]
        • Microula Benth. (Syn.: Tretocarya Maxim.): Die etwa 29 Arten kommen in Bhutan, Nepal, Sikkim, China und im nördlichen Indien vor.[5]
        • Stephanocaryum Popov: Die nur zwei Arten sind in Zentralasien verbreitet.
        • Tianschaniella B.Fedtsch. ex Popov: Die etwa zwei Arten sind in Zentralasien verbreitet.
      • Derzeit ohne bekannte Untertribuszuordung:
        • Trigonotis Steven (Syn.: Endogonia Turcz., Havilandia Stapf, Pedinogyne Brand, Zoelleria Warb., manchmal mit Omphalotrigonotis W.T.Wang): Die etwa 50 Arten sind in Asien und in Osteuropa verbreitet.
    • Tribus Cynoglosseae W.D.J.Koch:
      • Caccinia Savi (Syn.: Anisanthera Raf.): Die etwa sechs Arten sind im südwestlichen und zentralen Asien verbreitet.
      • Hundszungen (Cynoglossum L., inklusive Austrocynoglossum Popov ex R.R.Mill, Crucicaryum Brand, Paracaryopsis (Riedl) R.R.Mill, Paracynoglossum Popov): Die etwa 75 Arten kommen in den gemäßigten bis subtropischen Gebieten weltweit vor.
      • Gyrocaryum Valdés: Sie enthält nur eine Art:
      • Mattiastrum (Boiss.) Brand: Die etwa 30 Arten sind hauptsächlich im südwestlichen Asien verbreitet.
      • Nabelnüsschen (Omphalodes Mill.): Die etwa 30 Arten sind in Eurasien, hauptsächlich im Mittelmeerraum verbreitet, beispielsweise:
      • Paracaryum (A.DC.) Boissier (inklusive Microparacaryum (Popov ex Riedl) Hilger & Podlech): Die etwa 70 Arten sind vom Mittelmeerraum bis Zentralasien verbreitet.[14]
      • Pardoglossum E.Barbier & Mathez: Die etwa sechs Arten sind im westlichen Mittelmeergebiet verbreitet.[14]
      • Rindera Pall. (Syn.: Bilegnum Brand, Cyphomattia Boiss., Mattia Schult.): Die etwa 25 Arten sind im zentralen Asien und in Europa verbreitet.
      • Solenanthus Ledebour: Die etwa zehn Arten sind im zentralen bis westlichen Asien und in Südosteuropa verbreitet.[5]
      • Suchtelenia Kar. ex Meisn.: Sie enthält nur eine Art:
      • Trachelanthus Kunze: Die etwa drei Arten sind vom Iran bis Zentralasien verbreitet.[14]
      • Trichodesma R.Br. (Syn.: Boraginella Kuntze, Borraginoides Boehm., Friedrichsthalia Fenzl, Lacaitaea Brand, Octosomatium Gagnep.): Die etwa 40 Arten sind in Afrika, tropischen Asien und Australien verbreitet.[5]
    • Tribus Echiochileae Långström & M.W.Chase: Sie enthält fünf Gattungen im südwestlichen Asien, Nordafrika und der Andenregion in Südamerika [9]:
      • Amblynotopsis J.F.Macbr.: Sie enthält nur eine Art (oft zu Antiphytum DC. ex Meisn. gestellt)
      • Amphibologyne Brand: Sie enthält eine Art:
      • Antiphytum DC. ex Meisn. (Syn.: Chamissoniophila Brand, Thaumatocaryum Baill.): Sie enthält etwa 12 Arten; sie kommen in Mexiko und im tropischen Amerika vor[14].
      • Echiochilon Desf. (Syn.: Echiochilopsis Caball., Leurocline S.Moore, Sericostoma Stocks ex Wight, Tetraedrocarpus O.Schwartz): Die etwa 15 Arten sind von Nordafrika über die Arabische Halbinsel bis Indien weit verbreitet.
      • Ogastemma Brummitt (Syn.: Megastoma Coss. & Durieu): Sie enthält nur eine Art:
    • Tribus Heterocaryeae Zakirov: Sie enthält nur eine Gattung:
      • Heterocaryum A.DC.: Die etwa sieben Arten sind vom zentralen bis ins südwestliche Asien verbreitet.
    • Tribus Myosotideae Rchb.f. in Rchb.:
      • Vergissmeinnicht (Myosotis L.): Die etwa 50 Arten sind in Europa, Asien, Afrika, Australien und Nordamerika sowie mit lediglich einer Art in Südamerika verbreitet.
    • Tribus Rochelieae A.DC.:
      • Rochelia Rchb. (Syn.: Cervia Rodr. ex Lag., Maccoya F.Muell., Raclathris Raf.): Die etwa 15 Arten sind vom zentralen bis ins südwestliche Asien, Europa und Australien verbreitet.
    • Alle weiteren Gattungen ohne bekannte Tribuszuordnung in dieser Unterfamilie:
      • Actinocarya Benth. (Syn. Glochidocaryum W.T.Wang): Sie enthält nur eine Art:[5]
      • Adelocaryum Brand (Syn.: Brandella R.R.Mill): Mit etwa vier Arten.
      • Afrotysonia Rauschert (Syn.: Tysonia Bolus): Die etwa drei Arten sind im tropischen östlichen und im südlichen Afrika verbreitet.
      • Ancistrocarya Maxim.: Sie enthält nur eine Art:
      • Antiotrema Hand.-Mazz. (Syn.: Henryettana Brand): Sie enthält eine Art:
        • Antiotrema dunnianum (Diels) Hand.- Mazz.: Sie gedeiht in Höhenlagen zwischen 1600 und 2500 Meter in den südwestlichen chinesischen Provinzen Guangxi, Guizhou, Sichuan und Yunnan.[5]
      • Bothriospermum Bunge: Die etwa fünf Arten sind von Afghanistan und Tadschikistan ostwärts bis zum Russischen Fernen Osten und südwärts bis nach Malesien verbreitet.
      • Brachybotrys Maxim. ex Oliv.: Sie enthält nur eine Art:
      • Carmona Cav.: Sie enthält nur eine Art:
      • Cynoglossopsis Brand: Die Heimat der etwa zwei Arten liegt mit dem Sudan, Äthiopien und Somalien im nordöstlichen tropischen Afrika.
      • Dasynotus I.M.Johnst.: Sie enthält nur eine Art:
      • Echiostachys Levyns: Die etwa drei Arten werden manchmal auch in der im südlichen Afrika beheimateten Gattung Lobostemon geführt.
      • Embadium J.M.Black: Die etwa drei Arten sind im südlichen Australien beheimatet.
      • Heliocarya Bunge: Sie enthält nur eine Art:
      • Ivanjohnstonia Kazmi: Sie enthält nur eine Art:
      • Lasiocaryum I.M.Johnst.: Die etwa fünf Arten sind in Bhutan, China, Indien, Pakistan im südwestlichen Asien verbreitet.[5]
      • Lindelofia Lehm.: Die etwa zehn Arten sind im zentralen und westlichen Asien verbreitet.
      • Mertensia Roth (Syn.: Pneumaria Hill): Die etwa 45 Arten sind in Asien, Ost- und Nordwesteuropa und Nordamerika beheimatet[18]; beispielsweise mit:
      • Mimophytum Greenm.: Sie enthält nur eine Art:
      • Moritzia DC. ex Meisn.: Sie enthält etwa drei Arten, beispielsweise:
      • Myosotidium Hook.: Sie enthält nur eine Art:
      • Nogalia Verdc.: Sie enthält nur eine Art:
      • Omphalolappula Brand: Sie enthält nur eine Art:
      • Omphalotrigonotis W.T.Wang: Die nur zwei Arten kommen in China vor.[5]
      • Oxyosmyles Speg.: Sie enthält nur eine Art:
      • Paracaryopsis (Riedl) R.R.Mill (manchmal in Cynoglossum L.)
      • Pectocarya DC. ex Meisn.: Die etwa 15 Arten kommen in den USA, im nordwestlichen Mexiko und in Südamerika vor.[19]
      • Perittostema I.M.Johnst.: Sie enthält nur eine Art:
      • Scapicephalus Ovcz. & Czukav.: Sie enthält nur eine Art:
        • Scapicephalus rosulatus Ovcz. & Czukav. (Pseudomertensia rosulata (Ovcz. & Czukav.) Ovcz. & Czukav.): Sie kommt in Mittelasien vor.
      • Selkirkia Hemsl.: Sie enthält nur eine Art:
      • Setulocarya R.R.Mill & D.G.Long (manchmal in Microcaryum I.M.Johnst.): Sie enthält nur eine Art:
      • Sinojohnstonia Hu: Die nur drei Arten sind in China verbreitet.[5]
      • Thaumatocaryon Baill. (manchmal als Synonym in Antiphytum DC.): Die etwa drei Arten[8] sind in Brasilien und Paraguay beheimatet.
      • Thyrocarpus Hance: Die etwa drei Arten kommen in China und Vietnam vor.[5]
      • Trigonocaryum Trautv.: Sie enthält nur eine Art:
      • Wellstedia Balf. f.: Sie enthält etwa drei Arten, ist bei einigen Autoren eine eigene Unterfamilie Wellstedioideae. Die Arten kommen im südlichen Afrika, in Äthiopien, Somalia und auf Sokotra vor[14].


Tribus Heliotropieae: Europäische Sonnenwende (Heliotropium europaeum)
Tribus Heliotropieae: Tournefortia argentea
  • Unterfamilie Heliotropioideae[20] (Schrad.) Arn.: Hier werden als Ausnahme Steinfrüchte gebildet. Beheimatet sind sie weltweit in den Tropen bis in die warmen gemäßigten Breiten. Sie enthält nur eine Tribus:
    • Tribus Heliotropieae Dumort.: Sie enthält vier bis acht Gattungen und etwa 405 Arten:
      • Argusia Böhm: Sie enthält nur zwei bis drei Arten.
      • Ceballosia Kunkel: Sie enthält nur eine Art:
        • Ceballosia fruticosa (L. f. ex G.Kunkel) G.Kunkel ex Förther: Sie kommt auf allen größeren Kanarischen Inseln vor. Sie besiedelt Standorte in Höhenlagen zwischen 200 und 800 Meter.[20]
      • Sonnenwenden (Heliotropium L.): Sie enthält 250 bis 300 Arten von den Gemäßigten Gebieten bis in die Tropen. Auch Heliotrop genannt, eine Art, die Vanilleblume ist die beliebte Beet- und Balkonpflanze.
      • Hilgeria Förther: Sie enthält drei Arten, eine davon von der Ostspitze Kubas und zwei vom Westteil Hispaniolas (Haiti).[20]
      • Ixorhea Fenzl: Sie enthält nur eine Art:
      • Nogalia Verdc.: Sie enthält nur eine Art:
      • Schleidenia Endl.: Sie ist pantropisch mit sechs bis acht Arten verbreitet.[20]
      • Tournefortia L.: Die etwa 150 Arten sind in tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet.
Tribus Cordieae: Blüten der tropischen Baumart Cordia boissieri
  • Unterfamilie Cordioideae Link: Hier werden als Ausnahme Steinfrüchte gebildet. Die Vertreter dieser Unterfamilie sind Gehölze, darunter einige häufige tropische Baumarten, einige Arten sind Lianen. Sie enthält nur eine Tribus:
    • Tribus Cordieae Dumort.: Sie enthält drei bis vier Gattungen und etwa 330 Arten:[21][22]
      • Coldenia L. (Syn.: Lobophyllum F.Mueller): Sie enthält nur eine Art:
      • Cordia L.: Mit etwa 200 bis 300 (bis 325) Arten, inklusive Gattungen mit je nur ein bis drei Arten (gültige Artnamen): Auxemma (Cordia gardneriana, Cordia glazioviana, Cordia oncocalyx), Patagonula (Cordia americana, Cordia incognita). Einige Arten sind myrmekophil. Sie hat ihre größte Artenvielfalt in der Neotropis, besonders auf den Karibischen Inseln. (Sektionen: Cordia, Gerascanthus, Myxa, Physoclada, Pilicordia, Rhabdocalyx, Superbiflora)[24]
      • Saccellium Humb. & Bonpl.: Manche Autoren stellen diese Arten auch zur Gattung Cordia. Beispielsweise Saccellium lanceolatum Humb. & Bonpl..
      • Varronia P.Browne: Mit mehr als 100 Arten, manche Autoren stellen diese Arten auch zur Gattung Cordia.

In die Nähe der oder in die Unterfamilie Cordioideae gehört nach neuen Erkenntnissen auch die früher in eine eigene Familie gestellte Gattung Hoplestigma.[3]

Tribus Ehretieae: Ehretia dicksonii mit Früchten
Tribus Hydrophylleae: Emmenanthe penduliflora
Tribus Hydrophylleae: Nama demissum
Tribus Hydrophylleae: Büschelschön (Phacelia tanacetifolia)
  • Unterfamilie Ehretioideae (Mart. ex Lindl.) Arn.:[25] Die Arten dieser Unterfamilie sind meist Gehölze, wenige Arten sind krautige Pflanzen. Beheimatet sind diese Taxa fast im gesamten Tropengürtel. Mit der einzigen Tribus:
    • Tribus Ehretieae Dumort.: Sie enthält acht bis elf Gattungen und etwa 170 Arten (Auswahl):
      • Bourreria P.Browne: Die etwa 50 Arten sind in der Neotropis weit verbreitet.
      • Cortesia Cav.: Mit etwa zwei Arten in gemäßigten Gebieten in Südamerika.
      • Ehretia P.Browne: Die 50 bis 75 Arten sind hauptsächlich in Afrika und im südlichen Asien verbreitet, einzelne Arten kommen aber auch in anderen subtropischen bis tropischen Gebieten weltweit vor.
      • Halgania Gaudich.: Die etwa 18 Arten kommen nur in Australien vor.
      • Lepidocordia Ducke: Die etwa zwei Arten sind im nördlichen tropischen Südamerika verbreitet.
      • Menais Loefl.: Sie enthält nur eine Art:
      • Rochefortia Sw.: Die drei bis zehn Arten kommen hauptsächlich in der Neotropis vor.
      • Rotula Lour.: Die nur drei Arten sind in Brasilien, Afrika und im tropischen Asien verbreitet.
      • Tiquilia Pers.: Die etwa 27 Arten gedeihen in Wüstengebieten der Neuen Welt.[19]
  • Wasserblattgewächse (Hydrophylloideae Burnett): Sie enthält 17 Gattungen mit 225 Arten, die in der Neuen Welt mit einem Schwerpunkt trockener Gebiete der westlichen USA verbreitet sind. Ihre Früchte sind Kapseln. Diese Familie/Unterfamilie wird mit zu den Boraginaceae gerechnet (genaue Stellung noch nicht gesichert). Sie enthält nur eine Tribus:[19]
    • Tribus Hydrophylleae Rchb.: Sie enthält 17 Gattungen mit 225 Arten:
      • Codon L.: Die nur zwei Arten sind im südlichen Afrika verbreitet.[14]
      • Draperia Torr.: Sie enthält nur eine Art:
      • Ellisia L.: Sie enthält nur eine Art:
      • Emmenanthe Benth.: Sie enthält nur eine Art:
      • Eriodictyon Benth.: Die etwa elf Arten kommen in den südwestlichen USA und in Mexiko vor.
      • Eucrypta Nutt.: Die nur zwei Arten kommen nur in den südwestlichen USA vor.
      • Hesperochiron S.Watson: Die nur zwei Arten kommen in den westlichen USA und im nördlichen Mexiko vor.
      • Hydrophyllum L. (Syn.: Decemium Raf.): Die etwa acht Arten sind in Nordamerika verbreitet.
      • Nama L. (Syn.: Andropus Brand, Conanthus S.Watson, Lemmonia A.Gray): Die etwa 55 Arten kommen in den südwestlichen USA, in der Neotropis und auf Hawaii vor.
      • Nemophila Nutt.: Die etwa elf Arten kommen in den südöstlichen USA und im westlichen Nordamerika vor. Von wenigen Arten werden Sorten als Zierpflanzen verwendet.
      • Phacelia Juss. (Syn.: Eutoca R.Br., Miltitzia A.DC., Whitlavia Harv.): Es gibt etwa 170 bis 200 Arten in der Neuen Welt. Eine Art, Rainfarn-Phazelie (Phacelia tanacetifolia), wird häufig als Gründünger verwendet.
      • Pholistoma Lilja: Es gibt drei Arten in den westlichen USA und im mexikanischen Baja California.
      • Romanzoffia Cham.: Die etwa fünf Arten sind in den westlichen USA verbreitet.
      • Tricardia Torr.: Sie enthält nur eine Art:
      • Turricula J.F.Macbr.: Sie enthält nur eine Art:
        • Turricula parryi (A.Gray) J.F.Macbr.: Sie kommt nur in Kalifornien und im mexikanischen Baja California vor.
      • Wigandia Kunth: Die nur etwa zwei bis drei Arten sind in der Neotropis verbreitet.[14]
Tribus Lennoeae: Pholisma arenarium
  • Unterfamilie Lennooideae Craven (Syn.: Lennoaceae Solms-Laubach: Genaue taxonomische Stellung ist noch nicht gesichert). Die zwei oder drei Gattungen mit etwa sieben Arten sind in den südwestlichen USA und im nördlichen Südamerika beheimatet. Es sind chlorophylllose, krautige Wurzelparasiten.
    • Tribus Lennoeae Baill.: Sie enthält zwei oder drei Gattungen mit sieben Arten:
      • Lennoa Lex.: Sie enthält nur eine Art:
      • Pholisma Nutt. ex Hook. (inklusive Ammobroma Torr.): Die drei bis fünf Arten kommen von den südwestlichen USA bis ins nördliche Südamerika und ist nirgendwo häufig.[19]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gelin Zhu, Harald Riedl, Rudolf V. Kamelin: Boraginaceae. In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 1995, ISBN 0-915279-33-9, S. 329., PDF-Datei (Abschnitte Beschreibung und Systematik).
  • Hartmut H. Hilger, Marc Gottschling, Federico Selvi, Massimo Bigazzi, Elisabeth Långström, Elke Zippel, Nadja Diane, Maximilian Weigend: The Euro+Med treatment of Boraginaceae in Willdenowia 34 – a response. In: Willdenowia. Band 35, Nr. 1, 2005, S. 43–48, DOI:10.3372/wi.35.35101, PDF-Datei. (Abschnitt Systematik)
  •  E. Långström, M. W. Chase: Tribes of Boraginoideae (Boraginaceae) and placement of Antiphytum, Echiochilon, Ogastemma and Sericostoma: A phylogenetic analysis based on atpB plastid DNA sequence data. In: Plant Systematics and Evolution. 234, Nr. 1–4, 2002, S. 137–153, doi:10.1007/s00606-002-0195-z.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Antoine Laurent de Jussieu: Genera Plantarum. 1789, S. 128 Digitalisat.
  2. a b c d Boraginaceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 13. Juli 2013.
  3. a b Angiosperm Phylogeny Group: An update of the Angiosperm Phylogeny Group classification for the orders and families of flowering plants: APG III. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Band 161, Nr. 2, 2009, S. 105–121, DOI: 10.1111/j.1095-8339.2009.00996.x.
  4. a b c d e f Benito Valdés: Boraginaceae. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin-Dahlem, 2011, abgerufen am 12. Juli 2013 (englisch).
  5. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t Gelin Zhu, Harald Riedl, Rudolf V. Kamelin: Boraginaceae. In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 1995, ISBN 0-915279-33-9, S. 329., PDF-Datei.
  6. a b Vascular Plant Families and Genera – Family Index. Boraginaceae. In: Kew Data & Publications Databases. Royal Botanic Gardens, Kew, abgerufen am 25. Februar 2012 (englisch).
  7. a b  Daniel C. Thomas, Maximilian Weigend, Hartmut H. Hilger: Phylogeny and systematics of Lithodora (Boraginaceae—Lithospermeae) and its affinities to the monotypic genera Mairetis, Halacsya and Paramoltkia based on ITS1 and trnLUAA-sequence data and morphology. In: Taxon. 57, Nr. 1, 2008, ISSN 0040-0262, S. 79–97 (Abstract).
  8. a b  H. Riedl: Three small genera of Boraginaceae-Boraginoideae revisited. In: Linzer biologische Beiträge. 25, Nr. 1, 1993, ISSN 0253-116X, S. 81–88 (PDF-Datei; 35,48 kB).
  9. a b c  Svetlana Ovchinnikova: On the position of the tribe Eritrichieae in the Boraginaceae system. In: Botanica Serbica. 33, Nr. 2, 2009, ISSN 1821-2158, S. 141–146 (PDF-Datei; 460,39 kB).
  10. a b c d H. H. Hilger, F. Selvi, A. Papini, M. Bigazzi: Molecular Systematics of Boraginaceae Tribe Boragineae Based on ITS1 and trnL Sequences, with Special Reference to Anchusa s.l. In: Annals of Botany. Band 94, Nr. 2, 2004, S. 201–212, doi: 10.1093/aob/mch132.
  11. F. Selvi, A. Coppi, M. Bigazzi: Karyotype Variation, Evolution and Phylogeny in Borago (Boraginaceae), with Emphasis on Subgenus Buglossites in the Corso-Sardinian System. In: Annals of Botany. Band 98, Nr. 4, 2006, S. 857–868, doi: 10.1093/aob/mcl167.
  12. Pentaglottis sempervirens bei Plants for A Future.
  13. Gyrocaryum oppositifolium in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2011. Eingestellt von: N. López Jiménez, J. Martínez Rodríguez, 2006. Abgerufen am 07.09.2011
  14. a b c d e f g h  David John Mabberley: Mabberley’s Plant-Book. A portable dictionary of plants, their classification and uses.. 3. Auflage Auflage. Cambridge University Press, 2008, ISBN 978-0-521-82071-4 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  15. Anchystrocarya in der Flora of Japan.
  16. Dasynotus bei USDA.
  17.  Mehdi Yousefi: Morphological and Anatomical Study of Threatened Endemic Heliocarya monandra Bge. (Boraginaceae) in Iran. In: Iranian Journal of Botany. 16, Nr. 2, 2010, ISSN 1029-788X, S. 273–281 (PDF-Datei; 347,15 kB).
  18. Mare Nazaire, Larry Hufford: A Broad Phylogenetic Analysis of Boraginaceae: Implications for the Relationships of Mertensia. In: Systematic Botany. Band 37, Nr. 3, 2012, S. 758–783, doi:10.1600/036364412X648715, PDF-Datei.
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  21. Marc Gottschling, James S. Miller: Clarification of the taxonomic position of Auxemma, Patagonula, and Saccellium (Cordiaceae, Boraginales). In: Systematic Botany. Band 31, Nr. 2, 2006, S. 361-367, DOI:10.1600/036364406777585919.
  22. James S. Miller, Marc Gottschling: Generic classification in the Cordiaceae (Boraginales): Resurrection of the genus Varronia P. Br. In: Taxon. Band 56, Nr. 1, 2007, S. 163–169, DOI:10.2307/25065747.
  23. Gelin Zhu, Harald Riedl, Rudolf V. Kamelin: Boraginaceae. Coldenia. In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 1995, ISBN 0-915279-33-9, S. 337., PDF-Datei.
  24. Gelin Zhu, Harald Riedl, Rudolf V. Kamelin: Boraginaceae. Cordia. In:  Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae, Science Press/Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 1995, ISBN 0-915279-33-9, S. 331., PDF-Datei.
  25. K. Ruengsawang, P. Chantaranothai: A revision of Boraginaceae subfamily Ehretioideae in Thailand. In: Thai Journal of Botany. Band 2, Nr. 2, 2010, S. 113–125, PDF-Datei.

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Maximilian Weigend, Marc Gottschling, Federico Selvi, Hartmut H. Hilger: Fossil and Extant Western Hemisphere Boragineae, and the Polyphyly of “Trigonotideae” Riedl (Boraginaceae: Boraginoideae). In: Systematic Botany. Band 35, Nr. 2, 2010, S. 409–419, doi:10.1600/036364410791638423.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Raublattgewächse (Boraginaceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien