Raubling

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Raubling
Raubling
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Raubling hervorgehoben
47.78805555555612.104722222222460Koordinaten: 47° 47′ N, 12° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Rosenheim
Höhe: 460 m ü. NHN
Fläche: 44,2 km²
Einwohner: 11.163 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 253 Einwohner je km²
Postleitzahl: 83064
Vorwahl: 08035
Kfz-Kennzeichen: RO, AIB, WS
Gemeindeschlüssel: 09 1 87 165
Gemeindegliederung: 29 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeinde Raubling
Bahnhofstraße 31
83064 Raubling
Webpräsenz: www.raubling.de
Bürgermeister: Olaf Kalsperger (CSU)
Lage der Gemeinde Raubling im Landkreis Rosenheim
Chiemsee (Gemeinde) Chiemsee (Gemeinde) Chiemsee Österreich Landkreis Altötting Landkreis Ebersberg Landkreis Erding Landkreis Miesbach Landkreis München Landkreis Mühldorf am Inn Landkreis Traunstein Rosenheim Rotter Forst-Süd Rotter Forst-Nord Albaching Amerang Aschau im Chiemgau Babensham Bad Aibling Bad Endorf Bad Feilnbach Bernau am Chiemsee Brannenburg Breitbrunn am Chiemsee Bruckmühl Edling Eggstätt Eiselfing Feldkirchen-Westerham Flintsbach am Inn Frasdorf Griesstätt Großkarolinenfeld Gstadt am Chiemsee Halfing Höslwang Kiefersfelden Kolbermoor Neubeuern Nußdorf am Inn Oberaudorf Pfaffing (Landkreis Rosenheim) Prien am Chiemsee Prutting Ramerberg Raubling Riedering Rimsting Rohrdorf (am Inn) Rott am Inn Samerberg Schechen Schonstett Söchtenau Soyen Stephanskirchen Tuntenhausen Vogtareuth Wasserburg am InnKarte
Über dieses Bild

Raubling ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Rosenheim.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Alpenvorland, direkt am Inn und wenige Kilometer südlich der kreisfreien Stadt Rosenheim. Der höchste Punkt der Gemeinde, der Sulzberg mit 1120 m, liegt in der Gemarkung Großholzhausen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Raubling hat 29 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Kolbermoor Rosenheim
(kreisfreie Stadt)
Rohrdorf
Bad Feilnbach Nachbargemeinden Neubeuern
Brannenburg Nußdorf am Inn
(übers Eck anstoßend)

Geschichte[Bearbeiten]

Die Besiedlung des Inntals begann in der Zeit um 2500 v. Chr., als dort Nomaden zunehmend sesshaft wurden, was archäologische Funde von Siedlungsresten in der Gegend belegen. Die Sesshaftigkeit hatte zur Folge, dass eine stärkere Besiedlung einsetzte. Um 500 v. Chr. wurde das Alpenvorland von keltischen Stämmen besetzt. Noch heute lassen sich viele Namen von Flüssen, Bergen und Orten auf keltischen Ursprung zurückführen. 15 v. Chr. eroberten die Römer das Inntal. Das Gebiet westlich des Inns, zu dem später auch Raubling gehörte, nannte man damals Rätien, die Ostseite Norikum. Durch den Einfluss der Römer und ihren Bau von Straßen entstanden, wie auch zur keltischen Zeit, viele neue Orte. Im fünften Jahrhundert wurde das Inntal von den Germanen besetzt, was zur Folge hatte, dass sich Germanen und Römer vermischten und viele Bürger nach Italien abwanderten. Das Inntal war nun in der Hand der Bajuwaren. Hinweise darauf sind die für Bajuwaren typischen Reihengräber und die Bestattung der Toten mit dem Kopf nach Westen. Einige hundert Jahre später wurden archäologische Zeugnisse von Urkunden abgelöst. So wurde in der Zeit von 778 bis 783 Raubling als Rupilinga erstmals urkundlich erwähnt, als es an das Bistum Freising verschenkt wurde. Der Name selbst ist mit großer Wahrscheinlichkeit auf den Bajuwarenfürsten Rupilo zurückzuführen, der die Ortschaft gegründet haben könnte. Später wurde das Gebiet vom Grafen von Falkenstein beherrscht. Grundherren waren jedoch meist Adel und Klöster. An diese politische Zugehörigkeit erinnert noch heute der Falke des Grafen im Raublinger Wappen. Mit dem Tod des letzten Falkensteiners fiel die Grafschaft an die Wittelsbacher. Im 14. Jahrhundert begann ein dunkles Zeitalter im Inntal: Naturkatastrophen, Krankheiten und Truppendurchzüge verheerten das Land. Im 17. Jahrhundert wütete die Pest besonders stark; es gab kaum Überlebende. In Pfraundorf beispielsweise entgingen nur sieben Personen der Pest. Mit dem Ausbau der Straßen entlang des Inns und der Innschifffahrt gewann das örtliche Gewerbe immer mehr an Bedeutung. Die Tradition der Innschifffahrt blieb bis 1938 erhalten, als das letzte Holzfloß von der Eisenbahn abgelöst wurde. 1858 wurde eine der ersten Eisenbahnstrecken eröffnet, die Linie Kufstein-Rosenheim. Durch eine Gebietsreform entstanden im Jahre 1818 die Gemeinden Kirchdorf, Großholzhausen, Pfraundorf und Reischenhart.

Am 26. Juni 1953 wurde die Gemeinde Kirchdorf am Inn amtlich in Raubling umbenannt.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

In seiner heutigen Form existiert Raubling seit dem 1. Mai 1978. Im Rahmen der damaligen Gebietsreform in Bayern wurden die Gemeinden Großholzhausen (mit dem am 22. November 1864 eingegliederten Kleinholzhausen)[3], Pfraundorf und Reischenhart sowie Teile der Gemeinde Pang in die Gemeinde Raubling eingegliedert.[4]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[5]
Wahlbeteiligung: 54.7 %
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,3 %
19,1 %
18,9 %
7,7 %

24 ehrenamtliche Gemeinderäte bilden zusammen mit dem hauptamtlichen Bürgermeister Olaf Karlsperger (CSU) den Gemeinderat von Raubling. Nach der Wahl vom 16. März 2014 setzt er sich so zusammen:[6]

Partei Sitze
CSU 14
SPD 04
FW 05
GRÜNE 02

Verkehr[Bearbeiten]

Durch die Gemeinde führt die Eisenbahnstrecke München–Verona. Raubling liegt direkt am sogenannten Inntaldreieck, dem Autobahndreieck der A 8 MünchenSalzburg und der Inntalautobahn A 93 RosenheimInnsbruck und über den Brennerpass nach Italien. Auch die Bundesstraße 15 führt durch Raubling. In einigen Jahren soll zudem die derzeit schon teilweise im Bau befindliche autobahnähnliche Bundesstraße 15n am bis dahin entstandenen Dreieck Raubling auf die A 93 stoßen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Bedingt durch die günstige Verkehrsinfrastruktur ist Raubling ein wichtiger Wirtschaftsstandort im Landkreis Rosenheim. Insbesondere die Papierfabrik hat Raubling in der Vergangenheit stark geprägt. Dieser Bedeutung trägt unter anderem das Raublinger Wappen Rechnung. In der rechten Hälfte ist der ehemalige Laugenturm der Papierfabrik zu sehen. Aufgrund des Verkaufes der damaligen Papierwerke Waldhof-Aschaffenburg an die schwedische SCA und der anschließenden Zerlegung und Teilverkäufe in den 1990er-Jahren nahm die Bedeutung der Papierfabrik ab und andere Unternehmen (einige aus der Stadt Rosenheim) siedelten sich an.

Während die Ortsteile Raubling/Redenfelden von der Industrie geprägt sind, sind zum Beispiel im Ortsteil Großholzhausen (2004: 1200 Jahre) noch die dörflichen, bäuerlichen Wurzeln zu erkennen. Bedingt durch die steigende Entwicklung im Bereich Wirtschaft und Bevölkerung (z. B. Pendler nach Rosenheim/München) wirken sich jedoch die Veränderungen nicht nur mehr in Raubling, sondern auch in den anderen Ortsteilen aus und verändern die ursprüngliche dörfliche Struktur nachhaltig.

Bildung[Bearbeiten]

Folgende Kindergärten werden angeboten:

in den Ortsteilen Raubling
Sankt Georg, kath. Kindergarten in Großholzhausen Raupennest, evang. Kindergarten und Kinderhort
Sonnenblume, evang. Kindergarten in Kirchdorf am Inn Sankt Michael, kath. Kindergarten
Sankt Nikolaus, kath. Kindergarten in Pfraundorf Pusteblume, evang. Kindergarten

Die Michael-Ende-Schule, verteilt auf drei Schulhäuser in Kirchdorf, Redenfelden und Raubling, hat über 400 Grundschüler in 17 Klassen und fast 600 Hauptschüler in 16 Klassen. Die Schule bietet für das Netzwerk der Hauptschulen im Inntal den M-Zug (Mittlerer Bildungsabschluss) an.

Das moderne Raublinger Gymnasium nahm mit dem Schuljahr 1997/1998 den ersten Unterricht auf. Momentan werden dort 998 Schüler von über 100 Lehrkräften in 30 Klassen (+Q11 und Q12) unterrichtet (Stand: Ende Schuljahr 2013/14).

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Raubling

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Geistlicher Rat Pfarrer Josef Sigllechner (* 1916; † 2008), Pfarrer und Gründer der Pfarrei Hl. Kreuz, sowie des Kindergartens Sankt Michael (seit 1991 Ehrenbürger der Gemeinde Raubling)
  • Elisabeth von Samsonow (* 1956), Philosophin und Bildhauerin
  • Hans Widera (1887–1972), Wirtschaftsjurist

Literatur[Bearbeiten]

  • Sebastian Dachauer: Beiträge zur Chronik mehrerer Ortschaften aus der Umgebung von Brannenburg. Band 2: Die Pfarrei Pang und die dazu gehörigen Ortschaften. München 1853, S. 31–32 (online).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111022/215024&attr=OBJ&val=522
  3. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 561.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 588.
  5. http://www.kommunalwahl2014.bayern.de/tabm2187000.html
  6. http://www.raubling.de/images/stories/Rathaus-aktuell/GR_2014.jpg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Raubling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien