Rauchbier

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Als Rauchbier bezeichnet man eine Geschmacksrichtung von Bier, die durch Verwendung von geräuchertem Malz entsteht. Der charakteristische rauchige Geschmack erinnert an geräuchertes Fleisch. Produktionsbedingt waren früher viele Biersorten Rauchbiere, heute gelten sie als Spezialität, zum Beispiel in Bamberg.

Aecht Schlenkerla Rauchbier Märzen (Bamberg)
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Legende[Bearbeiten]

Zur Entstehung des Rauchbieres gibt es einige Legenden: So soll bei einem Brand in einer Brauerei das gelagerte Malz von Rauch durchströmt worden sein. Der Brauer – arm wie er war – musste das verräucherte Gebräu dennoch verkaufen und wider Erwarten schmeckte dies den Kunden so gut, dass es fortan als eigene Biersorte gebraut wurde.

Herstellung[Bearbeiten]

Tatsächlich waren früher viele Biere Rauchbiere. Der Grund liegt in der Malzherstellung: Das Malz muss für die Bierherstellung getrocknet werden. Neben der Sonnentrocknung, die klimatisch nicht in allen Regionen möglich war, kam dabei ein offenes Holzfeuer zur Unterstützung der Darre zum Einsatz. Hitze und Rauch durchströmten das auf der Darre liegende Grünmalz, entzogen ihm so die Feuchtigkeit und machten es gleichzeitig haltbar. Während der Industrialisierung wurden neue Techniken entwickelt, die den Einsatz spezieller Heizungen auf der Basis fossiler Brennstoffe wie Kohle und Öl erlaubten. Da diese Verfahren kostengünstiger und einfacher in der Handhabung waren, verdrängten sie nach und nach die alten Rauchdarren.

Hersteller[Bearbeiten]

Während andere Brauereien nach Erfindung des rauchfreien Malzes auf nicht-rauchige Biere umstellten, wurde die alte Tradition in Bamberg von den Brauereien Spezial und Schlenkerla bis in die Gegenwart durchgehend bewahrt. Deswegen spricht man heute weltweit in Bierfachkreisen oft vom „Bamberger Rauchbier“. Der Geschmack von Rauchbier ist gewöhnungsbedürftig, und nach einem alten Sprichwort schmeckt erst das dritte Seidla so richtig, vor allem beim Schlenkerla, das geschmacklich stark an Geselchtes erinnert. Schlenkerla und Spezial betreiben jeweils eigene Mälzereien und stellen ihr Rauchmalz für den Eigengebrauch noch heute selbst her.

Seit einiger Zeit können Brauereien Rauchmalz aber auch aus industriellen Handelsmälzereien beziehen. Daher hat Rauchbier in den letzten Jahren eine gewisse Renaissance erfahren, vor allem in den USA. Einige Brauereien rund um Bamberg stellen wieder Biere „mit einem Hauch von Rauch“ her, dazu zählen der Felsentrunk (Brauerei Hartmann, Scheßlitz-Würgau), der Hirschentrunk (Brauerei Kraus, Hirschaid), das Querkerla (Staffelberg-Bräu, Bad Staffelstein-Loffeld) und das Posthörnla (Brauerei Hönig, Litzendorf-Tiefenellern). In den USA gibt es heute zahlreiche Kleinbrauereien, die saisonal Rauchbier herstellen, wie das Black Forest Brewhaus in Farmingdale (Bundesstaat New York). Im „Rauchbier-Stammland“ Franken gibt es (wieder) mehrere Hersteller, so die Memmelsdorfer Brauereien Drei Kronen und Hummel in Merkendorf (Räucherla und Räucherator). Weitere Brauereien, die Rauchbier in Deutschland herstellen, sind: Brauerei Fischer (Höchstadt an der Aisch-Greuth), Brauerei Göller (Zeil am Main), Brauerei Grosch (Rödental), Brauerei Kaiserdom (Bamberg-Gaustadt) (für Export, wird nicht in Bamberg verkauft), Brauerei Kundmüller (Viereth-Trunstadt-Weiher), Brauerei Rittmayer (Hallerndorf), Kaiser Bräu aus Neuhaus an der Pegnitz (unter dem Namen Veldensteiner Räucherl) und das Allgäuer Brauhaus (unter dem Namen Altenmünster Steinbier).

In Berlin stellt die Eschenbräu in Wedding Rauchbier her, in der Dresdner Neustadt die Hausbrauerei Schwingenheuer. Auch in Husum an der Nordsee wird seit 2008 wieder ein mildes Rauchbier gebraut, außerdem ist Rauchbier auch in der Ricklinger Landbrauerei erhältlich.

In Argentinien wird in einer kleinen Brauerei Rauchbier nach Bamberger Brauart hergestellt. Es handelt sich um die Brauerei El Bolsón aus der Stadt El Bolsón in der Provinz Río Negro. Darüber hinaus gibt es auch einen japanischen Brauer von Rauchbier. Dieser befindet sich in der nördlichen Präfektur Akita, in Tazawako. Das Bier ist in Feinschmeckerkreisen beliebt. Auf dem Etikett ist eine alte Ansicht von Bamberg abgebildet. Eine weiteres Rauchbier in Japan wird von der Brauerei Fujizakura Kogen Beer in Fujikawaguchiko am Fuße des Fuji gebraut. Dieses Bier trägt auch den Namen „Rauch“. Das Siebensternbräu im 7. Wiener Gemeindebezirk bietet ganzjährig ein Rauchbier traditioneller Brauart an. Saisonal werden auch ein Rauchweizen und ein Rauchbock mit 6,2 % Alkohol und 16,2° Stammwürze angeboten. In der Slowakei wird Rauchbier nach Bamberger Brauart in der Familienbrauerei Pivovar ERB in Banská Štiavnica gebraut.[1] Das Rauchbier hat 12 % Stammwürze und 5 % Alkohol, verwendet wird Rauchmalz aus Bamberg.

In den letzten Jahren wurde die Geschmacksvielfalt des Rauchbieres erweitert: Die Brauerei Schlenkerla bietet ein obergäriges Rauchweizen und saisonal ein unfiltriertes rauchiges Fastenbier an. Außerdem bieten beide Bamberger Brauereien zur traditionellen Bockbierzeit von Mitte Oktober bis Mitte November einen Rauchbier-Bock an. Das Schlenkerla hat zudem das weltweit einzige Rauchbier, dessen Malz mit Eichenholz getrocknet wird: „Schlenkerla Eiche“ wird nur im Dezember als Doppelbock ausgeschenkt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.pivovarerb.sk/de/index.html