Rauschbeere

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Rauschbeere
Rauschbeere

Rauschbeere

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Gattung: Heidelbeeren (Vaccinium)
Art: Rauschbeere
Wissenschaftlicher Name
Vaccinium uliginosum
L.

Die Rauschbeere (Vaccinium uliginosum), auch Trunkelbeere, Moorbeere oder Nebelbeere, ist ein Strauch aus der Gattung der Heidelbeeren.

Der Artname uliginosum bezieht sich auf den Wuchsort und heißt "sumpfliebend".

Beschreibung[Bearbeiten]

Reifende Beeren

Die Rauschbeere wächst als kleiner Strauch und trägt weißliche bis rosafarbene kleine Blüten. Sie erscheinen von Mai bis Juni. Die Beeren ähneln denen der Heidel- bzw. Blaubeere, sind jedoch bereift, deutlich größer als diese und etwa eiförmig. Sie reifen im Spätsommer, sind außen blau, haben aber innen helles Fruchtfleisch und hellen Saft im Gegensatz zur Heidelbeere, die blaues Fruchtfleisch hat und auch blauen Saft führt.

Die Laubblätter sind oberseits blaugrün, unterseits graugrün und oval.

Giftigkeit[Bearbeiten]

Die auch als Kronsbeeren, Rote Heidelbeeren, Steinbeeren oder Sumpfheidelbeeren bekannten Beeren der Rauschbeere können psychotrope Substanzen enthalten[1], deren Identität noch nicht bestimmt werden konnte[2]. Nach dem Verzehr von Früchten wurden gelegentlich Vergiftungserscheinungen[1] – wie rauschartige Erregung, Erbrechen, Pupillenerweiterung und Schwindelgefühl – beobachtet. Intoxikationen sind nur nach dem Verzehr großer Mengen möglich. Verantwortlich dafür ist wahrscheinlich der schmarotzende Schlauchpilz Monilinia megalospora (Woronin) Whetzel (früher auch Sclerotina megalospora WOT)[1][2].

Volksetymologisch wird dieser Name der Rauschbeere auf den zu beobachtenden Rauschzustand bezogen.

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Inhaltsstoffe sind nur teilweise in der Literatur auffindbar

Die Blätter enthalten die Wirkstoffe Hyperosid, Ursolsäure, alpha-Amyrin, Friedelin, Oleanolsäure, (+)-Catechin und organische Säuren.

Verbreitungsgebiet[Bearbeiten]

Die Rauschbeere wächst in Waldmooren und Hochmooren mit feuchtem, torfhaltigem Boden. Im regenreichen Westskandinavien kommt sie verbreitet vor und verdrängt dort teilweise die Blaubeere. In mittel- und südeuropäischen Gebirgen findet man sie zuweilen bis in 3000 m Höhe.

Verwertung[Bearbeiten]

Die Beere wird weniger gepflückt als die Heidelbeere, ist aber von ähnlichem Geschmack und kann zu den gleichen Zwecken verarbeitet werden, das heißt, es lassen sich Marmelade, Mus, Likör oder Obstwein aus ihnen herstellen.

Die Rauschbeere wurde in der Volksheilkunde bei Durchfällen und Blasenleiden angewendet. Im östlichen Sibirien dient der Strauch zum Gerben, während aus den Beeren ein starker Branntwein hergestellt wird.

Sonstiges[Bearbeiten]

Blüten der Rauschbeere

Der Name Rauschbeere leitet sich von lat. ruscus 'Gestrüpp' her, ähnlich benannt werden auch weitere vergesellschaftete Sträucher.

Literatur[Bearbeiten]

  • M. A. Fischer, W. Adler, K. Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
  • Bruno P. Kremer u. a.: Strauchgehölze erkennen & bestimmen. Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11478-5.
  • Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen Pflanzengifte. 6. Auflage. Nikol, Hamburg 2012, ISBN 978-3-86820-009-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rauschbeere – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Preiselbeere. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 13. Juni 2013.
  2. a b Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu „Vaccinium-Arten“ im Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, abgerufen am 13. Juni 2013.