Ravensburger

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Ravensburger AG
Logo der Ravensburger AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1883
Sitz Ravensburg, Deutschland
Leitung Karsten Schmidt, Vorstandsvorsitzender
Klaus P. Bleyer, Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiter 1.640 (2011)[1]
Umsatz 319,5 Mio. Euro (2011)[1]
Branche Verlag
Website www.ravensburger.de
Logo der Marke Ravensburger
Sämtliche Logos seit dem Gründungsjahr 1883

Die Ravensburger AG ist eine weltweit tätige Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Ravensburg, die international vor allem durch die Herstellung von Gesellschaftsspielen und Puzzles bekannt ist. Als Firmenlogo dient ein blaues Dreieck mit dem Schriftzug „Ravensburger“.

Zur Ravensburger AG gehören u. a. folgende Tochtergesellschaften:

  • Ravensburger Buchverlag Otto Maier GmbH
  • Ravensburger Digital GmbH
  • Ravensburger Freizeit- und Promotion GmbH
  • Ravensburger Spieleland AG (wurde 2012 in die Ravensburger Freizeit- und Promotion GmbH integriert)
  • Ravensburger Spieleverlag GmbH

Geschichte[Bearbeiten]

1852 in Ravensburg als Sohn des Buchhändlers und Verlegers Carl Maier geboren, übernahm Otto Maier 1876 die Anteile seiner Eltern an der Dorn'schen Verlagsbuchhandlung in Ravensburg. Die Gründung eines eigenen Verlages wird im Rückblick auf das Jahr 1883 datiert. In diesem Jahr nämlich schloss der junge Verleger den ersten, heute noch erhaltenen Autorenvertrag ab und nummerierte die von ihm veröffentlichten Spiele fortan mit seinem Namenskürzel als OM 1 usw. (O[tto] M[aier], Spiel Nr. 1ff). Schon 1884 erschienen das erste Gesellschaftsspiel, die Reise um die Erde, und die ersten Jugenderzählungen des Pfarrers Christoph von Schmid.

Konzentrierte sich Otto Maier in den ersten Jahren auf Vorlagemappen für Handwerker, Bildungs- und Familienspiele, Ratgeber und Kindererzählungen, so kamen um 1900 Bilderbücher, Bücher und Hefte für Kinderbeschäftigungen, kunsttechnische Anleitungen und Bastelliteratur hinzu. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg hatte der Otto-Maier-Verlag bereits rund 800 verschiedene Spiele- und Büchertitel im Sortiment. Der Name Ravensburger Spiele wurde im Jahre 1900 vom Kaiserlichen Patentamt patentiert. Das bekannte Logo des blauen Dreiecks wurde erst 1974 als Warenzeichen angemeldet. 1912 wurden schon zahlreiche Produkte nach Westeuropa und Russland exportiert.

Von den 1930er bis zu den 1950er Jahren war der Otto-Maier-Verlag hauptsächlich Buchverlag – Beschäftigungsmittel, Gesellschaftsspiele, Quartette und Geduldsspiele ergänzten das Programm. Den Zweiten Weltkrieg überstand der Verlag ohne Schäden und arbeitete danach schon in den Jahren des Wiederaufbaus weiter. In der Folge wuchs das Programm an Kinder- und Jugendbüchern und an Fachbüchern für Kunst, Architektur und Hobby. 1959 erschien das Spiel memory, das bis heute über 50.000.000 mal verkauft wurde.

Ab ca. 1962 wuchs Ravensburger stark und entwickelte sich zu einem großen Medienunternehmen, seit 1964 entstanden auch Tochterunternehmen in den Niederlanden, der Schweiz, in Frankreich, Italien, Österreich, Belgien, Großbritannien und in den USA. Seit 1964 produziert der Verlag Interlocking-Puzzles, von denen heute jährlich etwa 10 Millionen verkauft werden. 1977 wurde Ravensburger in einen Spieleverlag und einen Buchverlag aufgeteilt. 1996 wurde F.X. Schmid übernommen.

Heute gibt es bei Ravensburger und seinen Tochterunternehmen rund 1.800 lieferbare Buchtitel und 850 Spiele sowie Puzzles, Hobbyprodukte und CD-ROM-Titel. Jährlich erscheinen rund 40 neue Spiele, 120 neue Puzzles und 450 neue Kinder- und Jugendbücher auf dem Markt.[2] Ravensburger Produkte werden heute in mehr als fünfzig Länder exportiert.

Die Ravensburger Stiftung hat das Ziel, das kulturelle und soziale Umfeld von Kindern und Familien zu stärken. Die Zielgruppen der Stiftung – Kinder und Familien – entsprechen somit den Zielgruppen der Ravensburger Produkte.

Bis 2005 war Ravensburger mit ca. 90 % Anteilsbesitz Hauptaktionär der RTV Family Entertainment AG, RTV stand dabei für Ravensburger Film + TV. Dieser Anteil wurde 2005 von der österreichischen Film & Medien Beteiligungs GmbH, Wien (F&M), übernommen. Die F&M hält ca. 80 % der Anteile, der Rest befindet sich im Streubesitz.

Marken[Bearbeiten]

  • Alea Spiele
  • Carlit
  • Dino
  • Fishtank
  • F.X. Schmid
  • FX
  • Nathan
  • Ravensburger
  • Ravensburger Spieleland

Produkte[Bearbeiten]

(Auswahl)

Bücher[Bearbeiten]

Der Strampelpeter von Karl Waldmann, um 1905

Spiele[Bearbeiten]

Im „Ravensburger Verlag“ erschienen (unvollständig):

Im „Alea Verlag“ erschienen als Großschachtelspiele:

Mit dem Preis Spiel des Jahres ausgezeichnete Spiele:

Mit dem Deutschen Spiele Preis ausgezeichneten Spiele:

Literatur[Bearbeiten]

  • Der Enkel oder Mister Ravensburger fängt den Hut. Eine Unternehmergeschichte. Otto Julius Maier im Gespräch mit Andrea Reidt. Sagas-Edition, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-944660-01-1.
  • Peter Eitel: Maier, Otto Robert, in: Württembergische Biographien. Bd. 1. Kohlhammer, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-17-018500-5, S. 169f. (E-Text)
  • Andreas Pollitz: 1883-1983. Hundert Jahre Otto Maier Verlag Ravensburg. Teils erkundet, teils erlebt und danach dargestellt von Andreas Pollitz. Maier, Ravensburg 1983, ISBN 3-473-91941-1
  • Otto Rundel u. a.: Otto-Maier-Verlag Ravensburg 1883–1983. 100 Jahre Verlagsarbeit. Maier, Ravensburg 1983 ISBN 3-473-91931-4
  • Dorothee Hess-Maier, in: Internationales Biographisches Archiv 01/2004 vom 22. Dezember 2003, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Otto Julius Maier, in: Internationales Biographisches Archiv 08/2009 vom 17. Februar 2009, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
  • Karsten Schmidt, in: Internationales Biographisches Archiv 42/2011 vom 18. Oktober 2011, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b ravensburger.de: Jahresabschluss zum 31. Dezember 2011.
  2. http://www.kba-print.de/de/news/bogenoffsetdruck4/2005-12-12.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ravensburger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien