Raymond Roussel

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Raymond Roussel (1896)
Roussels Reisefahrzeug

Raymond Roussel (* 20. Januar 1877 in Paris; † 14. Juli 1933 in Palermo) war ein französischer Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Raymond Roussel entstammte einer sehr wohlhabenden bürgerlichen Familie und verbrachte eine nach seinem eigenen Urteil überaus glückliche Kindheit. Er studierte zunächst am Konservatorium seiner Heimatstadt Musik, widmete sich dann aber der Dichtung und schrieb mit siebzehn Jahren sein erstes Werk La Doublure in alexandrinischen Versen, hatte aber mit der Publikation keinen Erfolg. In seinem Werk Impressions d’Afrique beschrieb er ein vollkommen imaginäres Afrika.

In den Jahren 1920 bis 1921 unternahm er eine Weltreise, unter anderem auf den Spuren von Pierre Loti, betonte aber stets die Trennung zwischen dieser Reise und seinem dichterischen Schaffen. Michel Leiris finanzierte er eine Afrika-Expedition. In einem eigens für ihn konstruierten Wohnwagen unternahm er eine Reise nach Italien, wo er diesen von Mussolini und Pius XI. bestaunen ließ. 1932 stellte Roussel seine schriftstellerische Tätigkeit ein und widmete sich ausschließlich und manisch dem Schachspiel. Sein langjähriger Psychiater war Pierre Janet. Roussel nahm sich am 14. Juli 1933 in Palermo im Hotel delle Palme das Leben.

Das schriftstellerische Werk Roussels beruht auf einer von ihm selbst entwickelten Schreibtechnik, der Wortspiele und Klangassoziationen zugrunde liegen. Roussel erläutert diese Technik in seinem 1935 erschienenen Buch Comment j’ai écrit certains de mes livres (dt. Wie ich einige meiner Bücher geschrieben habe). Insofern gilt Roussel als Vorläufer der „écriture automatique“ der Surrealisten.

Roussel entwickelte Anfang der 1930er Jahre Roussels Lesemaschine als Lesehilfe für seine verschachtelten Texte.

Werke (Auswahl) [Bearbeiten]

  • Locus Solus. In der Druckfassung von 1914 und ergänzt durch Episoden aus der erstmals veröffentlichten Urfassung. Von Stefan Zweifel entziffert, kommentiert und aus dem Französischen übertragen. Die andere Bibliothek, Berlin 2012
  • Locus Solus. 2. Aufl. Suhrkamp, Frankfurt/M. 1983, ISBN 3-518-01559-1 (übersetzt von Cajetan Freund).
  • Die Prädestinierten. 2 Theaterstücke; „Der Stern auf der Stirn“ und „Sonnenstaub“ („L'étoile au front“ und „La poussière du soleil“). Hanser, München 1978, ISBN 3-446-12492-6 (übersetzt von Klaus Völker und Jürg Laederach, hrsg. von Klaus Völker).
  • Eindrücke aus Afrika („Impressions d'Afrique“). Matthes und Seitz, München 1980, ISBN 3-88221-213-6 (übersetzt von Cajetan Freund).
  • Nouvelles impressions d'Afrique. Verlag Text und Kritik, München 1980, ISBN 3-88377-017-5 (französisch/deutsch; übersetzt von Hanns Grössel).
  • In Havanna. Ein Romanfragment. Syndikat/EVA, Frankfurt/M. 1984, ISBN 3-434-46031-4 (hrsg./übersetzt von Hanns Grössel).

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Raymond Roussel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien