Raymond Schmittlein
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Raymond Schmittlein (* 19. Juni 1904 in Roubaix, Département Nord; † 24. September 1974 in Colmar, Haut-Rhin) war ein französischer General und Politiker.
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[Bearbeiten] Leben
Schmittleins Vater stammt aus dem Elsaß, wuchs aber in Mainz auf, später war er Ingenieur unter anderem in Berlin.
Schmittlein wuchs in Roubaix auf, studierte in Paris und Berlin Literaturwissenschaften. Als Germanist lehrte Schmittlein Deutsch, aber auch Finnisch, Russisch und Englisch. Während der Vorkriegszeit war er Inspektor für französischen Unterricht im Ausland. Er lehrte in Kowno, Stockholm und Riga. Schmittlein nahm an der Schlacht von Narvik teil und schloss sich dann den freien französischen Streitkräften in Ägypten an. Schmittlein war mit der Deutschen Gerta geb. Eichholz verheiratet.
Von 1945 bis 1951 war Schmittlein als Leiter der Education Publique in Baden-Baden Generaldirektor für kulturelle Angelegenheiten in der französischen Besatzungszone in Deutschland. Auf seine Initiative wurden einige Institutionen gegründet, die heute immer noch bestehen, unter anderem die Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit ihrem Fachbereich Angewandte Sprach- und Kulturwissenschaften in Germersheim, die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer und das Institut für Europäische Geschichte in Mainz.
Im Jahr 1945 gründete General Schmittlein den Lehrmittel-Verlag Offenburg-Mainz, heute Mildenberger Verlag.
In seinem 1951 erschienenen Werk Umstände und Ursache von Jesu Tod setzt sich Schmittlein mit dem Ende des Lebens Jesu auseinander. Das Buch nimmt in aufgeklärter und vorurteilsfreier Weise Stellung zu den näheren Umständen und der Ursache von Jesu Tod und bezieht das Krankheitsbild des traumatischen Schocks mit ein. Er widerlegt damit Religionswissenschaftler wie Ernest Renan und destruktive Bibelkritiker wie Charles Guignebert (1867-1939).
„Man darf sagen, daß mit diesem Buch Ernest Renan und seine Nachfolger vor dem Forum der Wissenschaft erledigt wurden. Die Seiten des Buches wiegen eine ganze überaus weitschweifige und stellenweise verworrene Literatur über das Thema auf und machen sie überflüssig.“
Die französische Regierung, vertreten durch General Schmittlein, stiftete dem Landesmuseum Mainz 1952 wertvolle Bilder. Hierunter befand sich unter anderen Werken französischer Künstler Picassos „Frauenkopf“ aus der Anfangsphase des Kubismus. [1]
[Bearbeiten] Werke
- Un Recit de Guerre de Goethe le Siege de Mayence II. Editions Art et Science. Mayence. 1951.
- Umstände und Ursache von Jesu Tod, Verlag Matthias Grünewald, Mainz, 1951
[Bearbeiten] Literatur
- Peter Manns: Höchst persönliche Erinnerungen an einen großen Franzosen und die bewegten Jahre der Wiederbegründung einer alten Universität: in memoriam Raymond Schmittlein. Verlag Dr. Hanns Krach, Mainz 1978, ISBN 3-87439-054-3
- Corine Defrance: Raymond Schmittlein (1904-1974), ein Kulturmittler zwischen Deutschland und Frankreich? In: François Beilecke / Katja Marmetschke (Hrsg.): Der Intellektuelle und der Mandarin. Für Hans Manfred Bock. Kassel University Press, Kassel 2005 (= Intervalle, 8; ISBN 3-89958-134-2; PDF-Version), S. 481-502
- Corine Defrance: Raymond Schmittlein (1904-1974). Leben und Werk eines Gründungsvaters der Universität Mainz. In: Michael Kißener / Helmut Mathy (Hrsg.): Ut omnes unum sint: Gründungspersönlichkeiten der Johannes-Gutenberg Universität, Teil 1, Steiner, Stuttgart 2005 (= Beiträge zur Geschichte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, N.F., Bd. 2; ISBN 3-515-08650-1), S. 11-30
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Raymond Schmittlein im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Französische Bildungs- und Kulturpolitik in Deutschland 1945-49
- Französische Intellektuelle nach 1945 in Deutschland
- Die auswärtige Kulturpolitik im „Tandem franco-allemand“ am Beispiel der Kulturinstitute.
[Bearbeiten] Einzelnachweise
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schmittlein, Raymond |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer General und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 19. Juni 1904 |
| GEBURTSORT | Roubaix |
| STERBEDATUM | 24. September 1974 |
| STERBEORT | Colmar |

