Rayton Fissore

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Rayton Fissore war ein italienischer Karosseriehersteller, in den 1980er-Jahren vor allem durch die Entwicklung des luxuriösen Geländewagens Magnum bekannt wurde. Das Unternehmen war mit der renommierten Carrozzeria Fissore nicht identisch, allerdings bestanden mittelbare Beziehungen.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten]

Zu den Hintergründen des Unternehmens gibt es zahlreiche widersprüchliche Angaben. Unklar ist insbesondere der Grad der Verbindung zur Carrozzeria Fissore.

Die Carrozzeria Fissore war ein etabliertes Designstudio, das in den 1960er-Jahren zahlreiche Aufbauten für italienische, deutsche, südamerikanische und japanische Serienfahrzeuge entworfen hatte und daneben auch in Kleinserie eigene Kreationen herstellte. Seit 1969 war der in Savigliano ansässige Betrieb eng mit dem Schweizer Automobilhersteller Monteverdi verbunden, der hier seine Sport- und Geländewagen herstellen ließ. Mitte der 1970er-Jahre übernahm Monteverdi nach und nach die Anteilsmehrheit an der Carrozzeria Fissore, die 1982 schließlich aufgelöst wurde.

Der Karosseriehersteller Rayton Fissore wurde 1976 gegründet. Einige Quellen behaupten, Rayton Fissore sei von Bernardo Fissore gegründet worden, dem Sohn eines Inhabers der Carrozzeria Fissore, die kurz zuvor anteilig von Monteverdi übernommen worden war.[1][2] Nach anderen Quellen war Giulio Malvino der Gründer des Karosseriewerks. Malvino, der Schwiegersohn eines der Inhaber der Carrozzeria Fissore, habe, um den Erfolg seines Unternehmens zu beschleunigen, den Betrieb nach dem in der Automobilbranche etablierten Geburtsnamen seiner Ehefrau benannt.[3][4]

Unternehmenssitz war bis 1988 Savigliano.[5] Dort hatte auch die Carrozzeria Fissore ihre Produktionsanlagen. Ab 1988 war der Firmensitz in Cherasco (Provinz Cuneo).[5]

Rayton Fissore stellte anfänglich Aufbauten für Lastwagen und Nutzfahrzeuge her. Im PKW-Bereich trat es mit drei Fahrzeugen in Erscheinung. In den 1990er-Jahren stellte Rayton Fissore den Betrieb ein.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Rayton Fissore Gold Shadow[Bearbeiten]

Der erste von Rayton Fissore vorgestellte PKW war der Gold Shadow, der erstmals 1978 auf dem Turiner Autosalon gezeigt wurde. Der Gold Shadow war ein Kleinwagen, der die Antriebstechnik des Autobianchi A112 verwendete und eine eigenständige Karosserie trug, die Stilmerkmale des Porsche 928 und des AMC Pacer miteinander verband.[2] Ob es bei einer Studie blieb oder ob eine Serienproduktion zustande kam, ist nicht eindeutig geklärt. Einige Quellen sind der Ansicht, dass von 1979 bis 1982 (oder 1984) etwa 500 Exemplare des Shadow hergestellt wurden.[6] Gegen eine derartige Verbreitung spricht, dass bislang kein Foto eines Gold Shadow im Straßenverkehr veröffentlicht worden ist. Andere Quellen schreiben, dass das Fahrzeug ein Einzelstück blieb,[5][7] und dass der Versuch eines spanischen Unternehmens, das Projekt unter den Namen Guapa zu vermarkten, scheiterte[5].

Rayton Fissore Magnum 4x4[Bearbeiten]

Rayton Fissore Magnum (hier die als Laforza bezeichnete Version für die USA)

Eine weitere Entwicklung war der Geländewagen Rayton Fissore Magnum, dessen Karosserie von Tom Tjaarda gestaltet worden war. Es handelte sich um einen Kombiwagen mit Allradantrieb, der in der Marktnische des Range Rover positioniert war, anders als dieser aber eine Karosserie trug, die italienische Stilmerkmale aufgriff. Der Magnum folgte insoweit dem Konzept des 1982 eingestellten (und bis dahin bei der Carrozzeria Fissore produzierten) Monteverdi Safari. Das vor allem für den amerikanischen Markt bestimmte Fahrzeug beruhte auf einem modifizierten Iveco-Chassis und war mit unterschiedlichen Motoren lieferbar. Es wurde 1985 auf dem Turiner Automobilsalon vorgestellt. Bis 1990 wurde es bei Rayton Fissore hergestellt, danach übernahm der amerikanische Importeur die Herstellung. Dort wurde es unter dem Namen Laforza Magnum bis in das neue Jahrtausend hinein produziert.[8][9]

Alfa Romeo 75 Sport Wagon[Bearbeiten]

1985 stellte Rayton Fissore eine Kombiversion des Alfa Romeo 75 vor. Das Sport Wagon genannte Auto sowie ein identisch konzipiertes, aber stärker motorisiertes Fahrzeug mit der Bezeichnung Turbo Wagon blieben Einzelstücke.[10]

Karosserietuning[Bearbeiten]

Neben dem Design und der Herstellung von Komplettfahrzeugen beschäftigte sich Rayton Fissore zu Beginn der 1980er-Jahre auch mit Karosserietuning. Das Unternehmen bot Karosserieumbausätze für das Coupé und die HPE-Version des Lancia Beta an. Die Umbausätze enthielten Front- und Heckspoiler, besondere Aluminiumfelgen und eine modifizierte Auspuffanlage. Die Rayton-Fissore-Versionen waren ausschließlich auf dem Schweizer Automobilmarkt erhältlich.[11]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rayton Fissore – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Amtmann/Schrader: Italienische Sportwagen, S. 378.
  2. a b Kurzportrait des Rayton Fissore Shadow auf der Internetseite leroux.andre.free.fr (abgerufen am 26. Februar 2012).
  3. www.laforzafissore4x4.bravehost.com (abgerufen am 26. Februar 2012).
  4. Kurzdarstellung der Werke Tom Tjaardas auf der Internetseite www.tom-tjaarda.net (abgerufen am 26. Februar 2012).
  5. a b c d Georgano: The Beaulieu Encyclopedia of the Automobile. 2001.
  6. Vgl. Kurzbeschreibung des Autos auf der Internetseite Autolexikon-thyssen.de (abgerufen am 27. Februar 2012).
  7. Harald Linz und Halwart Schrader: Die Internationale Automobil-Enzyklopädie. United Soft Media Verlag GmbH, München 2008, ISBN 978-3-8032-9876-8
  8. Darstellung der Modellgeschichte des Geländewagens von Tom Tjaarda auf der Internetseite www.laforzafissore4x4.bravehost.com (abgerufen am 26. Februar 2012).
  9. Beschreibung des Laforza Magnum auf der Internetseite www.automotivetraveler.com (abgerufen am 26. Februar 2012).
  10. Kurze Darstellung und Abbildung auf der Internetseite www.alfaclub.de (abgerufen am 27. Februar 2012).
  11. Darstellung und Beschreibung des Lancia Beta Rayton Fissore auf der Internetseite www.lancia-beta.de (abgerufen am 27. Februar 2012).