Real Ale

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein Pint Real Ale

Real Ale (engl. für Echtes Ale) ist eine bestimmte Art der Bierverarbeitung. Während Bier im modernen Brauverfahren häufig gefiltert und im modernen Zapfverfahren mit Hilfe von Kohlensäure oder Stickstoff gezapft und bei einer Temperatur von 4–6 °C getrunken wird, wird Real Ale unfiltriert gelassen, oft mit Luftpumpentechnik („by handpump“) gezapft und bei einer Temperatur von 10–12 °C serviert. Es ist also keine eigene Biersorte, kein Biertyp, keine Bierart, sondern man kann ein und dasselbe Ale als Real Ale oder als Keg Ale (siehe unten) anbieten.

Das Real Ale wurde schon beinahe durch die Keg Ales verdrängt, da erhob sich in Großbritannien eine Bürgerinitiative zur Erhaltung des Real Ale, die Campaign for Real Ale, kurz CAMRA. Ein Anliegen der CAMRA ist es auch, Biere lokal, also nahe der Brauerei zu vermarkten, erstens um es frisch zu haben und nicht haltbar machen zu müssen, zweitens um unnötige Transportwege zu sparen und drittens, um die Vielfalt lokaler Biersorten zu erhalten.

Nach CAMRA ist Real Ale Bier, das aus traditionellen Zutaten gebraut wird und seinen Kohlensäuregehalt durch eine Zweitgärung in dem Fass erhält, aus dem es später gezapft wird. Es muss dann ohne Zufuhr fremder Kohlensäure gezapft werden.

Real ale wird meistens, jedoch nicht immer, mit Luftpumpentechnik gezapft. In Schottland wird auch vereinzelt mit Luftdruck gezapft, und auf Bierfesten wird Bier sehr oft gravity served, also im Prinzip ähnlich dem bayerischen Anstich gezapft.

Kenner schätzen den etwas niedrigeren CO2-Gehalt von Real Ale, jedoch soll das Bier niemals schal, trüb oder warm sein.

Die moderne Fassform für die Kohlensäure- bzw. Stickstoffzapfung nennt man im Englischen „keg“, die alte Fassform für die Luftpumpenzapfung „cask“, so dass man auch von „keg ale“, wenn es sich um ein Ale handelt beziehungsweise als „keg beer“, wenn es sich um einen anderen Biertyp handelt, und „cask ale“ oder aber „cask-conditioned ale“ spricht.

Für die Zapfung eines Pints benötigt man zwei bis drei Pumpzüge, so dass ein Wirt nach einem Arbeitstag schon mal Muskelkater haben kann.

Weblinks[Bearbeiten]