Real Madrid (Basketball)

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Real Madrid
Vereinswappen
Spitzname Merengues, Blancos
Gegründet 8. März 1931
Halle Palacio de Deportes
(15.000 Plätze)
Homepage www.realmadrid.com
Präsident Florentino Pérez
Sportdirektor Juan Carlos Sánchez
Trainer Pablo Laso
Liga Liga ACB

2013/14: 2. Platz

  ULEB Euroleague

2013/14: 2. Platz

Farben weiß
Trikotfarben
Trikotfarben
Kit shorts.svg
Heim
Trikotfarben
Trikotfarben
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Auswärts
Erfolge
Europapokal der Landesmeister (8)
Europapokal der Pokalsieger (4)
Korać-Cup (1)
Intercontinental Cup (4)
ULEB Cup (1)
Spanischer Meister (31)
Spanischer Pokalsieger (24)
Spanischer Supercupsieger (3)
Madrider Meister (20)

Real Madrid Baloncesto ist die Basketballabteilung des renommierten spanischen Sportvereins Real Madrid. Sie wurde am 8. März 1931 gegründet und konnte bislang zahlreiche nationale und internationale Erfolge feiern. Mit acht Siegen im Europapokal der Landesmeister, vier im Europäischen Pokalsiegerbewerb, einem Korać-Cup und einem ULEB-Cup ist Real Madrid der erfolgreichste Verein des Kontinents. Darüber hinaus liegt der Klub mit 31 Titeln in der Spanischen Meisterschaft und 24 Pokalsiegen auch in Spanien an der Spitze. Ebenso wie die Fußballmannschaft ist auch die Basketballabteilung noch nie aus der obersten Spielklasse abgestiegen. Außer den Madrilenen können das in der spanischen Liga nur Joventut und Lokalrivale CB Estudiantes von sich behaupten.

Geschichte[Bearbeiten]

Frühe Jahre (1931–1952)[Bearbeiten]

Als Pionier des Basketballs in Kastilien und bei Real Madrid gilt Ángel Cabrera. Dieser, der schon in den 1920er Jahren an der Gründung mehrerer Vereine beteiligt war, setzte sich mit dem Präsidenten Real Madrids Luis Usera und Klubsekretär Pablo Hernández Coronado in Kontakt um eine Sektion der in Spanien recht neuen Sportart zu schaffen. Am 8. März 1931 erschien in der Tageszeitung ABC folgende Annonce:

«El Real Madrid ruega a todos los señores interesados en la práctica de este deporte (basketball) pasen por la Secretaría del Club, Caballero de Gracia, 15, para recibir instrucciones con respecto al partido de la selección y entrenamiento que se jugará el próximo domingo, a las diez de la mañana, contra el Instituto Escuela»

„Real Madrid bittet alle an der Ausübung dieses Sportes (Basketball) interessierten Herren beim Sekretariat des Klubs, Caballero de Gracia, 15, vorbeizukommen, um Anweisungen bezüglich des Spieles der Auswahl und des Trainings, dass kommenden Sonntag, um 10 Uhr Vormittags, gegen Instituto Escuela stattfindet, zu erhalten.“

Ángel Cabrera: Annonce in der Tageszeitung ABC, 8. März 1931[1]

Am Sonntag dem 15. März 1931 bestritt die Mannschaft gegen Instituto Escuela das erste Freundschaftsspiel. Die erste offizielle Begegnung fand schließlich am 22. März 1931 im Zuge der Kastilischen Meisterschaft gegen Dumping BBC statt und endete mit einer 5:19 Niederlage.[2] Das Turnier beendete die Mannschaft letztlich auf dem dritten Platz. Der erste Titelerfolg gelang bereits im Jahr 1933, als sich Real Madrid in der Kastilischen Meisterschaft gegen den großen Rivalen früher Zeiten, Rayo Club de Madrid, mit 22:16 durchsetzen konnte. Im selben Jahr erreichte man gegen denselben Gegner auch das erste Endspiel um den Spanischen Pokal, unterlag jedoch mit 11:21.

Nach dem Ende des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) erreichte der Klub drei weitere Male das Endspiel um den spanischen Pokal, doch 1944, 1948 und 1949 scheiterte man erneut gegen Laietà BC, Joventut Badalona und dem FC Barcelona. Der erste Erfolg beim damals wichtigsten gesamtspanischen Turnier gelang schließlich 1951 durch ein 47:36 gegen den FC Barcelona und konnte 1952 mit einem Finalsieg gegen Joventut de Badalona wiederholt werden.

Goldene Ära unter Raimundo Saporta und Pedro Ferrándiz (1952–1975)[Bearbeiten]

Real Madrid in einem Spiel gegen Maccabi Tel Aviv (1975).

Als ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte der Basketballsektion von Real Madrid gilt die Verpflichtung von Raimundo Saporta. Dieser wurde auf Anfrage des damaligen Vereinspräsidenten Santiago Bernabéu im Jahr 1952 zunächst als Berater vom spanischen Verband empfohlen und ging ab 1953 als Funktionär in den Dienst des Klubs. Saporta hatte großen Anteil an der Gründung der Spanischen Basketballliga, die im Jahr 1957 erstmals ausgetragen wurde. Real Madrid gewann den Bewerb auf Anhieb und konnte den Titel auch 1958 verteidigen. Unter Saportas Führung verpflichtete der Klub zudem im Jahr 1955 den jungen Basketballtrainer Pedro Ferrándiz. Dieser übernahm, nach zwei Saisons im Nachwuchs des Vereins und zwei weiteren Jahren als Cheftrainer von CD Hesperia, in der Spielzeit 1959/60 die erste Mannschaft von Real Madrid und sollte den Klub zu einem der erfolgreichsten des Kontinents formen. Neben der Vormachtstellung in der heimischen Liga, Real Madrid gewann von 1959 bis zu Ferrándiz’ Abgang als Trainer 1975 mit Ausnahme der Saison 1966/67 alle Meistertitel, konnte das Team im Europapokal der Landesmeister auch die Dominanz der Mannschaften aus der Sowjetunion brechen. In der Spielzeit 1961/62 erreichten die „Königlichen“ als erstes Team von außerhalb des Ostblocks das Endspiel, unterlagen dort jedoch BK Dinamo Tiflis mit 90:83. Nach einer weiteren Finalniederlage im Folgejahr gegen PBK ZSKA Moskau gelang in der Saison 1963/64 schließlich der Durchbruch, Real Madrid setzte sich gegen den Vertreter der Tschechoslowakei BC Brünn durch und eroberte erstmals den höchsten europäischen Bewerb. Den Titel konnte das Team 1964/65 gegen ZSKA Moskau erfolgreich verteidigen, 1966/67 und 1967/68 folgten gegen Olimpia Milano und BC Brünn zwei weitere Triumphe im Europapokal der Landesmeister und 1968/69 scheiterte die Mannschaft erst im Endspiel an ZSKA Moskau. Tragende Spieler jener Epoche, in der Real Madrid zum erfolgreichsten Basketballklub Europas aufstieg, waren unter anderem die schon in jungen Jahren von Coach Ferrándiz verpflichteten US-amerikaner Wayne Hightower, der jedoch nach der Saison 1961/62 in die NBA wechselte, Clifford Luyk, Wayne Brabender oder Miles Aiken, sowie die Spanier Emiliano Rodríguez, Lolo Sainz oder Carlos Sevillano.

Der bereits fünfte Titel im Europapokal der Landesmeister sollte 1973/74 folgen. Neben Brabender und Luyk war mit Walter Szczerbiak ein weiterer US-Amerikaner zur Mannschaft gestoßen, Lenker des Spiels war der junge Point Guard aus der eigenen Jugend Juan Antonio Corbalán, der zusammen mit seinen Landsleuten Rafael Rullán, Vicente Ramos oder Carmelo Cabrera die Erfolgsgeschichte des Klubs fortschreiben sollte.

Insgesamt errang Real Madrid unter der Führung von Pedro Ferrándiz als Trainer und Sportdirektor 15 spanische Meisterschaften, 13 Pokalsiege und fünf Triumphe im Europapokal der Landesmeister.

Erfolge unter Lolo Sainz (1975–1989)[Bearbeiten]

Im Jahr 1975 ersetzte der ehemalige Spieler und Assistenztrainer Lolo Sainz Ferrándiz als Chefcoach. Sein erster internationaler Erfolg war der Gewinn des Intercontinental Cups 1976, ein Turnier, das Real Madrid drei Mal in Folge gewinnen sollte. In der Saison 1977/78 gelang durch ein 75:67 im Endspiel gegen Pallacanestro Varese der sechste Sieg im Europapokal der Landesmeister. Mann des Spiels war Walter Szczerbiak, der 26 Punkte beisteuerte. Dies sollte die letzte Spielzeit von Starcenter Clifford Luyk in den Reihen der „Königlichen“ sein. Nur zwei Jahre später, in der Saison 1979/80, errang die Mannschaft zum siebten Mal den Sieg im höchsten europäischen Bewerb. Gegner im Endspiel war diesmal Maccabi Tel Aviv, das mit 89:85 bezwungen werden konnte. Bester Mann auf Seiten der Spanier war Rafael Rullán mit 27 Punkten.

Im Jahr 1981 folgte mit dem Sieg bei der Basketball Klub-WM ein weiterer internationaler Titel. Durch Erfolge beim Europapokal der Pokalsieger 1983/84 und 1988/89 sowie im Korac Cup 1987/88 konnte der Klub seine Stellung als erfolgreichste Mannschaft des Kontinents festigen. Bei nationalen Bewerben holte Real Madrid zwar unter Trainer Lolo Sainz bis zu seinem Abgang im Jahr 1989 in 14 Spielzeiten acht Meistertitel, vier Pokalsiege und einen Supercup, ab 1986 verlor man jedoch die Vormachtstellung in Spanien zusehends an den FC Barcelona und Joventut Badalona. Als herausragende Spieler jener Zeit sind neben Szczerbiak, Brabender, Luyk, Corbalán und Rullán auch Fernando Romay, Fernando Martín, Dražen Dalipagić, Mirza Delibašić, Juanma Iturriaga oder der spätere NBA-Spieler Dražen Petrović zu nennen.

Wachsende nationale Konkurrenz und achter Europapokalsieg (1989–1997)[Bearbeiten]

Neben dem Erzrivalen FC Barcelona, der sich ab Mitte der 1980er Jahre sukzessive zum dominanten Klub im spanischen Basketball entwickelte, und Joventut Badalona, einem weiteren Traditionsverein der schon während der 1960er und 1970er zwei Meistertitel erobern konnte, gelang es auch immer häufiger weiteren spanische Basketballvereinen konkurrenzfähige Mannschaften zusammenstellen und mit den beiden Großklubs um die nationalen und internationalen Trophäen zu konkurrieren. Zu nennen sind insbesondere Tau Vitoria, Unicaja Málaga, Valencia Basket Club oder während der späten 1990er Jahre auch Bàsquet Manresa.

Die erste Saison nach der Ära Lolo Sainz, in der mit George Karl ein Startrainer mit NBA-Erfahrung die Mannschaft übernahm, war überschattet vom tragischen Tod des Mannschaftskapitäns und Publikumslieblings Fernando Martín. Der Center, der zu jener Zeit als der beste spanische Spieler galt, kam am 3. Dezember 1989 bei einem Autounfall ums Leben. Das Team beendete die Liga nur auf dem dritten Rang und scheiterte im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger an Virtus Bologna.

Nach einer weiteren titellosen Saison mit Ex-Spieler Wayne Brabender als Cheftrainer, folgte ab 1991 der Startschuss zu einer sehr erfolgreichen Epoche. Die Spielzeit begann zunächst mit George Karl auf der Trainerbank, der jedoch noch vor Ende der Saison zu den Seattle SuperSonics wechselte und durch Clifford Luyk ersetzt werden musste. Die Meisterschaft beendete das Team zwar nur als Vizemeister, doch im FIBA Europacup setzte sich Real Madrid mit 65:63 gegen PAOK Thessaloniki durch und eroberte zum dritten Mal den zweithöchsten kontinentalen Bewerb. Angeführt von Spielern wie Arvydas Sabonis, José Biriukov, José Miguel Antúnez, Joe Arlauckas oder Rimas Kurtinaitis stieg die Mannschaft jedoch wieder zu alter Größe auf, feierte sowohl 1992/93 als auch 1993/94 den Gewinn der Meisterschaft und holte 1993 zudem den spanischen Pokal.

Den Höhepunkt jener Epoche sollte aber die Saison 1994/95 bringen. Zwar beendete die von Željko Obradović trainierte Mannschaft die Meisterschaft nur auf dem dritten Platz, doch im Europapokal der Landesmeister setzte sich Real Madrid, angeführt von Star-Center Arvydas Sabonis, mit 73:61 gegen Olympiakos Piräus durch um zum insgesamt achten Mal die wichtigste europäische Trophäe zu erobern.

Der Rückkehr auf den kontinentalen Thron folgte ein Kaderumbau. Mit Sabonis, der zu den Portland Trail Blazers wechselte, Kurtinaitis oder Biriukov verließen einige Größen den Klub. Power Forward Joe Arlauckas verblieb und bildete an der Seite von Neuverpflichtungen wie Dejan Bodiroga, Alberto Herreros, Alberto Angulo, Pablo Laso und Juan Antonio Orenga einen schlagkräftigen Kader, der 1996/97 schließlich durch ein 78:64 gegen Mash Verona zum vierten Mal den FIBA Eurocup gewinnen konnte.

Europäische Durststrecke (1997–2006)[Bearbeiten]

Auf diesen internationalen Erfolg sollte eine lange Durststrecke folgen. Der Abgang von Startrainer Obradović und Spielern wie Arlauckas und Mike Smith konnte nicht kompensiert werden. Nach zwei titellosen Jahren gelang Real Madrid schließlich 1999/2000, angeführt von Aleksandar Đorđević und Alberto Angulo und mit Sergio Scariolo als Coach, durch ein 3:2 im Final-Play-off gegen den Erzrivalen FC Barcelona der 28. Meistertitel.

Einen sportlichen Tiefpunkt stellte die Saison 2002/03 dar. Die Mannschaft erreichte nur den 10. Platz in der Meisterschaft, die schlechteste Platzierung in der Vereinsgeschichte, und nahm damit erstmals nicht am Play-off um den Titel teil. Unter Trainer Božidar Maljković glückte in der Saison 2004/05, nach fünf schwachen Jahren, ein emotionaler Erfolg. Das Team um Felipe Reyes, Louis Bullock, Axel Hervelle und Mickaël Gelabale erreichte gegen Tau Vitoria das Finale um die Meisterschaft und gewann das entscheidende fünfte Spiel auswärts in der Fernando Buesa Arena mit 70:69, dabei lag das Heimteam nur 42 Sekunden vor Schluss mit 61:69 klar in Führung und schien bereits als sicherer Meister. Den siegbringenden Drei-Punkte-Treffer verwertete kurz vor der Schlusssirene Mannschaftskapitän Alberto Herreros, der damals zudem seine letzte Spielzeit als Aktiver bestritt.

Eine enttäuschende Saison 2005/06, bei der Real Madrid nur den sechsten Platz in der Meisterschaft erreichte, beendete die Ära Maljković. Die Nachfolge übernahm sein ehemaliger Assistenztrainer Joan Plaza.

Double unter Plaza und Messinas Scheitern (2006–2011)[Bearbeiten]

Joan Plaza konnte auf Anhieb eine kompakte Mannschaft formen die in der Spielzeit 2006/07 mit einem 3:1-Sieg in der Finalserie gegen den FC Barcelona den 30. spanischen Meistertitel der Klubgeschichte eroberte. Darüber hinaus gelang im ULEB Cup durch ein 87:75 im Endspiel gegen Lietuvos rytas der erste internationale Erfolg seit zehn Jahren. Neben Kapitän Felipe Reyes und Louis Bullock bestachen in jener Mannschaft auch die Rückkehrer Raül López und Alex Mumbrú sowie Shooting Guard Charles Smith oder Point Guard Kerem Tunçeri. Auch 2007/08 begann die Mannschaft stark, beendete den Grunddurchgang der Meisterschaft auf dem ersten Platz, schied dann aber völlig überraschend im Viertelfinal-Play-off gegen den achtplatzierten Unicaja Málaga aus. Nach einem weiteren titellosen Jahr wurde der Vertrag von Coach Plaza nicht verlängert.

Im Sommer 2009 verpflichtete Real Madrid mit Ettore Messina einen der renommiertesten Trainer des Kontinents und vollzog auch einen tiefgreifenden Kaderumbau. Nur vier Spieler, darunter Reyes, Bullock und das junge Talent Sergio Llull, wurden gehalten, während mit Jorge Garbajosa, Pablo Prigioni, Darjuš Lavrinovič, Novica Veličković, Travis Hansen oder Rimantas Kaukėnas einige namhafte Basketballer verpflichtet wurden. Das sportliche Ziel war nicht nur die spanische Meisterschaft, sondern auch wieder zu einem Titelaspiranten in der ULEB Euroleague zu werden. Messina konnte jedoch nicht an seine großen Erfolge bei Virtus Bologna und ZSKA Moskau anschließen. Im Pokal scheiterte sein Team zwei Mal hintereinander im Endspiel und in der Meisterschaft kam Real Madrid nicht über das Halbfinale hinaus. Noch vor Ende der Saison 2010/11 verließ Messina, dem ein schlechtes Verhältnis zu mehreren Spielern nachgesagt wurde, überraschend den Klub und überließ seinem Assistenztrainer Emanuele Molin den Posten.[3] Zwar erreichte Real Madrid in diesem Jahr erstmals seit 15 Jahren wieder das Final Four der Euroleague, belegte dort jedoch nach hohen Niederlagen gegen Maccabi Tel Aviv und Montepaschi Siena nur den vierten Platz. Das mit vielen Hoffnungen und großen Zielen verbundene Projekt Messinas war gescheitert.

Gegenwart (seit 2011)[Bearbeiten]

Kapitän Felipe Reyes (links) im Duell mit CJ Wallace vom FC Barcelona (2012).

Im Sommer 2011 verpflichtete Real Madrid mit dem ehemaligen Spieler des Vereins Pablo Laso einen recht unerfahrenen Trainer. Sein schnelles und offensivorientiertes Spiel konnte das Publikum auf Anhieb begeistern und auch in den Duellen gegen den Erzrivalen FC Barcelona agierte Real Madrid seit langem wieder auf Augenhöhe. Sein erster Erfolg war der Sieg beim spanischen Pokal 2012, ein Titel den der Klub seit 19 Jahren nicht mehr gewonnen hatte. Im Finale bezwang die Mannschaft den Erzrivalen aus Barcelona mit 91:74. Auch in der Meisterschaft brachte es das Team bis ins Finale, wo sich Titelfavorit Barça in einer packenden Serie mit 2:3 an Real Madrid revanchierte.

In der Saison 2012/13 setzten sich die Duelle zwischen den beiden Großklubs um die Vormachtstellung in Spanien fort. Zu Beginn der Spielzeit gewannen die „Königlichen“ im Endspiel des Supercups mit 95:84 gegen den FC Barcelona. In der Copa del Rey waren es die Katalanen, die im Viertelfinale nach zwei Verlängerungen mit 111:108 siegten und schließlich auch den Titel holten. In der Euroleague erreichte Real Madrid erneut das Final Four, setzte sich dort im Halbfinale mit 74:67 gegen den FC Barcelona durch und zog erstmals seit 18 Jahren wieder in ein Endspiel des höchsten kontinentalen Wettbewerbs ein. Dort scheiterte die Mannschaft jedoch in einer Neuauflage des Finales von 1995 mit 88:100 an Olympiakos Piräus. Im Play-off um die spanische Meisterschaft traf Real Madrid, das den Grunddurchgang auf dem ersten Platz beendet hatte, im Finale erneut auf den FC Barcelona und setzte sich mit 3:2 durch um den insgesamt 31. Meistertitel zu erobern.

In der Saison 2013/14 erreichten die Madrilenen erneut das Finale der ULEB Euroleague. Nachdem das Team im Halbfinale des Final Four den FC Barcelona mit 100:62 deutlich besiegte, verlor man im Endspiel gegen Maccabi Tel Aviv mit 86:98 nach Verlängerung.

Spielstätten[Bearbeiten]

Real Madrid gegen Maccabi Tel Aviv im Palacio Vistalegre (2009).

Die erste Spielstätte der Basketballmannschaft von Real Madrid befand sich unter einer der Tribünen des alten Estadio de Chamartín. Sie verfügte lediglich über Stehplätze. Nach Ende des Spanischen Bürgerkriegs übersiedelte die Mannschaft ins Frontón Recoletos. Die eigentlich für Pelota konzipierte Halle war die erste überdachte Spielstätte der Basketballmannschaft und bot rund 2.200 Zuschauern Platz. Im Jahr 1952 wechselte das Team ins etwas größere Frontón Fiesta Alegre, mit einer Kapazität für rund 3.500 Besucher. Hier sollte die Mannschaft auch die ersten beiden Erfolge im Europapokal der Landesmeister feiern.

Als die Eigentümer der Spielstätte sich 1965 zum Abriss entschlossen, übersiedelte das Team provisorisch ins Colegio Maravillas bevor der Klub am 6. Januar 1966 das vereinseigene Pabellón de la Ciudad Deportiva auf den Gründen des Trainingsgeländes von Real Madrid, am Paseo de la Castellana, einweihen konnte. Dieses bot rund 5.000 Zuschauern Platz und sollte für rund 20 Jahre die Heimstätte der Basketballsektion der „Königlichen“ sein.

Aufgrund des wachsenden Publikumsinteresses verließ das Team im Jahr 1986 die vereinseigene Halle und spielte fortan im 15.000 Plätze fassenden Palacio de Deportes. In den späten 1990er Jahren durchlief die Basketballmannschaft von Real Madrid eine sportliche Durststrecke, die sich auch in sinkenden Zuschauerzahlen äußerte, woraufhin der Klub sich dazu entschloss wieder in die Vereinseigene Halle zurückzukehren.

Nach einjähriger Renovierung, während der die Mannschaft von 1998 bis 1999 im Polideportivo Parque Corredor in Torrejón de Ardoz ihre Heimspiele austrug, übersiedelte das Team in die nun zu Ehren von Raimundo Saporta in Pabellón Raimundo Saporta umgetaufte Arena, die 5.200 Zuschauern Platz bot. Der Verkauf des Trainingsgeländes Ciudad Deportiva zur Schuldentilgung führte im Jahr 2004 zum Abriss der Arena, die der Baustelle der Cuatro Torres Business Area weichen musste.

Seither bestritt das Basketballteam von Real Madrid seine Heimspiele in diversen Sporthallen der Stadt. Von 2004 bis 2010 spielte man im Palacio Vistalegre. Im Sommer 2010 zog die Mannschaft in die neu errichtete Caja Mágica, die jedoch aufgrund der abgeschiedenen Lage bei den Anhängern des Klub sehr unbeliebt war. Der Klub reagierte darauf 2011 mit dem Wechsel ins 2005 von Grund auf neu errichtete Palacio de Deportes, während in der Caja Mágica bis 2012 nur noch die Heimspiele in der ULEB Euroleague ausgetragen wurden.[4]

Name Zuschauer Zeitraum
Estadio de Chamartín 1931–1936
Frontón Recoletos 2.200 1939–1952
Frontón Fiesta Alegre 3.500 1952–1965
Colegio Maravillas 500 1965
Pabellón de la Ciudad Deportiva 5.000 1966–1986
Palacio de Deportes 15.000 1986–1998
Polideportivo Parque Corredor 3.000 1998–1999
Pabellón Raimundo Saporta 5.200 1999–2004
Palacio Vistalegre 15.000 2004–2010
Caja Mágica 12.442 2010–2012
Palacio de Deportes 15.000 Seit 2011

Rivalitäten[Bearbeiten]

FC Barcelona[Bearbeiten]

Die beiden Klubs Real Madrid und den FC Barcelona verbindet eine langjährige Rivalität, die insbesondere aufgrund der Duelle der beiden Fußballmannschaften unter dem Namen El Clásico internationale Bekanntheit erlangte. Auch im Basketball handelt es sich um die beiden mit Abstand erfolgreichsten Vereine des Landes und so erregen auch hier die häufig sehr emotional geführten Aufeinandertreffen der beiden Erzrivalen großes Interesse.

CB Estudiantes[Bearbeiten]

CB Estudiantes ist ein im Jahre 1948 gegründeter Basketballklub aus Madrid, der seit Beginn der spanischen Meisterschaft stets in der höchsten Spielklasse vertreten war. Die Duelle zwischen Real Madrid und Estudiantes sind ein klassisches Stadtderby und insbesondere unter den Basketballfans der spanischen Hauptstadt eines der wichtigsten Aufeinandertreffen jeder Saison.

Aktueller Kader[Bearbeiten]

Kader von Real Madrid in der Saison 2014/2015
Spieler
Nr. Nat. Name Geburt Größe Info Letzter Verein
Guards (PG, SG)
13 SpanienSpanien Sergio Rodríguez 12.06.1986 1, 91 m ESP New York Knicks
20 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten/AserbaidschanAserbaidschan Jaycee Carroll 16.04.1983 1, 88 m CB Gran Canaria
23 SpanienSpanien Sergio Llull 15.11.1987 1, 90 m ESP Bàsquet Manresa
Forwards (SF, PF)
5 SpanienSpanien Rudy Fernández 04.04.1985 1, 96 m ESP Denver Nuggets
9 SpanienSpanien Felipe Reyes (C)Kapitän der Mannschaft 16.03.1980 2, 04 m ESP CB Estudiantes
11 SpanienSpanien Daniel Díez 07.04.1993 2, 01 m ESP Lagun Aro GBC
21 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Tremmell Darden 17.12.1981 1, 94 m NFE Žalgiris Kaunas
Center (C)
30 GriechenlandGriechenland Ioannis Bourousis 17.11.1983 2, 10 m EA7-Emporio Armani Milano
44 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Marcus Slaughter 18.03.1985 2, 04 m NFE Brose Baskets
50 TunesienTunesien Salah Mejri1 15.06.1986 2, 17 m Blusens Monbus
Trainer
Nat. Name Position
SpanienSpanien Pablo Laso Cheftrainer
SpanienSpanien José Ramón Cuspinera Co-Trainer
SpanienSpanien Hugo López Co-Trainer
SpanienSpanien Juan Trapero Fitnesstrainer
Legende
Abk. Bedeutung
(C)Kapitän der Mannschaft Mannschaftskapitän
ESP in Spanien ausgebildet (min. fünf)
NFE nicht FIBA-Europa (max. zwei)
Quellen
Teamhomepage
Ligahomepage
Stand: 14. Juli 2014


1 zählt aufgrund der Assoziierungsabkommen zwischen der EU und Tunesien nicht als Ausländer.

Transfers zur Saison 2014/15[Bearbeiten]

Zugänge
Name Nationalität alter Verein Zugang zum
Abgänge
Name Nationalität neuer Verein Abgang zum
Dontaye Draper Vereinigte StaatenVereinigte Staaten/KroatienKroatien Anadolu Efes SK Sommer 2014
Nikola Mirotić SpanienSpanien Chicago Bulls Sommer 2014


1 war ausgeliehen
2 ausgeliehen

Daten und Fakten[Bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten]

International[Bearbeiten]

Europapokal der Landesmeister: (8 – Rekord)

Europapokal der Pokalsieger: (4 – Rekord)

  • 1983/84, 1988/89, 1991/92, 1996/97

Korać-Cup: (1)

Intercontinental Cup/Basketball Klub-WM: (4 – Rekord)

  • 1976, 1977, 1978, 1981

Coupe Latine: (1)

  • 1952/53

ULEB Cup: (1)

National[Bearbeiten]

Spanische Meisterschaft: (31 – Rekord)

  • 1956/57, 1957/58, 1959/60, 1960/61, 1961/62, 1962/63, 1963/64, 1964/65, 1965/66, 1967/68, 1968/69, 1969/70, 1970/71, 1971/72, 1972/73, 1973/74, 1974/75, 1975/76, 1976/77, 1978/79, 1979/80, 1981/82, 1983/84, 1984/85, 1985/86, 1992/93, 1993/94, 1999/2000, 2004/05, 2006/07, 2012/13

Copa del Rey: (24 – Rekord)

  • 1950/51, 1951/52, 1953/54, 1955/56, 1956/57, 1959/60, 1960/61, 1961/62, 1964/65, 1965/66, 1966/67, 1969/70, 1970/71, 1971/72, 1972/73, 1973/74, 1974/75, 1976/77, 1984/85, 1985/86, 1988/89, 1992/93, 2011/12, 2013/14

Supercup: (3)

  • 1984/85, 2012, 2013

Regional[Bearbeiten]

Madrider Meisterschaft: (20 – Rekord)

  • 1984, 1985, 1986, 1987, 1989, 1991, 1994, 1995, 1997, 2000, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013

Trofeo Marca: (8 – Rekord)

  • 1957, 1958, 1961, 1962, 1963, 1964, 1966, 1967

Kastilische Meisterschaft: (11 – Rekord)

  • 1932/33, 1941/42, 1942/43, 1943/44, 1947/48, 1948/49, 1949/50, 1952/53, 1953/54, 1955/56, 1956/57

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten]

Bekannte ehemalige Trainer[Bearbeiten]

Ehrungen und nennenswerte Leistungen[Bearbeiten]

zurückgezogene Trikotnummern
Nr. Nat. Name Position Zeit
10 SpanienSpanien Fernando Martín Center 1981–1986 und 1987–1989
Mitglieder der Naismith Memorial Basketball Hall of Fame
Nat. Name Position Zeit
Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Dražen Dalipagić Small Forward 1982–1983
SpanienSpanien Pedro Ferrándiz Trainer 1959–1962, 1964–1965 und 1966–1975
KroatienKroatien Dražen Petrović Shooting Guard 1988–1989
LitauenLitauen Arvydas Sabonis Center 1992–1995
Mitglieder der FIBA Hall of Fame
Nat. Name Position Zeit
Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Dražen Dalipagić Small Forward 1982–1983
Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Mirza Delibašić Shooting Guard 1981–1983
SpanienSpanien Pedro Ferrándiz Trainer 1959–1962, 1964–1965 und 1966–1975
SpanienSpanien Fernando Martín Center 1981–1986 und 1987–1989
KroatienKroatien Dražen Petrović Shooting Guard 1988–1989
SpanienSpanien Emiliano Rodríguez Small Forward 1960–1973
LitauenLitauen Arvydas Sabonis Center 1992–1995
SpanienSpanien Raimundo Saporta Förderer 1953–1978 und 1985–1991
Mitglieder der Euroleague’s 50 Greatest Contributors
Nat. Name Position Zeit
SerbienSerbien Dejan Bodiroga Small Forward 1996–1998
SpanienSpanien Juan Antonio Corbalán Point Guard 1971–1988
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SpanienSpanien Wayne Brabender Shooting Guard 1967–1983
Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Dražen Dalipagić Small Forward 1982–1983
Jugoslawien Sozialistische Föderative RepublikJugoslawien Mirza Delibašić Shooting Guard 1981–1983
SerbienSerbien Aleksandar Đorđević Point Guard 1999–2003
SpanienSpanien Pedro Ferrándiz Trainer 1959–1962, 1964–1965 und 1966–1975
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten SpanienSpanien Clifford Luyk Center 1962–1978
SerbienSerbien Božidar Maljković Trainer 2004–2006
ItalienItalien Ettore Messina Trainer 2009–2011
SerbienSerbien Željko Obradović Trainer 1994–1997
KroatienKroatien Dražen Petrović Shooting Guard 1988–1989
SpanienSpanien Emiliano Rodríguez Small Forward 1960–1973
LitauenLitauen Arvydas Sabonis Center 1992–1995
SpanienSpanien Lolo Sainz Trainer 1975–1989
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Walter Szczerbiak Small Forward 1973–1980

Spiele gegen Mannschaften der NBA[Bearbeiten]

Real Madrid hat bislang sechs Spiele gegen Teams der nordamerikanischen Profiliga NBA bestritten. Im Rahmen des McDonald's Open, einem Turnier in dem die besten Teams Europas auf einen Vertreter der NBA trafen, spielte Real Madrid im Jahr 1988 gegen die Boston Celtics und 1993 gegen die Phoenix Suns. Beide Begegnungen verlor man recht deutlich mit 96:111 bzw. mit 115:145. Der erste Sieg gelang im Rahmen der NBA Europe Live Tour 2007, als man die Toronto Raptors mit 104:103 bezwingen konnte. In der NBA Europe Live Tour 2009 unterlag Real Madrid mit 87:109 den Utah Jazz. In der Euroleague American Tour 2012 spielten die Spanier ihre ersten zwei Auswärtsspiele nach NBA-Regeln gegen Teams der nordamerikanischen Profiliga. Real Madrid unterlag den Memphis Grizzlies und den Toronto Raptors mit 93:105 bzw. mit 95:102.

Datum Ort Stadion Ergebnis
23. Oktober 1988 Madrid Palacio de Deportes Real Madrid Boston Celtics 096:111
22. Oktober 1993 München Olympiahalle Real Madrid Phoenix Suns 115:145
11. Oktober 2007 Madrid Palacio de Deportes Real Madrid Toronto Raptors 104:103
08. Oktober 2009 Madrid Palacio de Deportes Real Madrid Utah Jazz 087:109
06. Oktober 2012 Memphis FedExForum Memphis Grizzlies Real Madrid 105:93
08. Oktober 2012 Toronto Air Canada Centre Toronto Raptors Real Madrid 102:95

Literatur[Bearbeiten]

  •  Luis Miguel González López: El rey de Europa : historia del Real Madrid de baloncesto. Editorial Everest, León 2007, ISBN 978-84-241-1005-5.
  •  Diego Moldes González: Real Madrid baloncesto : 500 preguntas y respuestas. Editorial Everest, León 2009, ISBN 978-84-441-6335-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. «Basket-Ball». Una nota del Real Madrid. In: ABC. 8. März 1931, S. 31, abgerufen am 7. Mai 2013 (spanisch).
  2. «Basket-Ball». Campeonato Regional. In: ABC. 25. März 1931, S. 50, abgerufen am 7. Mai 2013 (spanisch).
  3. Messina dimite y le releva su ayudante, Emanuele Molin. In: As. 4. März 2011, abgerufen am 11. Mai 2013 (spanisch).
  4. El Madrid se muda de la Caja Mágica al Palacio de Deportes de la Comunidad. In: Marca. 6. August 2011, abgerufen am 11. Mai 2013 (spanisch).