Realp

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Realp
Wappen von Realp
Staat: Schweiz
Kanton: Uri (UR)
Bezirk: (Der Kanton Uri kennt keine Bezirke.)
BFS-Nr.: 1212i1f3f4
Postleitzahl: 6491
Koordinaten: 681580 / 16139946.5988818.5033321538Koordinaten: 46° 35′ 56″ N, 8° 30′ 12″ O; CH1903: 681580 / 161399
Höhe: 1'538 m ü. M.
Fläche: 77.97 km²
Einwohner: 148 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 2 Einw. pro km²
Website: www.realp.ch
Realp von Südwest

Realp von Südwest

Karte
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Realp ist eine politische Gemeinde des Kantons Uri in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten]

Der Ort liegt am westlichen Ende des Hochtals Urseren am Fuss des Furkapasses am linken Ufer der Furkareuss. Zur Gemeinde gehören nebst dem Dorf noch einige Alpsiedlungen und Einzelgehöfte. Der Bedeutendste unter ihnen ist Tiefenbach (2'106 m ü. M.). Realp war lange Zeit die am stärksten von Lawinen gefährdete Gemeinde der Schweiz.

Bloss 50 ha oder 0,6 % der Gemeinde sind Siedlungsfläche. Davon sind 7 ha Gebäudeareal sowie 41 ha Verkehrsfläche. Umfangreicher ist die Landwirtschaftsfläche mit 3243 ha oder einem Anteil von 41,6 %. Darunter befinden sich grosse Alpgebiete. Diese bedecken eine Fläche von 3116 ha. Nur 117 ha sind Wies- und Ackerland. Wegen seiner hohen Lage sind nur 182 ha oder 2,3 % von Wald und Gehölz bedeckt. Unproduktives Gebiet umfasst einen Grossteil des Gemeindegebiets, nämlich 4321 ha oder 55,4 %. Es handelt sich fast ausschliesslich um vegetationslose Flächen (Hochgebirge) oder Gebiete mit unproduktiver Vegetation (hochalpine Vegetation).

Realp grenzt im Westen an die Walliser Gemeinde Obergoms, im Norden an Göschenen, im Osten an Hospental und die Tessiner Gemeinde Airolo und im Süden ans tessinerische Bedretto.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 203
1880 232
1888 193
1900 208
1941 242
1950 186
1960 268
1970 205
1980 308
1990 181
2000 146
2005 161
2010 144

Die Bevölkerungszahl schwankte von 1850 bis 1990 zwischen 180 bis zu 230 Bewohnern. Höhere Zahlen gab es nur in den Jahren 1941, 1960 und 1980. Zwischen 1980 und dem Jahr 2000 gab es eine grössere Abwanderung. Der tiefste Bevölkerungsstand wurde im Jahr 2000 mit bloss noch 146 Personen verzeichnet. Höchste je gezählte Einwohnerzahl waren 308 Menschen im Jahr 1980. Seit dem Jahr 2000 nimmt die Zahl der Bewohner wieder leicht zu.

Sprachen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Die gesamte Einwohnerschaft spricht als tägliche Umgangssprache Deutsch. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 100 % Deutsch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

Die Bevölkerung war früher vollumfänglich Mitglied der römisch-katholischen Kirche. Die Konfessionsverhältnisse im Jahr 2000 lassen immer noch die ursprüngliche Struktur erkennen. 142 Personen waren katholisch (97 %). Daneben gab es noch 3 % evangelisch-reformierte Christen.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten]

Von den Ende 2005 161 Bewohnern waren 154 (96 %) Schweizer Staatsangehörige. Die wenigen Zugewanderten stammen aus Deutschland und Kroatien. Bei der Volkszählung 2000 waren 145 Personen (99 %) Schweizer Bürger; davon besassen drei Personen die doppelte Staatsbürgerschaft.

Altersstruktur[Bearbeiten]

Die Gemeinde zählt einen hohen Anteil an älteren Bewohnern. Der Anteil der Personen unter zwanzig Jahren von 14,38 % der Ortsbevölkerung liegt deutlich unter dem Anteil der Personen im Seniorenalter (60 Jahre und älter: 31,51 %).

Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 ergab sich folgende Altersstruktur:

Alter 0–6 Jahre 7–15 Jahre 16–19 Jahre 20–29 Jahre 30–44 Jahre 45–59 Jahre 60–79 Jahre 80 Jahre und mehr
Anzahl 5 15 1 16 25 38 39 7
Anteil 3,42 % 10,27 % 0,68 % 10,96 % 17,12 % 26,03 % 26,71 % 4,79 %

Politik[Bearbeiten]

Legislative[Bearbeiten]

Die Gemeindeversammlung bildet die Legislative. Sie tritt meistens zweimal jährlich zusammen.

Exekutive[Bearbeiten]

Der siebenköpfige Gemeinderat bildet die Exekutive. Er ist nebenamtlich tätig. Derzeitiger Gemeindepräsident ist Armand Simmen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im Jahr 2005 gab es 5 Landwirtschaftsbetriebe, die 8 Arbeitsstellen anboten. Industrie- und Gewerbebetriebe gab es keine und der Dienstleistungsbereich beschäftigte in 16 Betrieben 63 Personen (Beschäftigung auf Vollzeitstellen umgerechnet). Die Volkszählung 2000 ergab 6 Landwirtschafts- und Forstbetriebe mit 13 Beschäftigten. Auch 2001 gab es gemäss Betriebszählung in Realp keine Industrie- und Gewerbebetriebe, während in 18 Dienstleistungsunternehmen 67 Beschäftigte tätig waren. Von den im Jahr 2000 67 erwerbstätigen Personen Realps arbeiteten 33 (49,25 %) in der eigenen Gemeinde. Insgesamt bot der Ort 47 Menschen Arbeit an, von denen 33 (70,21 %) Einheimische waren.

Die 34 Wegpendler verrichten ihre Arbeit grösstenteils in anderen Gemeinden des Kantons Uri. Darunter 25 Personen in Andermatt und 4 in Altdorf. Es gab bloss 14 Zupendler. Diese kamen hauptsächlich aus den anderen Urseren-Gemeinden Andermatt und Hospental.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Furkapassstrasse. Der nächstgelegene Autobahnanschluss ist Göschenen an der A2. Schienentechnisch ist die Gemeinde dank der Matterhorn-Gotthard-Bahn und ihrer Vorgängerin, der Furka-Oberalp-Bahn, besser gelegen. In der Nähe des Bahnhofes Realps befindet sich das Ostportal des Furka-Basistunnels (Autoverlad). Von Realp aus führt die Dampfbahn Furka-Bergstrecke (Museumsbahn) nach Gletsch und Oberwald.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name stammt vom Alpinlombardischen riva alpa. Erste urkundliche Erwähnung am 7. Februar 1363. Der Name wird schon im 6. Jahrhundert in den Schriften der Abtei Saint-Maurice im Unterwallis erwähnt. Bei seiner zweiten Schweizreise erreichte Johann Wolfgang von Goethe am 12. November 1779 «bei einbrechender Nacht» das Dorf Realp, um von dort den St. Gotthard zu besteigen, wo er drei Nächte bei Kapuzinern verweilte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Brunner: Die Kunstdenkmäler des Kantons Uri, Band 4: Oberes Reusstal und Urseren. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 2008 (Kunstdenkmäler der Schweiz Band 114). ISBN 978-3-906131-89-4. S. 416–447.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Realp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)